Davit Garedscha: Dein Guide für einen gelungenen Tagesausflug

Aktualisiert: 7. Dez 2019


Die Höhlenstadt Davit Gareja (oder Davit Garedscha, David Gareja bzw. Davit Gareji) ist ein georgisch-orthodoxer Klosterkomplex in Georgien, dessen Geschichte bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht. Ca. 70 Kilometer von der Hauptstadt Tiflis entfernt - auf einem Hügel gelegen - thront dieser ehemals so wichtige Teil der Geschichte Georgiens über einer Steppenlandschaft an der Grenze zu Aserbaidschan.


Das Gelände ist weitläufig, gut zu Fuß zu erkunden und es erwarten einen verschiedene Kirchen, ehemalige Kapellen, jahrhunderte alte Überbleibsel der Wandmalereien und Wohnhöhlen. Der Eintritt ist kostenlos.

Unsere Tipps zur Anfahrt aus Tiflis, was es genau zu sehen gibt und ob sich eine Fahrt bzw. ein Tagesausflug zum Höhlenkloster lohnt. Dein Guide für einen gelungenen Tagesausflug nach Davit Garedscha; all das und noch viel mehr gibt's in diesem Blogpost.

Preise und Umrechnungskurse - Stand Juli 2018.



In diesem Artikel findest du:


Lage und Anfahrt Geschichte Sehenswertes Landschaft Unser Fazit



Lage und Anfahrt: Wie komme ich am besten zum Höhlenkloster?


Als Tagesausflug von Tiflis ist ein Besuch im Höhlenkloster Davit Gareja unbedingt zu empfehlen. Raus aus dem Großstadtdschungel, rein in die Abgeschiedenheit im Grenzgebiet zu Aserbaidschan. Ca. 70 Kilometer südöstlich von Tiflis, in der Kakheti Region - liegt das Höhlenkloster mitten im Nirgendwo.


Ein Teil des Komplexes liegt auf aserbaidschanischer Seite und bis heute gibt es einen Disput mit der Regierung Georgiens. Wundere dich daher nicht, bewaffneten Soldaten zu begegnen.


Anfahrt aus Tiflis


Mit eigenem Fahrzeug


Die Anfahrt aus Tiflis ist entweder mit einem eigenen Wagen möglich - ein Allradwagen wäre von Vorteil, ohne kommt man allerdings auch nach David Garedscha. Die Fahrzeit beträgt etwas über eine Stunde. Anfangs fährt man noch auf einer Asphaltstraße, die dann in eine teils holprigen Schotterpiste übergeht. Wir nahmen den Weg über Rustavi und konnten so die Schönheit der Steppe und Einsamkeit schon vor der Ankunft genießen.


Achtung: Die Straßen hier sind in schlechtem Zustand, ein Allrad würden wir empfehlen. Mit einem normalen Fahrzeug ist der Weg über Sagarejo geeigneter. GPS oder eine Navigations-App ist von Vorteil, da die Straßenbeschilderung fast nicht vorhanden ist.

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Mit der Marschrutka


Wenn man ohne Auto unterwegs ist, gibt es noch die Möglichkeit mit dem Kleinbus (Marschrutka) aus Tiflis anzureisen. Diese fahren ab dem Pushkin Platz/Liberty Platz ab. Kosten pro Person: 25 GEL hin und zurück (8,70 €), Fahrzeit auch hier etwas über eine Stunde, kann sich aber auch länger ziehen.


Die Davit Gareja Linie fährt täglich vom 14.04. bis zum 15.10. gegen 11 Uhr vormittags los. Ankunft am Abend in Tiflis ist dann gegen 19 Uhr. Weitere Infos gibt es beim Visitor Information Centre direkt am Pushkin Platz.


Mit dem Taxi

Man kann sich natürlich auch ein Taxi oder einen privaten Fahrer mieten. Preise sind hier Verhandlungsbasis, ab ca. 100 GEL pro Taxi (34,70 €). Inklusive 2-3 Stunden Wartezeit des Fahrers vor Ort. Wenn man zu viert unterwegs ist, würde sich der Komfort vom eigenen Fahrer fast auszahlen.


Mit einem Touranbieter

Man könnte auch eine geführte Tour ab Tiflis buchen, die Preise hierfür sind aber um ein Vielfaches höher, als wenn man auf eigene Faust anreist. Ab 100 GEL (34,70 €) pro Person.

Unserer Meinung nach lohnt sich eine geführte Tour nicht, denn die Anreise auf eigene Faust ist unproblematisch, abenteuerlich und das Gelände lässt sich gut alleine zu Fuß erkunden.

Traumhafte und abgeschiedene Landschaften rund um das Kloster

Die beeindruckende Geschichte Davit Garedschas


Die Geschichte des Davit Garedscha Klosters reicht bis in das 6. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit wurde das Kloster von Assyrien Priestern gebaut, um das Christentum in Georgien zu stärken.


Der altertümliche Komplex besteht aus 13-15 Klöstern, die auf dem Gelände verstreut liegen. Der untere Bereich des Komplexes, die Lavra wurde in der Sowjetzeit restauriert und heute leben wieder 10 Mönche permanent auf dem Gelände. Trotz der kargen Landschaft und der Lage des Klosters, spielte es über Jahrhunderte eine große Rolle in der Geschichte Georgiens.

1921, nach der Übernahme der Bolscheviki wurde das Kloster geschlossen und stand für lange Zeit leer. Zu Sowjetzeiten wurde das weitläufige Gelände um das Kloster sogar zeitweise als Trainingsgelände für das Militär genutzt. Nach Ende der Sowjetzeit protestierten zehntausende Georgier gegen die Militäreinsätze; der Komplex wurde wieder hergerichtet und wird heute wie gesagt wieder aktiv als Kloster genutzt.

Dadurch, dass ein Teil des Höhlenklosters (Udabno) auf aserbaidschanischem Boden liegt, gibt es seit 1991 andauernde Verhandlungen zwischen beiden Ländern. Aufgrund der Unstimmigkeiten begegnet man vor Ort immer mal wieder bewaffneten Soldaten.

Sehenswertes: Welche Highlights gibt es?


Der erste Bereich, den man bei seinem Besuch besichtigen wird, ist die Lavra, der einzige noch bewohnte Bereich des Klosters. Eine kleine Kirche, ein Kloster, zwei Türme und die Wohnräume der Mönche befinden sich hier. Die Gebäude scheinen sich hier perfekt in die Landschaft einzufügen, die Farbe der Steine, die Dächer.


Dazu die dunklen Löcher, die sich an der schrägen Bergwand entlang befinden und den Eingangsbereich bzw. die Fenster der Höhlenräume darstellen, dazu die Umrisse der Berge am Horizont. Ein wirklich schöner Ausblick.


Geht man danach am Kirchen Shop vorbei, schlängelt sich ein kleiner Trampelpfad auf den Hügel. Achtung: Dadurch, dass der Weg recht sandig ist, kann es rutschig werden. Einfach dem Weg folgen und nach einem kurzen Marsch bergauf gelangt man an die "Höhlenkloster-Wand" auch Udabno genannt.


In dieser Wand befinden sich Dutzende eingemeißelte alte Wohnräume, Kirchen, Gebetsräume mit teils gut erhaltenen Fresken/Wandmalereien aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

Zudem kann man die atemberaubende Steppenlandschaft von dort oben am besten genießen. Es gibt einen Hauptweg, der etwas unterhalb der ganzen Höhlen entlangführt, wir würden aber empfehlen nach oben zu steigen und die verschiedenen Höhlen mal genauer zu erkunden.

Die Höhlen sind teils nummeriert, uns hat Höhle Nummer 42 am besten gefallen. Hier waren die Wandmalereien am beeindruckendsten und am besten erhalten. Der Weg in die Höhle ist etwas beschwerlich. Ich hatte mit meiner Höhenangst zu kämpfen, Hermann half mir allerdings den großen Schritt über den Abgrund zu wagen. Es lohnt sich!


Weiter geht es entlang des Pfades, bis man an der Kirche auf dem Hügel ankommt. Dort patroullieren Soldaten, die aber freundlich grüßen und gerne ein Pläuschchen halten. Folgt man dem Pfad weiter, geht es stetig bergab, an Wiesen und Blumen vorbei und man gelangt wieder zum Ausgangspunkt zur Lavra bzw. dem Parkplatz.


Der Weg ist beidseitig begehbar, d.h. es ist egal, ob man vom Parkplatz rechts- oder linksrum läuft.

Selbst, wenn auf dem Parkplatz ein, zwei Reisebusse stehen sollten, verlaufen sich die Massen auf dem großen Gelände recht gut, so dass man so ziemlich überall seine Ruhe hat. Wir waren Anfang Juli zur Hauptsaison dort und hatten nicht das Gefühl, dass es sonderlich überlaufen war.

Im kleinen Shop in der Nähe des Parkplatzes verkaufen die Mönche selbstgemachten Wein. Pro Jahr werden nur wenige hundert Flaschen produziert, sorgfältig nummeriert und dann für 30 GEL (10,40 €) an den Mann gebracht.

Zeitlich gesehen haben wir um die drei Stunden das Gelände erkundet, viele Fotos geschossen, die Aussichten genossen und uns nicht gehetzt.


Spektakuläre Landschaften

Davit Garedscha war der erste Stop unseres Roadtrips und wir müssen beide sagen: Besser hätte er nicht starten können. Die Anfahrt über die holprige Schotterpiste, die Weite, der Blick vom Kloster auf mehrfarbige Hügel, die wie eine Miniaturausgabe des bunten Rainbowmountains in Peru aussahen.

Hunderte blühender Gebirgsblümchen, saftiges Gras auf der einen Seite. Auf der anderen eine endlose, fast unberührte Steppenlandschaft, fast schon Halbwüste, die gold-gelb im Sonnenlicht glänzte.

Blick auf Aserbaidschan

Tipp: Wenn du im Hochsommer (Juni-August) anreist: Temperaturen um die 40 Grad sind hier keine Seltenheit. Unbedingt Kopfbedeckung, genug Wasser und Sonnencreme einpacken.

Die Region bietet außerdem optimale Lebensverhältnisse für Schlangen und Echsen. Die alten Höhlen und Felsspalten dienen hier als Lebensraum, daher sollte man aufpassen wohin man tritt. Zudem begegneten uns viele brummende Insekten, fleißige Bienchen und die verschiedensten Vögel, darunter auch Greifvögel.

Unser Fazit


Wir hätten uns keinen besseren Start in Georgien wünschen können und können dir einen Besuch im Höhlenkloster Davit Garedscha nur empfehlen.

Egal, ob als Tagesausflug, oder als Teil deines ganz eigenen Roadtrips. Die Anfahrt aus Tiflis dauert nicht allzu lange und schon bei der Anreise ist man umgeben von wunderschöner Natur. Die Landschaft, die Höhlen und die Geschichte haben bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen.


Wir hoffen, unser Davit Garedscha Guide hat dir weitergeholfen und wünschen ganz viel Spaß bei deiner Reise nach Georgien und zum Kloster.



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Kati &   Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben.

 

Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

Kati + Hermann

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