Reisetipps Südafrika: Wissenswertes für deine Rundreise

Aktualisiert: 18. Dez 2019


Planst du eine Rundreise durch Südafrika? Du suchst Antworten auf Fragen wie: Wie komme ich von A nach B? Mietauto? Fernbusse? Fliegen? Gibt es Alternativen? Wie sieht das mit der Sicherheit aus? Soll ich einen Roadtrip auf eigene Faust starten? Was kosten Lebensmittel in Südafrika? Wo übernachte ich am besten? Dann bist du hier genau richtig, denn wir verraten dir unsere besten Reisetipps und alles Wissenswerte für deine Reise nach Südafrika.

Insgesamt waren wir knapp 7 Wochen im Land unterwegs, haben die Panorama Route und die Drakensberge erkundet, waren viel wandern und haben Kapstadt und Umgebung unsicher gemacht. Wir sind vielseitig gereist und hoffen, dass du mit Hilfe unserer Tipps Antworten für deine bevorstehende Reise findest.



In diesem Artikel findest du Reisetipps zu: Mietauto Straßenverhältnisse Fortbewegung Unsere Reisetipps Sicherheit Unterkünfte Einkaufen & Preisniveau Klima im Dez/Jan Malaria Internet



Mietauto: Unsere Wahl und Tipps

Mietauto Anbieter gibt es in Südafrika wie Sand am Meer, angefangen von Hertz, Europcar bis hin zu Sunnycars. Wir haben nur ein paar Tage im Voraus gebucht und bekamen ein brandneuen Polo zum super Preis (12 € pro Tag). Die Abholung verlief unproblematisch und professionell und nach wenigen Minuten hieß es: Hallo Roadtrip.


Kleiner Tipp: Möchtest du dein Auto in einer anderen Stadt abgeben, als dort, wo du es gemietet hast, wird eine extra Gebühr fällig. Diese variiert bei den verschiedenen Anbietern. Im Schnitt ca. 60 €.


Wir buchten unser Auto mit einer „alles inklusive“ Versicherung, heißt, es war alles versichert: Unterboden, Glas, Haftpflicht, Vollkasko, Diebstahlschutz und wir hatten unbegrenzte Kilometer.


Unser Mietwagen hatte eine Funktion, die im ersten Moment für uns Deutsche absurd erscheinen mag, dann aber doch Sinn macht. Drückt man einmal auf die Fernbedienung, geht nur die Fahrertür auf, drückt man zweimal, auch die restlichen Türen. Außerdem verriegeln die Türen automatisch ab ca. 15 km/h. Macht Sinn in einem Land wie Südafrika, in dem Kriminalität leider zum Alltag gehört.


Brauche ich einen 4WD in Südafrika?

Nein, ein Allrad-Fahrzeug brauchst du in Südafrika nicht, außer du willst z.B. offroad in den Bergen fahren oder z.B. einen Abstecher zum Sani Pass in Lesotho machen. Die Route die wir uns ausgesucht hatten (Panorama, St. Lucia, Durban, Giant's Castle, Golden Gate Nationalpark) ist mit einem normalen Kleinwagen gut zu fahren.

Ebenso, wenn die Garden Route oder der Krüger Nationalpark auf deiner Liste steht. Viele der Straßen im Krüger sind tatsächlich asphaltiert, die Schotterpisten in guten Zustand und gut für den Touristenansturm ausgebaut. Spar dir dein Geld und gönn dir lieber einen Ausflug oder eine Flasche Wein. :)


Was wir sonst so in Südafrika erlebten? Klick dich durch unsere Abenteuer:



Straßenverhältnisse & Toll

In Südafrika wird links gefahren. Daran gewöhnt man sich recht schnell. Die Straßenverhältnisse würden wir mit gut bezeichnen, zumindest auf den Strecken, die wir gefahren sind. Es kann hin und wieder ein größeres Schlagloch auftauchen, oder in abgeschiedenen Regionen eine Kuh oder Ziege auf der Fahrbahn verweilen. ↠ Tipps zum Thema Toll: Auf den Autobahnen, z.B. N3 oder N1, gibt es Toll-Stationen, an denen man Maut zahlen muss. Diese variiert von ein paar Rand bis hin zu über 60 Rand (ca. 4€), je nach Streckenabschnitt der Autobahn. Die Toll-Straßen sind in wirklich gutem Zustand und man kommt zügig voran. Unser Mietwagen hatte einen E-Tag, der uns ein kostenfreies Durchfahren an den Toll-Schranken ermöglichte. Bezahlt wurde dann bei Abgabe des Autos.


Schreib dir genau auf, wie viel du an den Toll-Schranken ohne E-Tag hättest bezahlen müssen und rechne es am Ende zusammen. Unsere Autovermietung (Hertz) hatte versucht das Doppelte abzukassieren. Achte darauf, auch immer genug Bargeld dabei zu haben, da man an manchen Toll-Stationen nicht mit Karte zahlen kann und es keine E-Tags gibt. Die Schotterpisten, die wir befuhren, waren allesamt in recht gutem Zustand.

Tipps zur Fortbewegung

Mit dem Mietwagen oder Mini Taxi


Auch hier, wie schon in Botswana, würden wir dir einen Mietwagen empfehlen. Man bleibt spontan, kann sich seine Tage einteilen, wie man möchte und hat seine Ruhe. Wenn du dich von Ort zu Ort fortbewegen möchtest, aber keine Lust hast zu fahren, würden evtl. auch die Mini Taxis (Toyota Minibusse), die normalerweise von Einheimischen genutzt in Frage kommen. Wir haben es selber nicht ausprobiert, haben aber andere Backpacker getroffen, die so gereist sind und zufrieden waren.

Mit dem Fernbus durch Südafrika


Wenn die Entfernungen größer werden und du nach Alternativen zum Fliegen suchst, können wir dir südafrikanische Reisebusse empfehlen. Je nachdem, wie weit du im Voraus buchst, kann man wirkliche Schnäppchen rausschlagen. Wir buchten einen Tag im Voraus und ergatterten noch ein unschlagbar günstiges Ticket für einen Intercape Bus. Für 1400 km von Jo'burg nach Kapstadt zahlten wir nur 44 €. Es geht aber noch günstiger, wenn man früher bucht.

Die Auswahl an Busunternehmen ist riesig, die beiden größten Anbieter sind Greyhound und Intercape und verbinden so ziemlich alle größeren Orte miteinander. Das Streckennetz ist riesig und selbst wenn du auf einer längeren Strecke umsteigen musst, funktioniert auch das ohne Probleme, da die Busse in der Regel aufeinander warten.

Die Busse dieser beiden Unternehmen sind mit Klimaanlagen, komfortablen Sitzen, und TV mit Videoprogrammen ausgestattet.


Tipps zum Busfahren in Südafrika


Nimm unbedingt Ohrstöpsel mit. Die Filme, die gezeigt werden, sind ziemlich laut eingestellt und zudem wird in den Intercape Bussen zwischendurch Gott und das Christentum promoted. Pausen werden alle 3-4 Stunden an gut ausgestatteten Raststätten eingelegt, an denen es alles Mögliche zu kaufen gibt. Getränke, warme Snacks, Knabberzeug.


Der Fernseher wird pünktlich zur Nachtruhe um 22 Uhr aus- und um 7 Uhr morgens wieder eingeschaltet. Die Sitze sind mal mehr, mal weniger komfortabel. Wir sind mehrere Male Intercape gefahren und fanden die Doppeldecker Busse am bequemsten.

Tanken in Südafrika


Der Tankvorgang ist schon wie in Botswana ein echter Luxus. Man muss sich weder bewegen, noch aussteigen. Der Tankwart füllt einem den Tank auf, putzt nebenbei die Frontscheibe (im Service inklusive) und kommt dann mit einem Kartenlesegerät zum Bezahlen. Uns ist es ein paar Mal passiert, dass wir vom Tankwart angebettelt wurden. Etwas, das wir in Botswana und Simbabwe nicht erlebten.

Tipps zum Übernachten in Südafrika

In Südafrika findest du eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten. Angefangen von Luxushotels, über Glamping, Hostels (eigenes Zimmer ab 8 € p.P/Nacht), Motels, Campingplätze, AirBnb Unterkünfte (ab 7 € p.P./Nacht) oder eben - wenn es denn dein Ding ist - Couchsurfing. Wir verbrachten unsere Nächte in Hostels, AirBnb's und beim Couchsurfen und waren wirklich froh uns für diese Auswahl entschieden zu haben. Es schonte unseren Geldbeutel (Couchsurfing ist kostenlos) und brachte uns mit Menschen zusammen, die wir wahrscheinlich so nie kennengelernt hätten.

Wann sollte man seine Unterkunft buchen?


Selbst, wenn du zur Hauptreisezeit (Dez/Jan) in Südafrika unterwegs bist, brauchst du so gut wie keine Unterkunft im Voraus buchen (außer Weihnachten/Silvester) und kannst relativ spontan durchs Land fahren. Außer, du hast eine bestimmte Unterkunft im Kopf, die es unbedingt sein muss.


Die einzigen zwei Orte die über Weihnachten/Neujahr während unseres Roadtrips ausgebucht waren, war St. Lucia (da wollten wir eh nur tagsüber hin, daher ok für uns) und Clarens (Bethlehem ist eine tolle Alternative, die auch wir nutzten). Ansonsten buchten wir oft erst einen Tag vor, oder am selben Tag unsere Unterkunft.


Wenn du verzweifelt bist und nichts findest? In den lokalen Visitor Zentren wird dir geholfen.

Sicherheit in Südafrika

Wir lasen im Voraus viel im Internet, dass eine Reise durch Südafrika "total sicher" sei. Das mag vielleicht an den klassischen Touristenrouten der Fall sein, die 95 % der Touris befahren, wir haben etwas anderes erlebt.

In einigen Regionen fühlten wir uns unsicher, manchmal hatten wir sogar Bedenken auszusteigen (in kleinen, abgelegen Orten, z.B. Amsterdam). Der Vibe war irgendwie komisch. Als wir an dem Tag bei unserem Couchsurfing Host ankamen und ihr von unserem mulmigen Gefühl in Amsterdam erzählten, stimmte sie uns zu. Alles richtig gemacht, dass ihr da nicht angehalten habt, nicht besonders sicher die Gegend.

Wir übernachteten insgesamt 18 Tage bei 5 verschiedenen Couchsurfing Hosts, also bei Einheimischen. Menschen, die hier leben. Quer im Land verteilt. Und jeder einzelne hatte Warnungen für uns.

  • Schaltet bloß nicht eure Scheibenwischer ein, wenn jemand Eier auf euer Auto schmeißt

  • Der Rassismus hier ist immer noch allgegenwärtig. Beidseitig

  • Wenn ihr ein komisches Gefühl habt, haltet nicht an

  • Fahrt nicht nach Sonnenuntergang und bleibt nirgendwo im Dunkeln stehen

  • Nehmt niemanden mit, auch wenn sie noch so nett aussehen

Gerade, als wir nahe an der Grenze zu Swaziland unterwegs waren, sahen wir verhältnismäßig viele Polizeikontrollen und viele Schilder die darauf hinwiesen hier nicht anzuhalten. "High Crime Zone".

Als wir in Johannesburg ankamen und mit dem Uber zu unserem ersten Host fuhren, waren wir geschockt. Auf der einen Seite Slums, kleine Blechhütten, die aussehen, als ob sie mit der nächsten Windböe weg fliegen, auf der anderen Seite luxeriöse Einfamilienhäuser, die von dicken Steinmauern und Zäunen umgeben sind. "Armed response". Gitter vor den Fenstern. "Poah, so zu leben ist ja wie im Knast!?" Diese enorme finanzielle Spaltung der Gesellschaft so dicht beieinander haben wir zuvor so noch in keinem Land gesehen und es ist verständlich (zumindest für uns), dass die arme Schicht der Bevölkerung versucht, etwas vom Kuchen abzubekommen.

↠ Der wohl wichtigste Südafrika Reisetipp: Trage keine wertvollen Gegenstände zur Schau. Keine teuren Kameras, Uhren ums Handgelenk oder Ringe, die aussehen, als hätten sie ein Vermögen gekostet. Verhalte dich unauffällig, achte darauf, dass die Geldautomaten nicht manipuliert sind, wenn du Geld abhebst.

Diesen Tipp solltest du dir unbedingt für deinen Aufenthalt in Johannesburg zu Herzen nehmen, denn dort ist die Kriminalität besonders hoch. ↠ Ein weiterer Tipp zum Thema Sicherheit: Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn sich irgendetwas komisch anfühlt fahr oder geh weiter. Das empfehlen wir übrigens in jedem Land.


Einkaufen & Preisniveau

Supermärkte sind weit verbreitet und du wirst sie in jedem Ort finden. Angefangen von den großen Riesen, wie Spar, Pick & Pay, Checkers, Woolworths bis hin zu kleinen, lokalen Supermärkten. In den großen Ketten ist die Auswahl riesig, man zahlt aber einen Tick mehr, als in den kleinen. Falls du unterwegs bist und irgendwas vergessen haben solltest, oder so wie ich gleich in der ersten Woche meine Sonnenbrille gecrasht hast: Bei Pep gibt’s allen möglichen Krims Krams zu günstigen Preisen. Von Klamotten bis hin zu Kosmetikprodukten oder Süßkram. Einkaufen ist in Südafrika überhaupt kein Problem, es gibt in jedem Ort entweder Supermärkte, kleine Verkaufsstände an der Straße oder kleine Märkte. Das Essen ist günstiger als in Deutschland. Auch wenn du Snacks oder Obst am Straßenrand, an der Tanke oder an einer kleinen Garküche kaufen willst, wird dies hier um ein Vielfaches günstiger sein, als in Deutschland. Außerdem gibt es in vielen Supermärkten Theken, an denen man Pie's, Frittiertes oder Salate zu günstigen Preisen kaufen kann. In den Supermärkten und größeren Restaurants kannst du problemlos mit Kreditkarte bezahlen.

Preisbeispiele


  • Für eine Pie und Cola an der Tanke zahlt man ca. 3,30 €

  • Ein Liter Sprit ca. 90 Cent

  • Ein lokales Bier - z.B. das Castle Bier (750ml) - 1 €

  • Ein Bett im Hostel fängt bei ca. 8 € p.P. an


Klima im Dezember und Januar

Wir haben Südafrika von Anfang Dezember bis Mitte Januar bereist und müssen sagen: Das Wetter war durchwachsen. Entlang der Panorama Route und in den Drakensbergen hatten wir oft regnerische Tage, teils Hagelschauer, nachts war es frisch mit teilweise unter 10 Grad. Oft überzogen Dunstschleier die Berge und die Wolkendecke riss einfach nicht auf. Tagsüber waren die Temperaturen hingegen sehr angenehm bei um die 20 Grad. Rund um Kapstadt herrschte während unseres Besuchs gerade die schlimmste Dürre seit 1904. Das Wetter war dort meist sonnig und warm.

↠ Unser Reisetipp: Wenn dir so ein Wetter nichts ausmacht, können wir eine Reise nach Südafrika zu dieser Jahreszeit nur empfehlen. Viele Touristen haben wir in unseren 7 Wochen im Land nicht gesehen, wir waren aber auch wie gesagt abseits der Garden Route und des Krügers unterwegs.

Malariaprophylaxe: Brauche ich sie in Südafrika?

Während unserer fast 7 Wochen im Land haben wir keine Prophylaxetabletten genommen. Wir fragten immer mal wieder bei Einheimischen nach, diese winkten aber alle ab. Die Chance sich in Südafrika anzustecken sei wohl sehr, sehr gering.

Internet

Wir hatten im Vorfeld oft gehört, dass das Internet im Land furchtbar langsam und unzuverlässig sein soll. Wir fanden es gar nicht so schlimm, man muss allerdings dazu sagen, dass wir zuvor 3,5 Jahre im australischen Outback gelebt haben. DA ist das Internet langsam. :)

Tipps zu gratis Internet


Gratis Internet gibt es u.a. bei Wimpy's, KFC oder bei Mugg&Beans. Bei diesen dreien brauchst du kein Passwort, um dich einzuloggen. Bei letzteren ging das Internet sogar recht schnell und auch, als das Cafe schon geschlossen war.



Das waren sie. Unsere Reisetipps und alles Wissenswerte für eine Reise nach Südafrika. Wir hoffen, dass wir dir ein paar deiner Fragen beantworten und Unsicherheiten nehmen konnten.

Schau gerne auch bei unseren anderen Tipps&Tricks Blogposts vorbei, wenn du z.b. Reisen nach Neuseeland, Botswana, Namibia, Mauritius, Japan, Australien oder nach Russland planst.

Du magst es ausgefallener? wie wäre es mit Kasachstan oder Georgien?


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Kati &   Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben.

 

Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

Kati + Hermann

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