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Tauchen auf Palau: Tipps, Tauchbasen und empfehlenswerten Tauchplätze

Autorenbild: Kati + Hermann
Kati + Hermann
vor 24 Stunden
13 Min. Lesezeit

Update 2026: Wir haben den Artikel komplett überarbeitet und alle Informationen sind wieder auf dem neuesten Stand.


Palau zählt zu den bekanntesten Tauchdestinationen der Welt. Zu den berühmtesten Spots gehören die Blue Corner, wo starke Strömungen große Fischschwärme und Haie anziehen, oder der German Channel, der für seine Manta Putzstation bekannt ist.


Auf Palau wirst du eine Artenvielfalt und Menge an Fischen vorfinden, die man in anderen Teilen der Welt vergeblich sucht.

Dich erwarten farbenfrohe Korallenriffe, riesige Fischschwärme und Begegnungen mit Haien und anderen Großfischen, denn Palau war das erste Land der Welt, das seine Gewässer 2009 zum Haischutzgebiet erklärt und kommerziellen Haifang verboten hat.


Wir haben Palau mittlerweile zwei Mal bereist, über 25 Tauchgänge gestartet und stellen dir in diesem Blogartikel sechs besonders schöne Tauchplätze vor. Zu jedem Spot findest du Informationen zur Lage, zum Schwierigkeitsgrad, zur erforderlichen Taucherfahrung, zur Tiefe und zur Unterwasserwelt.


Außerdem: Preise, empfehlenswerte Tauchschulen, Infos zu Liveaboard Tauchbooten und Riffhaken. Kurz gesagt: alle Tipps und Wissenswertes zum Thema Tauchen auf Palau.

Manta Rochen im German Channel Palau

In diesem Blogpost findest du:


Die richtige Tauchbasis auf Palau

Auf Palau gibt es verschiedene Tauchschulen, die unterschiedliche Ansprüche und Vorlieben bedienen. Während manche Taucher größere Anbieter mit einem breiten Angebot bevorzugen, fühlen sich andere bei kleineren, familiären Basen wohler.


Unser Tipp: Schau dir die Tauchschulen vor Ort selbst an. Neben Preisen und Gruppengrößen zählen für uns auch die Atmosphäre, der persönliche Umgang und ein professionelles Auftreten. Schließlich sollte man sich wohlfühlen, bevor es gemeinsam ins Wasser geht.


Wir hatten im Vorfeld Empfehlungen zu den beiden größten Tauchbasen auf Palau bekommen: Sam’s Tours und Fish’n’Fins. Beide haben wir uns vor Ort angeschaut, ohne vorher online zu buchen. Wir informierten uns über die angebotenen Tauchplätze, die Gruppengrößen, das Verhältnis von Tauchern zu Guides und natürlich die Preise. Für uns persönlich passte das Gesamtpaket bei beiden Anbietern nicht, was natürlich nicht bedeutet, dass diese Tauchbasen für jeden die falsche Wahl sind.


Wir bevorzugen kleinere, familiäre Anbieter mit kleineren Gruppen. Durch Zufall stießen wir auf die japanische Tauchschule Cruise Control.


Schon beim ersten Besuch stimmte für uns die Chemie: top gepflegtes Equipment, saubere Räumlichkeiten, ein professioneller Eindruck und vor allem genügend Zeit für unsere Fragen. Wir wurden ernst genommen und fühlten uns gut aufgehoben. Also vereinbarten wir kurzerhand unsere ersten Tauchgänge für den nächsten Morgen.


Der Tipp, den wir dir nur ans Herz legen können: Schau dir die Tauchschulen vor Ort an. Wenn du ein ungutes Gefühl hast, wenn die Tauchschule einen dubiosen Eindruck macht, du dich zu irgendwas überredet fühlst, was du eigentlich nicht machen willst, oder dich gestresst fühlst, sag Stopp! Du ganz alleine entscheidest, wann du was machen willst.


Du solltest die Kontrolle haben und wissen was du tust. Du bist verantwortlich für dich und dein Leben. Du solltest wissen, was auf dich zukommt, dich mit Equipment und den Tauchvorgängen auskennen, damit unter Wasser nichts passiert. Es gibt Risiken beim Tauchen, aber es liegt zum größten Teil in deiner Hand, diese zu vermeiden.


Unsere Wahl: Die Tauchschule Cruise Control


Anmerkung: Wir empfehlen diese Tauchbasis, weil wir dort ausschließlich gute Erfahrungen gemacht haben. Wir sind keine Kooperation eingegangen und haben alles aus eigener Tasche gezahlt.


Diese Tauchbasis ist auf japanisches Klientel spezialisiert, einige Guides sprechen allerdings etwas Englisch. Da man auf Palau meist sowieso fortgeschrittener Taucher ist, reicht die Kommunikation vollkommen aus.


Die Gruppen sind bei Cruise Control eher klein. Wir waren maximal zu fünft tauchen. Ein Guide und 4 Taucher, die meiste Zeit tauchten wir allerdings zu dritt. Hermann, ich und unser Guide Maiko oder Yuka. Die Boote fahren jeweils morgens gegen 5:30 Uhr zu den Early Morning Dives (EMD) und gegen 9:00 Uhr zu den normalen Tauchgängen (NT) raus.


Die Early Morning Dives bestehen aus je 2 Tauchgängen. Möchte man danach noch einen oder zwei weitere absolvieren, kann man, sofern man vorher weitere Tauchgänge gebucht hat, auf ein anderes Boot wechseln. Sag einfach bei deiner Buchung Bescheid, wie viele Tauchgänge pro Tag du unternehmen möchtest.


Vor Ort wird darauf eingegangen und das Bestmögliche versucht, deinen Wunsch zu verwirklichen. Die Boote, die gegen 9:00 Uhr rausfahren, bieten 3–4 Tauchgänge pro Tag an. Auch hier kommt es allerdings darauf an, wie viele Taucher was genau gebucht haben.

  • Tauch Crew auf Palau
    Tauch Crew auf Palau
  • Sonnenaufgang Palau
    Sonnenaufgang Palau

Die Taucher haben hier volles Mitspracherecht und können Wünsche zu bestimmten Tauchplätzen äußern.

Am Tag des Tauchens wird dann je nach Wetter, Strömung, Ebbe und Flut entschieden, ob der Tauchspot überhaupt angefahren werden kann.

Tauchboot von oben auf Palau
Unser Tauchboot an einem der spektakulären Tauchspots auf Palau

Was wir auf den Trauminseln von Palau sonst noch erlebten und unsere besten Tipps:


Fakten zum Tauchen mit Cruise Control

  • Nitrox ist bei allen Tauchgängen ohne Aufpreis mit dabei

  • Bei den Early Morning Dives gibt es Frühstück, heiße und kalte Getränke und ein Lunch inklusive

  • Bei den normalen Tauchgängen gibt es heiße und kalte Getränke und eine Bento-Box

  • Bei Cruise Control bekommt man eine wind- und wasserabweisende Jacke (Neoprenjacke) gratis dazu, was ein wahrer Luxus auf dem Tauchboot ist und wir so zuvor bei keiner Tauchschule erlebt haben

  • Ebenso gibt es im Tauchshop Trockenbeutel (Drybags) in verschiedenen Größen, die man gratis nutzen kann

  • Vor jedem Tauchgang wird die Strömung von den Guides gecheckt. Ist diese zu stark, kann es passieren, dass der Tauchspot spontan geändert wird

  • Equipment kann bei Cruise Control gebucht werden. Die gesamte Ausrüstung kostet 55 $/Tag. Ein Tauchcomputer kostet noch einmal 16,5 $ extra, eine Taschenlampe 5 $

  • Ein Tauchgang kostet bei Cruise Control 88 $, ein Early Morning Dive 110 $

  • Ein Abholservice vom und zum Hotel ist inklusive

  • Vor und nach dem Tauchgang hat man in der Tauchbasis die Wahl zwischen heißen und kalten Getränken, Tee, Kaffee, Säften und Wasser

  • Ein weiteres Gimmick ist, dass Dutzende Stempel bereitliegen, mit denen du dein Logbuch abstempeln kannst. Typisch japanisch.


Manta Rochen mit unzähligen Tauchern auf Palau

Tauchen auf Palau: Alle Tipps

Tauchpermit für Palau


Für Tauchgänge rund um die Rock Islands benötigst du ein Permit des Bundesstaates Koror. Es kostet 50 $ pro Person, ist für 5 Tage gültig und schließt das Tauchen sowie Schnorcheln in den ausgewiesenen Gebieten ein. Oft muss man diese Summe vor Ort bei der Tauchschule in bar bezahlen.


Open Water oder Advanced?

Mit Open Water Schein kann man auf Palau einige wenige Tauchplätze, u. a. den German Channel, erkunden.

Viele der beliebten Tauchspots liegen allerdings unter 18 Metern, der Grenze, die man mit dem Open Water tauchen darf. Zudem hat man bei fast allen Tauchgängen immer mal wieder mit starker Strömung zu kämpfen und muss eventuell einen Riffhaken benutzen. Gute Buoyancy (eigener Auftrieb) ist wie immer von Vorteil, damit man die empfindlichen Korallen nicht zerstört. Deswegen würden wir Tauchen auf Palau mit Advanced Open Water empfehlen.


Nitrox


Auf Palau bieten viele Tauchschulen Nitrox (gratis) an, was bei fortgeschrittenen Tauchern mit den entsprechenden Zertifikaten natürlich maximale Freude verursacht. Nitrox enthält mehr Sauerstoff und weniger Stickstoff als normale Atemluft. Dadurch nimmt der Körper bei vergleichbaren Tauchprofilen weniger Stickstoff auf.


Tauchcomputer


Da auf Palau mit Tauchcomputer getaucht werden muss, wäre es von Vorteil, schon einmal mit einem Computer getaucht zu haben und ihn bedienen zu können. Am besten ist es, gleich seinen eigenen mitzubringen.


Strömungen


An den bekannten Tauchspots Palaus können teils starke und wechselnde Strömungen auftreten, weshalb ausreichend Taucherfahrung und die Einschätzung der Bedingungen durch den Guide besonders wichtig sind.


Ohne Guide tauchen


Auf Palau ist es nicht erlaubt, alleine mit seinem Buddy tauchen zu gehen. Es muss immer ein Guide dabei sein.


Abholung vom Hotel


Fast alle Tauchschulen bieten eine kostenlose Abholung, meist in einem Kleinbus, von Unterkünften und Hotels in Koror an. Die genaue Uhrzeit wird im Voraus kommuniziert. Man trifft sich vor dem Hoteleingang.


Tauchpreise


Die Preise für zwei Bootstauchgänge liegen zwischen 175 und 240 US$ pro Person, je nach Anbieter und Buchungsumfang. Hinzu kommen die Kosten für Equipment und Tauchcomputer. Diese liegen im Schnitt bei 50–60 $ pro Tag.


Tauchversicherung


Prüfe, ob deine Reiseversicherung Tauchunfälle, Druckkammerbehandlungen und medizinische Evakuierungen abdeckt. Unser Tipp: eine spezielle Tauchversicherung bei DAN (Divers Alert Network). Diese haben wir selbst auch.


Trubel unter Wasser


Die meisten Touristen kommen zum Tauchen nach Palau, deshalb kann es an einigen Spots und zu bestimmten Uhrzeiten recht voll werden. Zu Spitzenzeiten sahen wir 14 Tauchboote an einem Tauchplatz und viele Taucher, die nach dem Auftauchen lange auf ihr Boot warten mussten. Aus diesem Grund muss bei jedem Tauchgang eine Markierboje benutzt werden. Safety first.


Tauchboot auf Palau

6 empfehlenswerte Tauchplätze auf Palau

Damit du einen besseren Eindruck von den einzelnen Tauchplätzen bekommst, haben wir sie mit 1 bis 5 Sternen bewertet. Ein Stern bedeutet eher so lala, fünf Sterne waren der absolute Wahnsinn. Denk aber daran, dass die Bewertungen unsere ganz persönlichen Eindrücke widerspiegeln.


Auch unter Wasser ist kein Tag wie der andere: Welche Meeresbewohner du zu Gesicht bekommst, hängt unter anderem von der Jahreszeit, den Gezeiten und natürlich einer guten Portion Glück ab.

  • Kati und Hermann beim Tauchen
    Kati und Hermann beim Tauchen
  • Garden Eels
    Garden Eels

Tauchplatz Nr. 1: German Channel: Manta Cleaning Station

Fazit: Toller Tauchgang um Mantas ganz nah zu sein, kann aber voll werden.

  • Open Water/Advanced: 10–25 Meter


Der German Channel liegt etwa 50 Minuten Bootsfahrt von Koror entfernt und sollte am besten ganz früh morgens angefahren werden. Zum einen wegen der geringeren Anzahl der Tauchboote, aber auch wegen der größeren Chance, Mantas zu begegnen.


Wir waren insgesamt 5 Mal am German Channel tauchen und sahen 3 Mal davon Mantas. Nicht nur einen, sondern bis zu 7 Tiere, die teils nur eine Armlänge von uns entfernt durch den Ozean schwebten. Definitiv Momente unter Wasser, die wir nie vergessen werden.


Zudem findet man am German Channel unzählige putzige Röhrenaale (Garden Eels). Wir sahen Stachelrochen, Muränen, Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Grauriffhaie, Clownfische und Dutzende andere bunte Rifffische. Korallen gibt es am German Channel einige zu sehen, jedoch liegt das Hauptmerkmal bei den Mantas, denen man am besten vor den sandigen Passagen auf etwa 10–20 Metern begegnen kann.


Strömung kann an diesem Tauchplatz durchaus vorhanden sein. Ein Mal hatten wir etwas zu kämpfen, vier Mal war nichts zu spüren.

  • Manta
    Manta
  • Fischschwarm
    Fischschwarm

Tauchplatz Nr. 2: Grasslands

Fazit: Schöner Tauchspot mit geringer Strömung und einer großen Artenvielfalt

  • Advanced: 20–25 Meter


Etwa eine 45-minütige Fahrt von Koror entfernt liegt der schöne Grasslands Tauchspot. Tolle, lebendige Korallen, sehr abwechslungsreich, riesige Fächerkorallen und farbenfrohe Riffe. Dazu Unmengen an kleinen putzigen Garden Eels, die ihre Köpfchen aus dem Sand stecken, Napoleonfische, große Fischschwärme, Trevallies, Drückerfische, Schildkröten, Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Grauriffhaie, Papageienfische.


Auf diesem Tauchgang begegneten wir unzähligen Meeresbewohnern und konnten uns zudem an den wunderschönen Korallen sattsehen. Besonders begeistert haben uns hier die großen Fächer, die teilweise einen Radius von knapp 2 Metern hatten.


Die Besonderheit am Grasslands Tauchplatz ist, dass etwa 3–4 Tage vor dem Neumond ein seltenes Naturphänomen an diesem Tauchplatz stattfindet, bei dem sich Tausende Fische genau an diesem Ort tummeln.

  • Fischschwarm
    Fischschwarm
  • Tintenfisch
    Tintenfisch

Tauchplatz Nr. 3: Siaes Corner

Fazit: Toller Tauchgang an der Wand, farbenfrohe Weichkorallen, Dutzende Fische und riesige Schwärme

  • Advanced/Deep Diver: Strömungstauchgang – bis 40 Meter


Etwa eine 45-minütige Fahrt von Koror entfernt liegt die beeindruckende Siaes Corner. Beeindruckender Tauchgang direkt an einer riesigen Wall mit tiefem Abgrund/Drop-off. Lebendige, farbenfrohe Weichkorallen, große Fächer, Unmengen an Fischen, Dutzende verschiedene Arten. Gut zu wissen: Die größte Chance auf viele Fische hat man an der Siaes Corner zur eintretenden Flut.

Thunfische, Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Grauriffhaie in nächster Nähe, riesengroße Fischschwärme, Schulen von bunten Riff- oder Falterfischen, Zackenbarsche, Kugelfische, Schildkröten. Alles voll, überall. Egal, wo man hinschaut, man ist von Leben umgeben. Wir tauchten hier zum ersten Mal mit Dutzenden Haien in unserer direkten Nähe. Ein wirklich unbeschreibliches Gefühl.


Bei zu starker Strömung ist die Nutzung des Riffhakens hier unumgänglich. Wir hatten allerdings Glück und konnten bei schwacher Strömung an der Wand entlang cruisen.

Das Riff ist hier sehr intakt und man kann nach dem Enthaken die bunten Weichkorallen bewundern. Der Siaes Corner Dive ähnelt dem an der Blue Corner.

  • Hermann von Bunt um die Welt mit Schildkröte
    Hermann von Bunt um die Welt mit Schildkröte
  • Fischschwarm
    Fischschwarm

Tauchspot Nr. 4: Blue Corner

Fazit: Abenteuerlicher Strömungstauchgang mit Dutzenden Haien

  • Advanced: Strömungstauchgang – bis 30 Meter


Blue Corner liegt in der Nähe der Insel Ngemelis, etwa 45 Kilometer von Koror entfernt. Die Fahrtzeit beträgt etwa 1 Stunde mit dem Speedboot.


Der Blue Corner Tauchspot gehört zu den beliebtesten Tauchplätzen auf Palau und wurde sogar schon zu den schönsten Tauchplätzen der Welt gekürt.

Acht Mal waren wir hier insgesamt tauchen und jeder Tauchgang war einfach nur wunderbar. Wir tauchten an der Riffwand entlang und waren umgeben von riesigen Barrakudaschwärmen, Makrelen, den größten Thunfischen, die wir je gesehen haben, oder großen Schwärmen mit Hunderten Halfterfischen, die Mitte Januar gerade ihre Paarungszeit haben und denen wir beim Tänzeln im Wasser aus nächster Nähe zusehen durften.


Verschiedene Schildkröten, zutrauliche Napoleon-Lippfische, Weißspitzen-, Schwarzspitzen- und Grauriffhaie – mit etwas Glück begegnet man bei diesem Strömungstauchgang an der Steilwand bis zu 13 verschiedenen Haiarten, darunter auch Hammer- oder Walhaien.



  • Halfterfische
    Halfterfische
  • Zwei Haie in der Ferne
    Zwei Haie in der Ferne

Große Büffelkopf Papageifische besuchten uns genauso wie skurril aussehende, durchsichtige Quallen, deren Innereien dunkel schimmerten, oder Hunderte Zackenbarsche, die ihre Runden um uns drehten.


Ist die Strömung zu stark, sodass man den Riffhaken benutzen muss, gibt es unter den Tauchschulen eine Absprache, dass man in dem Fall nicht mehr an der Wand entlang tauchen darf, um den anderen Tauchern das Spektakel nicht zu verderben. In dem Fall muss also ebenfalls gehooked werden.


Napoleon Fisch an der Blue Corner

Gut zu wissen: Die Strömung kann sich an der Blue Corner jederzeit ändern und plötzlich aus einer anderen Richtung kommen. Und da ist es egal, ob von oben, unten oder der Seite. Stell dich auf jeden Fall auf einen Strömungstauchgang mit teils starker Strömung ein. Ich wurde bei einem Tauchgang von der Strömung mehrere Meter nach oben gerissen, und das, obwohl ich direkt neben Hermann und unserem Guide getaucht bin.


Kleiner Wehmutstropfen: An der Stelle, an der sich die Taucher einhaken, ist über die Zeit viel Schaden entstanden. Tote Korallen und ein leider recht trostloser Anblick. Zur Rushhour ist es teilweise extrem voll unter Wasser. Wir fanden es erschreckend anzusehen, dass viele Taucher (gerade die mit den großen Kameras) sich teils auf die Korallen legten oder mit ihren Flossen Halt suchten, um einen tollen Schnappschuss zu kriegen.


Für uns persönlich ist es ein No-Go, Korallen/Meeresbewohner anzufassen, und wir würden uns wünschen, dass sich mehr Taucher diesen Respekt vor der Natur bewahren würden.

  • Fischschwarm
    Fischschwarm
  • Hai und kleine Fische
    Hai und kleine Fische

Tauchspot Nr. 5: Chandelier Cave

Fazit: Spektakulärer Höhlentauchgang, inklusive dem Auftauchen in den Stalaktitkammern

  • Open Water/Advanced: Höhlentauchgang – zwischen 3 und 18 m


Die Chandelier Cave liegt nur wenige Minuten mit dem Boot von Koror entfernt und ist ein ganz besonderes Taucherlebnis auf Palau. Das Kalksteinhöhlensystem besteht aus mehreren miteinander verbundenen Kammern. In den Kammern tauchten wir auf, um die beeindruckenden Stalaktiten zu bewundern, die von den Decken hängen und der Höhle ihren Namen geben. Der absolute Wahnsinn! Besonders faszinierend fanden wir außerdem die Lichteffekte, die durch die Mischung von Süß- und Salzwasser entstehen.


Gut zu wissen: Der Tauchgang ist mit etwa 3 bis 18 Metern relativ flach. Trotzdem sollte man sich in geschlossenen Räumen wohlfühlen und seine Tarierung gut kontrollieren können. Eine eigene Tauchlampe würden wir unbedingt empfehlen, da es im Inneren stockdunkel werden kann. Bleib nah bei deinem Guide und berühre weder die empfindlichen Tropfsteinformationen noch den Höhlenboden.


Am Höhleneingang kann man mit etwas Glück Mandarinfische beobachten, während sich in den Spalten der Höhlenwände kleine Garnelen und Krabben verstecken.


Tipp: Vorab bei der Tauchschule nachfragen, ob sie Open Water akzeptiert. Die Anforderungen können je nach Anbieter unterschiedlich sein.


  • In der Chandelier Höhle
    In der Chandelier Höhle
  • Stalaktiten der Chandelier Höhle
    Stalaktiten der Chandelier Höhle

Tauchspot Nr. 6: Blue Hole

Fazit: Fantastische Lichtspiele in offenen Riffhöhlen, guter Ort um Disco Clams zu sehen, sonst aber wenig Fische.

  • Advanced: Strömungstauchgang – bis 35 m, das meiste spielt sich auf 15–25 m ab


Von Koror aus bist du mit dem Tauchboot ungefähr 45 bis 60 Minuten unterwegs. Der Tauchplatz ist für seine vier miteinander verbundenen, senkrechten Öffnungen im Riff bekannt, durch die das Sonnenlicht ins tiefblaue Wasser fällt und beeindruckende Lichtspiele entstehen.


Wir tauchten entlang der steil abfallenden, dunklen Riffwände, sahen Riffhaie, Zackenbarsche, Drückerfische und große Fischschwärme, die an uns vorbeizogen, und hatten sogar Glück, eine knallrote Disco Clam zu Gesicht zu bekommen, deren schimmernde Lichtreflexe wie winzige Blitze aufleuchten. Durch eine der großen Öffnungen ging es schließlich zu den umliegenden Steilwänden und hinaus ins offene Blau.


Wir fanden den Blue Hole Tauchgang so gut, dass wir mehrere Male dort waren.


  • am Blue Hole auf Palau
    am Blue Hole auf Palau
  • Blue Hole Tauchgang
    Blue Hole Tauchgang

Die sechs oben genannten Tauchplätze, an denen wir waren, können wir ohne Vorbehalte weiterempfehlen. Jeder unserer 25+ Tauchgänge war ein voller Erfolg und wir sahen jedes Mal Großfische. Dutzende. Fischtechnisch war Palau neben den Salomonen das schönste Land, in dem wir bis jetzt tauchen waren.


Bitte beachten: Du kannst mehrere Male am gleichen Tauchplatz tauchen und wirst immer eine komplett andere Erfahrung machen. Die Sichtungen, die wir hatten, sind nicht garantiert.

Auf Palau gibt es Dutzende weitere empfehlenswerte Tauchplätze, z. B. den Ulong Channel oder die Peleliu Wall auf der benachbarten Insel Peleliu.


Riffhaken beim Tauchen. Was ist das und wie benutzt man ihn?

Ist die Strömung zu stark, um sich nur anhand seiner Buoyancy (Auftrieb) an einem Ort aufzuhalten, nutzt man einen Riffhaken. Diesen Haken, an dem ein etwa 2–4 m langes Seil gebunden ist, hakt man an einer geeigneten Stelle (vorzugsweise ein Loch oder eine Wulst im Stein, nie an lebendigen Korallen) ein. Nachdem man dann etwas Luft in sein BCD geblasen hat, schwebt man quasi in der Strömung und kann sich das Fischspektakel direkt vor seinen Augen ansehen.


Je entspannter und ruhiger sich die Taucher dabei verhalten, desto größer ist die Chance, dass sich Meeresbewohner einem nähern.

Der Riffhaken wurde erfunden, um die Riffe vor weiteren Beschädigungen zu schützen. Das Problem daran ist, dass dies nicht immer gelingt, da die Strömung teils so stark ist, dass man sich an den (toten) Korallen an die Stelle ziehen muss, an der man sich einhaken möchte.


Dabei lebendige Korallen zu beschädigen, geht leider ruckzuck. Zudem kann die Strömung einen während des Tauchgangs mit dem Riffhaken auch runter auf die Korallen drücken.

Riffhaken Tauchgang auf Palau
Unser erster Riffhaken Tauchgang auf Palau
  • Vorteile: Man verbraucht weniger Sauerstoff, da man sich weniger anstrengt. Man kann sich trotz starker Strömung das Spektakel unter Wasser anschauen. Man schützt die Korallen.

  • Nachteile: Die Korallen, die eigentlich durch Riffhaken Tauchgänge geschützt werden sollen, leiden trotzdem.


Liveaboard Tauchboote auf Palau

Liveaboards sind schwimmende Hotels für Taucher. Du wohnst direkt an Bord und erreichst die Tauchplätze entweder vom Schiff aus oder mit einem kleineren Beiboot. Der Tagesablauf dreht sich ganz ums Tauchen, mit meist drei bis vier geplanten Tauchgängen täglich. Unterkunft und Vollpension sind in der Regel im Preis enthalten.


Auf Palau gibt es mehrere Liveaboards mit Touren von etwa sieben bis zehn Nächten oder länger. Bei den klassischen Routen stehen vor allem die bekannten Tauchplätze rund um die Rock Islands und Peleliu auf dem Programm. Da viele dieser Spots auch von den Tauchbasen in Koror angefahren werden, ist ein Liveaboard nicht automatisch die bessere Wahl. Gerade bei kürzeren Touren lohnt es sich, die Route genau anzusehen: Wie viele unterschiedliche Tauchplätze werden besucht, und führt die Tour tatsächlich in abgelegenere Gebiete?


Längere Expeditionen können weitere, weniger besuchte Regionen einschließen. Das hängt jedoch vom jeweiligen Anbieter und der konkreten Route ab.

Vorteile:


  • Man hat sein Hotel quasi auf dem Wasser und die Tauchplätze direkt vor der Tür

  • Man spart sich die lange (1 Stunde je Richtung) Anfahrt zu den Tauchspots

  • Man kann es sich in netter Gruppe/mit Freunden gut gehen lassen und den Tauchurlaub in familiärer Atmosphäre genießen

  • Bist du Tauchfanatiker, ist ein Liveaboard genau das Richtige. 4 oder gar 5 Tauchgänge pro Tag? Das lässt sich von den Liveaboard-Schiffen oft einfacher bewerkstelligen

  • Ab den 10 Tages Touren werden abgelegenere Tauchplätze angefahren


Nachteile:


  • Bei den 7 Tages Touren liegen die Schiffe so gut wie immer rund um Koror/die Rock Islands auf Anker

  • Man fährt genau die gleichen Tauchspots an, die von den anderen Anbietern angefahren werden

  • Obwohl man bei den kürzeren Touren „dasselbe“ wie beim Tauchen von Land geboten bekommt, sind die Preise mit etwa 3.500–4.500 US$ p. P. recht hoch

  • Man wohnt oft in einer kleinen Budget Kajüte


  • Kati und Hermann von Bunt um die Welt vor einem Tauchgang
    Kati und Hermann von Bunt um die Welt vor einem Tauchgang
  • Kati und Hermann von Bunt um die Welt beim Tauchen
    Kati und Hermann von Bunt um die Welt beim Tauchen

Das waren sie, unsere gesamten Tipps und alles Wissenswerte rund um das Tauchen auf Palau.


Wir waren inzwischen schon zwei Mal auf Palau und sind uns ziemlich sicher, dass es auch ein drittes Mal geben wird. Die Unterwasserwelt hat uns einfach geflasht. Spektakuläre Steilwände, riesige Fischschwärme, Haie, Mantas und Tauchplätze, die unterschiedlicher kaum sein könnten.


Palau von oben

Palau ist für uns eines dieser Reiseziele, bei denen man nach jedem Tauchgang am liebsten direkt wieder ins Wasser springen möchte. Natürlich hängt das Erlebnis immer auch von den Bedingungen und der Wahl der Tauchplätze ab. Trotzdem können wir das Tauchen auf Palau uneingeschränkt empfehlen. Wenn du die Unterwasserwelt liebst und Lust auf außergewöhnliche Begegnungen hast, gehört Palau definitiv auf deine Liste!


Du planst deine eigene Reise nach Palau und suchst noch mehr Tipps? Dann schau auch in unsere anderen Blogartikel. Dort findest du alles, was du für deine Reiseplanung wissen musst, unsere persönlichen Highlights und Ausflugstipps sowie praktische Spartipps.


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