Drogen- und Spritze

Reiseimpfungen

Tipps, Infos und wichtige Hinweise

Brauche ich für meine Weltreise Impfungen? Wenn ja, welche? Wo kann ich mich impfen lassen? Was kostet das? Bekomme ich die Kosten erstattet?

 

Der Kopf qualmt und viele Fragezeichen schwirren einem im Kopf umher, wenn man sich dafür entscheidet, um die Welt zu reisen und anfängt sich mit dem Thema Impfungen auseinanderzusetzen. Aber was macht wirklich Sinn und wann sollte ich anfangen, mich um meine Reiseschutzimpfungen zu kümmern?

 

Wir bringen Licht ins Dunkeln, beantworten die gängigsten Fragen zum Thema Reiseimpfungen, erläutern Krankheitsverläufe/Symptome und berichten, für welche Impfungen wir uns vor unserer Weltreise entschieden haben.

 

Impfungen sind immer ein sehr heikles Thema! Dieser Artikel soll lediglich als Übersicht und Infoseite dienen. Bevor du dich also für gewisse Reiseimpfungen entscheidest, solltest du unbedingt ein Beratungsgespräch bei einem Facharzt oder Tropenarzt vereinbaren. Unser Artikel ersetzt keinesfalls eine Impfberatung beim Mediziner, denn nur dieser kann einen Impfplan erstellen und dich über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

 
Impfen

Muss ich mich für eine Weltreise impfen lassen?

Das Thema Reiseimpfung ist sehr individuell und eine allgemeine Antwort darauf zu geben ist fast unmöglich. Es gibt Impfungen, die für bestimmte Reiseregionen wie Afrika, Südostasien oder Mittel - & Südamerika empfohlen werden.

 

Hier kommt es allerdings auf deine genauen Reiseländer und z.B. deinen Reisezeitraum an, denn je nach Reisezeit (Regen-/Trockenzeit), Reisegebiet (Metropole/ Dschungel), Reiseart (Backpacking/ All-inklusive) und Dauer (Urlaub/Weltreise) bestehen unterschiedliche Infektionsrisiken. Und dementsprechend unterschiedliche Impfungen, die greifen.

 

Hast du so wie wir keine genaue Route für deine Weltreise, sondern nur Wunschregionen, solltest du für dich abwägen, ob und welche Vorsorgeimpfungen du treffen möchtest und welche Reiseimpfungen du für sinnvoll und wichtig empfindest.

 

Allgemeine Hinweise zu Reiseimpfungen

Überlege dir grob im Voraus, welche Länder (oder Kontinente) auf deiner Weltreise besuchen möchtest.

 

Es gibt einige Standard-Reiseschutzimpfung ( u. a. Tetanus, Mumps, Masern, Röteln), der Rest ist abhängig davon, wohin du reist und was für Reisepläne du hast. Wenn du als Abenteurer gerne durch entlegene Gebiete mit unzureichender medizinischer Versorgung reist, solltest du dich mehr absichern als jemand, der z. B. bevorzugt Metropolen besucht.


 

Um einen Impfplan erstellen zu lassen, der ideal auf dich und deine Reise perfekt abgestimmt ist, empfehlen wir dir ein individuelles Beratungsgespräch bei einem Tropenarzt bzw. Tropeninstitut. Der große Vorteil dabei ist, dass die Mediziner dort über langjährige Erfahrung verfügen und oft selbst in ferne Länder gereist sind, sodass sie dich ausführlich beraten können.

Ein weiterer Vorteil ist, dass eventuelle Fragen, die später aufkommen können, kompetent beantwortet werden. Eventuelle Anpassungen des Impfplans sind ebenfalls möglich.

Außerdem haben sie gängige Impfstoffe vorrätig und dürfen diese auch impfen. (Die Gelfieberimpfung z. B. darf nur von zugelassenen Ärzten injiziert werden).

Markt mit Mopeds in Vietnam.jpg

Welche Impfungen sind sinnvoll?

Die wichtigsten Impfungen für Fernreisen

Standardimpfungen: Zu den Standardimpfungen zählen u. a. Tetanus, Mumps, Masern, Röteln oder Keuchhusten. Diese Impfungen bekommst du normalerweise als Kind und solltest sie im Laufe deines Lebens auffrischen.

Über die Standardimpfungen hinaus kann es sinnvoll sein, sich gegen folgende Krankheiten impfen zu lassen, wenn man Fernreisen oder Langzeitreisen plant.

Empfohlene Reiseschutzimpfungen bei Langzeit-/Weltreisen: Je nach Reiseland und Art empfiehlt sich eine Impfung gegen Cholera, Gelbfieber, Hepatitis A, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Meningokokken-Meningitis, Tollwut oder Typhus.


 

Wir stellen dir die wichtigsten Schutzimpfungen, die für deine Reise wichtig sein könnten, vor. Dabei unterteilen wir in folgende Unterpunkte:

  • Um welche Krankheit handelt es sich?

  • Ansteckung

  • Wie läuft die Impfung ab?

  • Kosten der Impfung

 

Meningokokken-Meningitis

 

Was ist Meningokokken-Meningitis eigentlich?

Eine bakterielle Infektion, die zu Hirnhautentzündungen führen kann.

 

Innerhalb von 2 - 10 Tagen treten starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Nackensteifheit und Bewusstseinsstörungen, die bis zur Bewusstlosigkeit führen können, auf. Bei schwerem Verlauf führt die Erkrankung oftmals zum Tod. Generell beginnt die Erkrankung meist sehr plötzlich und kann schnell fortschreiten. Eine Behandlung mit Antibiotika ist allerdings möglich.

In welchen Ländern kommt die Meningokokken-Meningitis vor?

Weltweit. Epidemische Bedeutung haben die Serotypen A, B, C, W und Y. Klassische Hochrisikogebiete (für Meningokokken A und W) sind tropisches Ost- und Westafrika, Naher Osten (Saudi-Arabien) und Mittlerer Osten (Kaschmir und Nepal), seltener Nordafrika und südliches Afrika.

Meningokokken-Meningitis - Risikogebiete

Quelle: Tropeninstitut

Wie steckt man sich mit Meningokokken-Meningitis an?

Meningokokken werden generell von Mensch zu Mensch übertragen. Hierbei ist eine Übertragung sowohl in Form einer Tröpfcheninfektion durch Husten und Niesen, als auch in Form einer Schmierinfektion durch z.B. Berühren von Nasenschleim möglich.

 

Wie läuft die Meningokokken-Meningitis-Impfung ab?

Schutz: mindestens 1 Jahr, bis zu 4 Jahren

Impfstoff: Konjugatimpfstoffe, die in der Regel gut verträglich sind.

Es gibt zwei Varianten als Reiseimpfung:

 

Meningokokken-Impfung gegen Serotyp B

Meningokokken-Impfung gegen die Serotypen A, C, W und Y

 

Anzahl Impfungen: 2

Erste Impfung:

Zweite Impfung: ≥ 4 Wochen nach 1. Impfung – Schutz beginnt innerhalb eines Monats

Wie viel kostet die Meningokokken-Meningitis-Impfung?

Viele Krankenkassen übernehmen die Impfkosten.

  • Impfstoff + Impfung: ~ 90,00 € (Stand: November 2020)

 

Japanische Enzephalitis

 

Was ist die Japanische Enzephalitis?

Eine Virusentzündung des Gehirns.

Mehr als 90% der Infektionen verlaufen mild oder asymptomatisch. In einigen Fällen kommt es bei einer Infektion zu Hirnhautentzündungen mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Bewusstseinstrübung bis hin zum Tod. Statistiken zufolge führt nur jede 100. Infektion zu einer Enzephalitis, die dann aber meist schwer verläuft. Todesfälle (20 – 30%) und bleibende Hirnschäden (40 %) sind nicht selten.

In welchen Ländern kommt die Japanische Enzephalitis vor?

Die Erkrankung kommt vor allem in Süd- und Ostasien vor. Z. B. In China, Bangladesch, Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, die Phillipinen oder dem nördlichen Thailand.

Japanische Enzephalitis Risikogebiete We

Quelle: Tropeninstitut

Wie steckt man sich mit Japanischer Enzephalitis an?


Japanische Enzephalitis wir hauptsächlich von dämmerungs- und nachtaktiven Stechmücken übertragen, die häufig in Reisanbaugebieten oder an Großstadträndern vorkommen.


Infos zur Japanische-Enzephalitis-Impfung


Schutz: 12 Monate; nach Auffrischungsimpfung 10 Jahre
Impfstoff: Totimpfstoff, der in der Regel gut verträglich ist


Anzahl Impfungen: 3
1. Impfung: –
2. Impfung: 4 Wochen nach 1. Impfung
3. Impfung: 12 Monate nach 1. Impfung – Impfschutz hält dann 10 Jahre

 

Möglichkeit der Last-Minute-Impfung besteht (Tag: 0, 7 für Schutz von 12 Monaten – Steigerung Schutz auf 10 Jahre durch 3. Impfung nach 12 Monaten)


Wie viel kostet die Japanische-Enzephalitis-Impfung?


Die Impfkosten werden von einigen Krankenkassen übernommen
Impfstoff + Impfung: ~ 130,00 € (Stand: November 2020)