Wandern in den Drakensbergen: World's View & Wodehouse Peak

Aktualisiert: 18. Dez 2019


Wir erkundeten während unseres Roadtrips durch Südafrika natürlich auch die Drakensberge, genauer gesagt den Golden Gate Highlands Nationalpark und das Giants Castle Game Reserve. In beiden Nationalparks haben wir Wanderungen unternommen und wollen sie dir hier etwas genauer vorstellen.

Beide Wanderungen können wir uneingeschränkt empfehlen und beide sind jeweils an einem Tag zu schaffen. Das Schwierigkeitslevel und der Anspruch könnten unterschiedlicher kaum sein. Die World's View Wanderung eher ein langer Spaziergang mit kleinem Anstieg am Ende, der Wodehouse Peak nichts für schwache Nerven.

Da das Wetter in den Bergen gerne macht was es will, würden wir dir empfehlen extra Tage auf deinem Roadtrip für die Drakensberge einzuplanen, wenn auch du eine dieser Wanderungen planst.



#1 World's View Wanderung: Wunderschöne Aussichten im Giants Castle Game Reserve.

  • Kosten: Eintritt in den Nationalpark 40 Rand p.P. (~3 €)

  • Länge: 14 km (ca. 4,5 Stunden)

  • Start des Tracks: Parkplatz am Picknickbereich kurz vor der Rezeption.

  • Schwierigkeitsstufe der Wanderung: Leicht

Die Rezeption im Giants Castle Game Reserve öffnet um 7 Uhr. Eingetragen wird sich im Wanderbuch rechts neben dem Eingang der Rezeption. Selbst, wenn du früher als 7 losgehst ist das kein Problem, da das Buch draußen angebracht ist. Austragen muss man sich bei der Wanderung nicht, zumindest schaute uns die Dame an der Rezeption verwundert an, als wir nachfragten. Die Gebühr für den Nationalpark zahlst du bei einer Schranke ein paar Kilometer vor Startpunkt der Wanderung.

Unser Tipp: Laufe so zeitig wie möglich los. Das Wetter kann sich hier schnell ändern, dunkle Wolken aufziehen und einem die grandiose Sicht verderben. Ebenso: Antibrumm o.ä. gegen Zecken mitnehmen, das Gras ist sehr hoch und idealer Lebensraum für die kleinen Tierchen.


Fahrt zum Giants Castle Game Reserve
Die Wanderung ist mit 14 km im moderaten Bereich anzuordnen, zudem geht es den gesamten Weg, außer am Ende, nicht wirklich bergauf und sollte daher eigentlich für jedermann zu schaffen sein.

Die World's View Wanderung ist eine return Wanderung, soll heißen, man geht denselben Weg wieder zurück, auf dem man gekommen ist.

Wanderschuhe geschnürt und los geht's


Man überquert erst einen kleinen, rauschenden Bach, bevor man sich langsam die grasgrünen Hügel hinaufschlängelt. Die Aussichten sind von der ersten Minute an wunderschön. Im Hintergrund sieht man die Berge mit vertikalen Steinabgründen. Wenn man hinunter schaut, sieht man den Bach durchs Tal fließen. Dreht man sich, ist man von saftigstem Grün und wie gemalten Landschaften umgeben. Das Einzige, das man hier hört ist das Rauschen des Flüsschens, Vogelgezwitscher und ab und an ein knatterndes Auto in der Ferne.

Eine der schönsten Aussichten, die wir in Südafrika genießen durften

Die Ruhe und die Aussichten auf die unendliche Weite auf dieser Wanderung sind schwer zu toppen. Oft blieben wir stehen und dachten uns Das gibt’s doch nicht, wie wunderschön die Aussichten auf der World's View Wanderung sind.


Das Wandern in den Drakensbergen war eines unserer Highlights in 47 Tagen Rundreise durch Südafrika.

Hallo Freiheit!

Das Einzige, auf das wir während der gesamten Wanderung achten mussten, waren Zecken. Das Gras rechts und links vom Weg war teilweise kniehoch und somit perfektes Zeckenterritorium. Sie warteten förmlich nur darauf, von unseren Beinen abgestrichen zu werden.

Bevor man am Endpunkt des Tracks ankommt, läuft man auf einem Bergrücken zwischen zwei Hügeln entlang. Schon dort kann man erahnen, was einen am Endpunkt und dem besten Aussichtspunkt der gesamten Wanderung erwarten wird. Weite, Stille, das Gefühl von grenzenloser Freiheit und die innere Freude, den motzenden Schweinehund aufs Neue überwunden zu haben.


Das sind die Momente beim Wandern, in denen sich jeder Tropfen Schweiß, das Fluchen, die schweren Beine und das Durchhalten gelohnt haben. Für diesen einen Moment, an dem man am Gipfel ankommt.


Denselben Weg geht’s dann anschließend wieder zurück. Der Ausblick auf dem Rückweg ist nicht weniger schön, da man am Horizont die hohe Bergwand in den Himmel ragen sieht. Den Rückweg ist entspannt, man weiß woher man gekommen ist, wie lange der Weg noch ungefähr dauert und: es geht fast nur noch bergab.

Achtung: Im hohen Gebüsch verstecken sich allerlei Tierchen: Schlangen, Tausendfüßler, Heuschrecken, Zecken. Das Gras ist teilweise wirklich hoch, schau daher genau, wohin du trittst. Hermann sah einige Schlagen im Gebüsch.

Am Ende der World's View Wanderung, wenn man den Bach zum letzten Mal überquert, gibt es eine Stelle, an der man sich mit dem glasklaren und frischen Quellwasser abkühlen kann.

Unser Tipp: Unweit vom Eingangsgate des Giant Castle Game Reserve liegen die Champagne Pools, in denen man einen kurzen Badestopp einlegen kann.

Unser Fazit


Wir können dir diese Wanderung in den wunderbaren Drakensbergen zu 100% empfehlen. Selbst wenn das Wetter schlecht sein sollte, steck den Kopf nicht in den Sand, sondern warte einfach ein paar Tage ab. Wie du siehst, es lohnt sich wirklich!


Wir waren in der Hauptsaison im Dezember unterwegs und haben während der gesamten Wanderung keine Menschenseele getroffen.

Was wir sonst so in Südafrika erlebten? Klick dich durch unsere Abenteuer:




#2 Wodehouse Peak Wanderung: Die Anstrengung lohnt sich

Wodehouse Peak Wanderung (inkl. Abstecher zum Brandweg Buttress) im Golden Gate Highlands Nationalpark

  • Kosten: 192 Rand p.P. (13 € - SAN Gebühr), kontrolliert aber niemand. Beim nächsten Mal würden wir einfach so los wandern.

  • Länge: ca. 11 km, 4-6 Stunden (wir brauchten 5)

  • Start des Tracks: Parkplatz an der Rezeption.

  • Unser Tipp: Früh loslaufen, vorbereitet sein (auf Wind und Wetter) und unbedingt genug Wasser mitnehmen.

  • Schwierigkeitsstufe der Wanderung: Mittelschwer

Im Golden Gate Highlands Nationalpark gibt es neben der anspruchsvollen Wodehouse Peak Wanderung auch einige kurze (45 min – 1 Std: Der Mushroom Rock oder Brandwag Buttress) Wanderwege. Auf diesen Wanderungen ist es recht überfüllt, gerade in den afrikanischen Sommerferien, in denen wir unterwegs waren.

Als wir ankamen, bot sich uns folgendes Bild: Der Parkplatz war mehr als gut besucht, kein freier Platz weit und breit. Überall Menschen, Kinder, Wandergruppen, Familien. Auf den Hügeln im Hintergrund konnten wir überall kleine Schatten erkennen. Kurz gesagt: Wir hatten kurzzeitig überlegt wieder umzudrehen.


Wir erkundigten uns nach Wanderungen, die länger als eine Stunde waren und es kam nur eine in Frage: Die Wodehouse Peak Wanderung.


Die nette Dame sagte: Schwierigkeitslevel: Schwer, rauf auf 2438 m, 4-6 Stunden. Passt auf mit dem Wetter!

Den Gipfel konnte man vom Parkplatz sehen, der Weg dorthin schien ziemlich steil zu sein. Auch diese Wanderung in den Drakensbergen wollten wir unbedingt starten und vor allem ich wollte meinen Schweinehund erneut überwinden.


Vom Parkplatz ging es über die Straße, durch den Glen Reenen Campingplatz, bevor wir auf den - anfangs noch asphaltierten - Wanderweg einbogen. An hohem Gras vorbei, schlängelte sich der Weg mit leichter Steigung nach oben. Vorbei an Überhängen, goldenen Steinwänden und einmaligen Felsformationen. Den Wodehouse Track kann man, wenn man möchte, mit einigen der kürzeren Wanderwege kombinieren, wie z.B. dem Brandweg Buttress oder dem Mushroom Rock. Oder aber man läuft alle kurzen Wanderwege nacheinander ab.

Wir machten uns zuerst auf zum Brandwag Buttress Aussichtspunkt. Einem vertikalen Felsvorsprung, an dem es ca. 150 m steil bergab geht. Das Problem für Menschen mit Höhenangst könnte der steile Anstieg kurz vor dem Erreichen des Gipfels sein. Die Dame an der Rezeption hatte etwas von chain ladders gesagt, also den Metallleitern, die an der steilen Felswand angebracht sind. Es geht zwar sehr steil nach oben, man kann sich aber an den dort angebrachten Ketten hochziehen. Nur nach unten sollte man nicht gucken. :)

Die Aussicht vom Brandweg Buttress war schön, die im Sonnenlicht glänzenden Berge, das knallige Grün der Büsche und wieder diese beeindruckende Weite. Wir wollten aber schnell weiter, solange das Wetter noch mitspielte. Der Weg war noch weit, das wussten wir. Wider unserer Erwartung ging es erst mal wieder bergab fast runter auf Ausgangshöhe.


Der Weg schlängelt sich durch die Hügel, bergauf, bergab, über Stufen, dichtes Gras und teilweise etwas unübersichtliche Gabelungen.


Nach ca. 1,5 Stunden wandern gabelt sich der Weg einmal hoch zum Wodehouse Peak und zum Ribbok Trail (2 Tages-Wanderung).

Rechts rum bitte :)

Ab da wurde es dann richtig anstrengend, es ging auf und ab, auf und ab, ein Gipfel jagte den nächsten und es war irgendwie kein Ende in Sicht. Die Anstiege wurden steiler, die Beine schwerer, die Knie wackeliger, die Puste blieb weg. Die Luft wurde dünner. „Weit ist es nicht mehr.“ Wir versuchten die Anstrengung auszublenden und liefen weiter. Immer weiter. Aufgeben kam für uns nicht eine Sekunde in Frage, auch wenn der Anstieg zwischenzeitlich wirklich nervenaufreibend war. Wir waren ja genau deswegen in die Drakensberge gekommen. Zum wandern.


Als wir dann am vorletzten Gipfel ankamen, konnten wir im Hintergrund schon den Mast sehen, von dem wir wussten, dass es das Ende des Trails sein würde. Wir haben's gleich, noch ein paar Minuten, dann sind wir auf 2438 m.

Landschaften wie gemalt auf der Wodehouse Peak Wanderung
Die Aussicht, die uns umgab war die Anstrengung wert. 360 Grad Panoramablick über die nördlichen Drakensberge!

Wir setzten uns hin, schüttelten unsere mittlerweile schwer gewordenen Waden aus und genossen den Ausblick. Erfreuten uns an der schönen Natur, feierten unser Durchhaltevermögen und konnten nicht glauben, dass wir gerade tatsächlich auf einem Berg in Afrika sitzen. An Silvester!

Danach ging es nur noch bergab. Es gibt einige Passagen, die es wirklich in sich haben. Wir würden dir daher empfehlen, den Weg via Brandweg Buttress und nicht direkt vom Parkplatz bergauf zum Peak zu laufen. Als wir gerade abstiegen, trafen wir ein Paar, das auf halber Strecke aufgegeben hatte, nachdem wir ihnen sagten, dass es so steil weitergehen würde.

Je weiter wir abstiegen, desto mehr Leute sahen wir, desto lauter wurde das Geräusch der im Tal fahrenden Autos, desto schneller wurden wir wieder in die Realität katapultiert.

An diesem Tag sahen wir nur zwei andere Paare, die diesen Track gelaufen sind.


Unser Fazit


Die Wodehouse Peak Wanderung ist wirklich anstrengend. Wenn du also ein wenig Kondition hast, oder dich auch mal, so wie ich, überwinden willst, empfehlen wir dir den Wodehouse Peak zu 100%. Die Aussichten sind die Anstrengung wert.



Diese beiden Wanderungen in den Drakensbergen könnten unterschiedlicher nicht sein. Was die Natur und die Umgebung angeht, aber auch was Fitnesslevel und Anspruch der Wanderung an sich angeht.


  • Der World's View ist eher ein langer Spaziergang mit recht kleinem Anstieg am Ende, wenn man das überhaupt Anstieg nennen kann.

  • Der Wodehouse Peak ist hingegen anstrengend, langwierig und nichts für schwache Nerven. Zwischendrin hatten wir das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Der Anstieg zieht sich, ist aber jeden gelaufenen Meter wert.


Ganz egal für welche Wanderung du dich schlussendlich entscheidest, du wirst auf jeden Fall Traumaussichten genießen können.


Viel Spaß beim Wandern in den Drakensbergen, einer der schönsten Regionen in Südafrika.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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