Mit dem Campervan durch Japan: Alle Infos & Tipps

Aktualisiert: vor 4 Tagen
Update 2026: Wir haben den Artikel komplett überarbeitet und alle Information sind wieder auf dem neusten Stand.
Japan ist sicher nicht das erste Land, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Roadtrip, Campervan oder Vanlife denkt. Wir können aber schon vorwegnehmen: Es lohnt sich. Und zwar so was von! Wir waren insgesamt 3,5 Monate auf drei Roadtrips in Japan unterwegs und würden sofort wieder losfahren.
Während in Neuseeland oder Australien Zehntausende Touristen mit dem Camper unterwegs sind, hält sich diese Art des Reisens in Japan noch in Grenzen. Gerade wenn du entlegenere Regionen wie Hokkaido oder Shikoku abseits der Hauptreisezeiten ansteuerst, kann es passieren, dass du kaum westlichen Touristen begegnest.
Genau das Richtige für alle, die es auf Reisen gerne etwas ruhiger und authentischer mögen, viel Zeit in der Natur verbringen und Japan abseits der großen Metropolen kennenlernen möchten. Das Land ist sicher, die Landschaft unglaublich abwechslungsreich und ein Campervan bietet dir die Freiheit, Japan auf eigene Faust zu entdecken.
Doch was gibt es beim Campervan in Japan zu beachten? Reicht mein deutscher Führerschein? Welche Route lohnt sich? Wie sieht es mit dem Linksverkehr, dem Übernachten und Campen, einem möglichen Schadensfall oder den Mautgebühren aus?
In diesem Blogartikel verraten wir dir unsere Erfahrungen, teilen die wichtigsten Tipps und zeigen dir, was du über einen Campervan-Roadtrip durch Japan wissen musst, damit auch deine Reise entspannt und unvergesslich wird.

In diesem Blogartikel findest du:
Der Campervan
Als Erstes brauchst du natürlich einen Campervan/Auto/Wohnmobil für dein ganz persönliches Abenteuer. Je nach Geschmack und Fülle deines Geldbeutels kannst du frei wählen.
Es gibt einige Anbieter, deren Webseiten sich auch auf Englisch anzeigen lassen, z.B.. Japancampers oder Travellers Autobarn
Die Preise variieren und die günstigsten Modelle, die so genannten Miniaturvans, starten bei etwa 45 € pro Tag.
Hinweis: Diese Vans sind sehr kompakt und bist du über 1,80 m groß oder reist mit viel Gepäck, könnte es eng werden.
Mini Camper: ca. 8.000 Yen – 45 €/Tag
Normaler Campervan: ca. 10.000 Yen – 56 €/Tag
Größerer Campervan: ca. 11.500 Yen – 65 €/Tag
Wohnmobil: ca. 21.000 Yen – 118 €/Tag
Wichtig: Das sind realistische Durchschnittswerte für 2026, keine garantierten Festpreise. Saison, Mietdauer, Frühbucherrabatte und Versicherung können den tatsächlichen Preis deutlich verändern.

Bucht man den Camper weit im Voraus oder für einen Reisezeitraum von mehr als 3 Wochen, gibt es oft Rabatt. Versicherung und Steuern sind bei den meisten Anbietern inklusive. Zu dieser Summe kommt je nach Anbieter noch eine Kaution hinzu, die manchmal nur in bar oder per PayPal bei Abholung bezahlt werden kann. Diese bekommst du nach Abgabe zurück, sofern das Auto nicht beschädigt wurde.
Summen von 100.000 Yen (565 €) sind üblich, bei Wohnmobilen ist die Kaution höher. Die Camper sind in der Regel gut ausgestattet, achte genau drauf, was im Preis enthalten ist und was man eventuell extra dazubuchen muss. Das kann u. a. Bettwäsche oder die Endreinigung sein.
Hinweis: Bei manchen Anbietern sind die Freikilometer begrenzt.

Warum im Campervan durch Japan?
Die Neonlichter von Tokio, die Tempel von Kyoto, der Glico Mann in Osaka. Die Golden Route ist wohl der Klassiker für die erste Japan Reise. Aber Japan hat noch so viel mehr zu bieten und das erkundet man am besten im Campervan. Wie sehen z. B. die ländlichen Regionen von Kyushu, Hokkaido oder Shikoku aus?
Japan mit dem Camper zu entdecken, bedeutet vor allem eines: Freiheit.
Du bist unabhängig unterwegs, kannst dort bleiben, wo es dir gefällt, und erreichst auch abgelegenere Orte abseits der klassischen Touristenrouten. Gerade in Japan ist das ein echtes Plus, denn zwischen Bergen, Küsten, kleinen Dörfern und heißen Quellen warten jede Menge besondere und verrückte Orte.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
Flexibilität
Man gelangt mit weniger Aufwand an abgelegenere Orte
Authentischere Reiseerfahrung
Man spart sich Unterkünfte
Kostengünstigere Reisemethode, da Unterkunft direkt im Van
Kostenlose Schlafplätze auf Michi-no-Eki
Reisepläne können spontan angepasst werden
Nachteile
Man muss im Gegensatz zu der Fahrt im Shinkansen/öffentlichen Verkehrsmitteln selber fahren
Leben auf sehr engem Raum
Öffentliche Duschplätze sind rar. Alternativen sind Community Center, die manchmal Duschen anbieten (Achtung, im Winter ist viel geschlossen) oder Onsen. Mehr dazu in unserem Onsen Guide.
In den Städten ist die Fortbewegung mit eigenem Campervan langsamer als mit den Zügen, dafür kommt man auf Landstraßen und Autobahnen relativ schnell voran
Mautpreise für Autobahnen müssen berücksichtigt werden

Campervan buchen
Wenn du aus Deutschland einen Campervan für eine Japanreise buchst, ist der Ablauf eigentlich ziemlich unkompliziert und in der Regel so:
Campervan auswählen
Wunschfahrzeug aussuchen und Reisedaten eingeben. Danach den Abhol- und Rückgabeort festlegen und die Anfrage an den Autovermieter (oder mehrere natürlich) abschicken.
Angebot abwarten
Der Autovermieter prüft die Verfügbarkeit und schickt dir ein Angebot. Das ist ein wichtiger Unterschied zur klassischen Mietwagenbuchung, denn man kann die Camper nicht sofort buchen. Passt alles, kannst du die Buchung bestätigen. Mit der Anzahlung per PayPal, Wise oder Banküberweisung wird die Reservierung dann verbindlich.
Führerschein vorbereiten
Mit deutschem Führerschein brauchst du für Japan lediglich eine japanische Übersetzung. Diese kannst du bei vielen Vermietern direkt mitbestellen. Wichtig dabei: Die Übersetzung rechtzeitig vor der Reise beantragen.
Ab nach Japan!
Den Camper am vereinbarten Abholort übernehmen. Kaution bezahlen. Führerschein, Übersetzung und Reisepass dabeihaben. Es folgt eine kurze Einweisung ins Fahrzeug und dann kann dein Japan Roadtrip starten!

Führerschein: deutsch oder international?
Der internationale Führerschein aus Deutschland wird in Japan leider nicht anerkannt. Es wird eine Übersetzung durch den japanischen Automobilclub JAF benötigt. Viele Campervermietungen bieten diesen Service gegen einen Aufpreis von etwa 10.000 Yen (56 €) an. Die Bearbeitungszeit beträgt etwa 2 Wochen.
Möchtest du sparen und hast genug Zeit, kannst du persönlich in den Filialen des JAF vorbeischauen und die Übersetzung beantragen. Die Kosten betragen etwa 6.000 Yen (34 €). Geöffnet haben die Filialen Montag–Freitag von 9:00–17:30 Uhr.
Nach etwa zwei Stunden hast du die Übersetzung in der Tasche und bekommst eine kleine Broschüre mit Infos über die japanischen Verkehrsregeln dazu.
Benötigte Dokumente zur Übersetzung deines Führerscheins (bei der Autovermietung)
Kopie oder ein Foto deines Passes
Kopie oder Foto deines Führerscheins
Die genauen Daten, wie du Japan bereisen möchtest
Bei Abholung deines Vans bekommst du die Übersetzung deines Führerscheins ausgehändigt. Der Originalführerschein und die japanische Übersetzung müssen beim Fahren mitgeführt werden.
Für Schweizer Staatsbürger gilt derselbe Prozess. Österreicher können mit dem internationalen Führerschein problemlos in Japan Auto fahren.
Wie plane ich die Route für den Roadtrip durch Japan?
Wie deine Route durch Japan aussieht, hängt stark davon ab, welche Region und welche Reisezeit du wählst. Honshu, Kyushu, Hokkaido oder Shikoku bieten jeweils ganz unterschiedliche Landschaften und Sehenswürdigkeiten.
Wir empfehlen, vorab zumindest ein oder zwei Highlights herauszusuchen, die du unbedingt sehen möchtest, und den Rest der Route flexibel zu halten. Gerade mit dem Camper lohnt es sich, nicht jeden Tag komplett durchzuplanen und auch mal dem Flow zu folgen. Denn oft sind es die Orte, die ursprünglich gar nicht auf der Liste standen, die einen Roadtrip durch Japan besonders machen.
Straßenverkehr in Japan
Geordnet, gesittet, rücksichtsvoll. Das sind die ersten drei Worte, die uns in den Kopf kommen, wenn wir an das Thema Straßenverkehr in Japan denken. Es wird nicht gedrängelt, wild gehupt oder gar geflucht. Man geht achtsam miteinander um, es wird defensiv gefahren, sogar der gute alte Reißverschluss funktioniert ohne Probleme. An den Linksverkehr gewöhnt man sich relativ schnell.

Was allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Ampeln. An jeder Kreuzung gibt es zwei pro Richtung. Einmal ganz vorne, damit der Erste in der Schlange auch was sieht und dann meist 10 Meter nach hinten versetzt die zweite Ampel. Das Verwirrende: Gerade im Dunkeln oder bei starkem Regen kann dies unübersichtlich werden, vor allem, wenn mehrere Ampeln hintereinander folgen.
In Japan herrscht Linksverkehr.
Vor dem Überqueren von Bahnübergängen wird immer angehalten und geschaut, auch wenn die Schranke geöffnet ist.
Fußgänger und Fahrradfahrer haben Vorfahrt.
Einige Straßen in Japan sind sehr eng und man sollte besonders achtsam mit größeren Autos sein
Auf Verkehrsschildern stehen die Ortsnamen in größeren Orten auch in lateinischen Buchstaben. In ländlichen Gegenden nicht immer.
Das Stoppschild ist in Japan dreieckig.
Ernsthafte Verstöße im Straßenverkehr sind in Japan unter anderem: Alkohol am Steuer, Rasen, Handybenutzung und Falschparken.
Der Straßenverkehr innerorts fließt gerade zur Rushhour am Morgen und Abend nur schleppend, zudem sind öffentliche Parkplätze in den Städten meist eng und kostenpflichtig. Auf Landstraßen kommt man etwas schneller voran, am schnellsten ist es auf der mautpflichtigen Autobahn.

Geschwindigkeitsbegrenzung in Japan
Innerorts: 30 - 50 km/h
Außerorts: 60 km/h
Ländliche Gebiete: 30 - 50 km/h
Autobahn: 80-100 km/h
Achte bei deinem Roadtrip auf Verkehrsschilder, aber auch auf andere Verkehrsteilnehmer. Am besten du schwimmst schön entspannt im Strom mit.
Blitzer: Darauf musst du achten
Japan wendet eine der modernsten Radartechniken weltweit an. Diese Technik wird allerdings nicht genutzt, um bei zu schnellem Fahren saftig abzukassieren, sondern eher dafür, seine Bürger zu ermahnen, nicht (viel) zu schnell zu fahren.
Denn in Japan machten wir die Erfahrung, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eher eine Richtlinie ist, an die sich niemand so wirklich hält. Gerade auf Stadtautobahnen oder Landstraßen fährt so gut wie jeder Japaner meist 20–30 km/h schneller als erlaubt.
Dies soll kein Aufruf sein, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu missachten, sondern lediglich ein Hinweis, damit du nicht gleich in Panik gerätst, falls du den Tacho mal aus dem Blick verlierst oder sich hinter dir Dutzende Autos stauen.
Alkoholkontrollen auf Japans Straßen
In Japan herrscht absolutes Alkoholverbot am Steuer. Als Beifahrer macht man sich ebenfalls strafbar, wenn der Fahrer mit Alkohol im Blut erwischt wird.
Die Strafen bei Missachtung reichen von saftigen Geldbußen bis hin zu Gefängnisstrafen. Verweigert man einen Alkoholtest, wird ebenfalls eine Geldbuße verhängt.
Navigation - Wie findet man sich auf Japans Straßen zurecht?
Am einfachsten fährt man mit einem Navigationssystem durch Japan. Wenn man kein Navi im Auto haben sollte, gibt es aber noch ein paar andere Möglichkeiten, sich zurechtzufinden. Wenn man offline ohne Datenvolumen reist, eignet sich die App Maps.me auf dem Handy hervorragend zur Navigation.
Ist eine Datenverbindung vorhanden, ist Google Maps zu empfehlen. Aber Achtung: Google Maps stellt teils merkwürdige Routen oder Schleichwege zusammen und ist gefühlt schlechter geworden in den letzten Jahren mit seinen Vorschlägen, die nicht immer schnell und angenehm zu fahren sind.
Japan ist im Campervan sehr einfach zu bereisen. Viele Mietwagenanbieter stellen Straßenkarten oder auch iPads mit Datenvolumen zur Verfügung, über die man navigieren kann.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Navigation auf Japans Straßen sehr unkompliziert funktioniert. Man kommt überall hin, auch ohne jegliche Japanisch Kenntnisse.

Maut in Japan: Was kostet mich das?
Japans Autobahnnetz ist insgesamt knapp 10.000 km lang. Von Nord nach Süd, Ost nach West. Hat man es eilig oder möchte in seinem Campervan viel Strecke am Tag zurücklegen, eignen sich die Autobahnen hierfür, ansonsten würden wir die Nutzung der Landstraßen empfehlen, einfach weil es entspannter ist, nichts kostet, man mehr sieht und eventuell Dinge entdeckt, die man gar nicht auf dem Schirm hatte.
Im Schnitt beträgt die Mautgebühr etwa 2.500–3.000 Yen (14–17 €) pro 100 km

Möchtest du auf die Autobahn auffahren, musst du Mautschranken passieren. Hierbei gibt es zwei Varianten.
ETC Auffahrten: Bei den ETC-Auffahrten (lila Schilder) verläuft alles elektronisch. Für ETC (Electronic Toll Collection) brauchst du ein ETC-Bordgerät und eine ETC-Karte. Mietwagen können entsprechend ausgestattet sein.
Unbedingt im Voraus beim Autovermieter nachfragen, ob der gemietete Campervan freigeschaltet ist. Versuchst du, ohne ETC Registration die Schranke zu passieren, wird sie sich nicht öffnen, du behinderst den Verkehr und musst auf einen Mitarbeiter warten, der dir aus der Patsche hilft.
Die normalen Auffahrten: Bei der normalen Einfahrt (grüne Schilder) ziehst du ein Ticket am Automat. Daraufhin öffnet sich die Schranke. Bei Abfahrt von der Autobahn zahlst du dann entweder in bar oder mit Karte am Automaten.
Wichtiger Hinweis: Einige Abfahrten haben nur ETC Schranken, gekennzeichnet sind sie mit ETC Only. Ist dein Auto nicht für ETC freigeschaltet, musst du eine andere Ausfahrt wählen.
In regelmäßigen Abständen findest du entlang der Autobahnen gut ausgestattete Raststätten oder Michi-no-Eki mit Toiletten, Restaurants, Shops, Picknickbereichen und Tankstellen.

Tanken: Wie funktioniert das in Japan?
Tanken bleibt bei einem Roadtrip mit einem Campervan durch Japan natürlich nicht aus. Große Tankstellenketten wie Idemitsu oder Eneos haben Tankwarte, die den Tankvorgang für uns Ausländer unkompliziert vonstattengehen lassen. Einfach „Regular/Diesel“ und „Full“ sagen und schon geht's los. Oft werden nebenbei Scheiben geputzt oder gefragt, ob der Reifendruck geprüft werden soll. Bezahlt wird direkt aus dem Auto heraus, entweder mit Karte oder in bar.
ハイオク – Super (gelb)
レギュラー – Regular (rot)
ディーゼル – Diesel (grün)
An einigen Tankstellen muss man selber tanken, was im ersten Moment etwas überfordernd sein kann, da man Treibstoffart, Geldmenge und Zahlungsart vor dem Tankvorgang am Zapfsäulenautomat einstellen muss. An den Zapfsäulen ist die Beschriftung auf dem Touchscreen oft auf Englisch, aber nicht immer.
Der Sprit an den Selbstbedienungs-Tankstellen ist dafür meist günstiger als an denen mit Tankwart.

Tanken mit Tankwart
Der Tankwart weist dich ein
Scheibe runter und dem Tankwart sagen: „Full“ + gewünschte Benzinsorte, z. B. „Regular“
Dein Van wird betankt
Du kannst einfach im Auto sitzen bleiben und entspannen
Bezahlt wird direkt am Fenster. Bar oder mit Kreditkarte
Bei Kartenzahlung unterschreibst du den Beleg und bekommst die Quittung
An manchen Tankstellen, besonders an stark befahrenen Straßen, helfen die Mitarbeiter anschließend auch beim Ausfahren
Tanken ohne Tankwart
Zuerst wählt man am Automat, ob man Cash oder mit Karte bezahlen möchte.
Bei Barzahlung
Das gewünschte Benzin (funktioniert nach Farbprinzip/Regular ist rot) aussuchen
Betrag eingeben und dann Geld in den Schlitz stecken
Tanken, bis das Geld verbraucht ist oder der Tank voll ist
Wenn das Geld verbraucht ist, hört die Pumpe automatisch auf. Falls du nach dem Tanken noch Restgeld übrig haben solltest, spuckt der nahe liegende Cash-Automat das Restgeld aus.
Dazu musst du die Zapfpistole einhängen und bekommst eine Rechnung mit Barcode ausgedruckt.
Mit dieser Rechnung gehst du zum nahe liegenden Cashautomaten, scannst den Barcode ein und bekommst dein Restgeld ausgespuckt
Manche Zapfsäulen geben auch direkt das Restgeld zurück
Tanken auf eigene Faust in Japan
Bei Kartenzahlung
Die Kreditkarte reinstecken, Treibstoff und Füllmenge aussuchen. Dann sagt die Maschine, dass die Karte gelesen wurde und du anfangen kannst zu tanken
Tankvorgang abschließen und Zapfschlauch einhängen
Danach druckt die Maschine eine Quittung aus mit Füllmenge und dem Preis
Bitte beachten: Das Geld wird nicht sofort abgebucht (oft sind es nur 0,01 Euro), sondern erst nach etwa einer Woche – einem Monat.
1 Liter Benzin kostet im Schnitt etwa 170 Yen (0,96 €)
1 Liter Diesel kostet im Schnitt etwa 159 Yen (0,90 €)
Tipp: Viele Tankstellen haben eine angeschlossene Werkstatt, in der du im Fall eines kleinen Schadens (wie einem platten Reifen) anhalten und ihn ohne Termin direkt reparieren lassen kannst. Kostenpunkt für die Flickung eines Reifens sind etwa 1.000–3.000 Yen (ca. 6–17 €)

Mit dem Campervan auf die Fähre
Wer Japan mit dem Camper bereist, muss sich nicht auf Honshu beschränken. Zahlreiche Inlandsfähren nehmen auch Fahrzeuge mit und verbinden unter anderem Kyushu, Shikoku und Hokkaido mit dem restlichen Japan.
Der Camper fährt einfach mit an Bord, während du die Überfahrt ganz entspannt an Deck oder in den Passagierbereichen verbringst. Bei der Buchung musst du die genauen Maße deines Campers angeben, denn der Preis richtet sich unter anderem nach der Fahrzeuglänge. Die Angaben findest du im Handbuch, das normalerweise im Handschuhfach liegt.
In unserem separaten Blogpost Fährfahrten mit dem Campervan in Japan teilen wir unsere Erfahrungen und Tipps rund um die Überfahrt, inklusive konkreter Beispiele, Ablauf und Preisen.
Wir sind mittlerweile mehr als zehnmal mit dem Camper auf japanischen Autofähren unterwegs gewesen und zeigen dir, worauf du bei der Buchung und vor Ort achten solltest.

Im Schadensfall: Was tun?
Was in einem Schadensfall mit dem Campervan zu tun ist, muss im Vorfeld unbedingt mit der Mietwagenfirma abgeklärt werden, denn jeder Anbieter handhabt es etwas anders und bietet verschiedene Versicherungen (mit oder ohne Eigenbeteiligung) an.

Wichtig wäre, nach einem Unfall umgehend die Polizei (110), bei einem Notfall Krankenwagen (119) und deine Mietwagenfirma zu informieren.
Übernachten im Campervan
Auf deinem Roadtrip durch Japan hast du verschiedene Möglichkeiten, was Übernachtungen angeht. Es gibt kostenlose Parkplätze, normale Campingplätze oder kostenlose Michi-no-Eki-Raststätten.
Kostenlose Parkplätze
Finden kannst du sie bei Google Maps oder Maps.me. Achtung: Übernachte nur dort, wo sie offiziell gekennzeichnet sind oder von anderen Reisenden markiert/empfohlen wurden. Je nach Verstoß werden für einen normalen Pkw bzw. Camper 10.000 bis 18.000 Yen (ca. 56–102 €) fällig.

Campingplätze
Oft wunderschön gelegen (gerade auf Hokkaido), bieten Campingplätze in Japan mindestens denselben Komfort wie in Europa. Saubere Toiletten, großzügige Stellplätze, Duschen, oft ist außerdem ein kleiner Shop oder ein Onsen angrenzend. Wenn man Glück hat, gibt es Münz-Waschmaschinen.
Bei manchen Camps muss für die Nutzung der Dusche bezahlt werden. Im Normalfall sind es um die 100–200 Yen (0,60–1,20 €).
Für Campingplätze in Japan mit dem Campervan kannst du mit folgenden Preisen rechnen:
Einfache Campingplätze: ca. 1.000–3.000 Yen (6–17 €) pro Nacht
Normale Campingplätze / Auto-Campsites: etwa 3.000–5.000 Yen (17–28 €) pro Nacht
RV Parks für Campervans: meist 2.000–5.000 Yen (11–28 €) pro Nacht
Aufwendigere Anlagen mit Strom, Onsen oder zusätzlichen Einrichtungen können deutlich teurer sein.

Michi-no-Eki
Dies sind kostenlose Rastplätze. Oft liegen Michi-no-Eki an vielbefahrenen Hauptstraßen, manchmal aber auch inmitten schöner Natur oder direkt am Meer. Sie sind mit sauberen Toiletten, Getränkeautomaten, WIFI, Shops, Restaurants, manchmal mit kleinen Marktständen und Sitzmöglichkeiten ausgestattet.
Einige (aber eher selten) Michis verfügen über Duschen, manchmal befindet sich ein Onsen in der Nähe. Möchtest du mehr zum Thema Michi-no-Eki erfahren, schau gerne in unserem separaten Blogartikel vorbei.
Michi-no-Eki Raststätte Onsen an einem Michi-no-Eki
Verpflegung
Die Verpflegung auf deinem Roadtrip durch Japan ist so einfach wie in fast keinem anderen Land. An jeder Ecke gibt es Convenience Stores, die tipptopp ausgestattet sind. Egal ob 7/11, Family Mart, Lawson oder Seicomart auf Hokkaido.
Die Auswahl ist riesig, die Ware frisch und selbst die Fertiggerichte haben in der Regel eine gute Qualität.

Onigiri (Reisdreiecke), Bentoboxen, Getränke, Brot, Obst, Gemüse, Backware, Kosmetikartikel oder brühfrischen Kaffee.
In ganz Japan gibt es etwa 56.000 Convenience Stores, viele haben 24 Stunden geöffnet.
Neben Snacks gibt es in jedem Geschäft Toiletten, ATMs und oft auch einen Drucker/Kopierer. Parkplätze sind kostenlos und Wifi ist oft ebenfalls verfügbar.
Zudem gibt es in jedem größeren Ort gut ausgestattete Supermärkte. Hier sind die Preise am günstigsten. Wenn du also während deiner Reise im Campervan auf dein Budget achten musst, empfehlen wir dort einzukaufen.

Unser Spartipp: In den Supermärkten gibt es ebenfalls eine Auslage mit Fertigware (Sushi, Bentoboxen, Hühnchen mit Reis etc.), die Preise hierfür sind teilweise um 50 % günstiger als in den Convenience Stores und werden ab 18 Uhr zusätzlich oft noch reduziert.
Wenn Geld keine Rolle spielt, kannst du so ziemlich an jedem Restaurant anhalten und wirst nicht enttäuscht. Die Essensqualität, die man in Japan findet, sucht weltweit ihresgleichen. Mit Liebe und oft in Handarbeit zubereitet, in Perfektion angerichtet und einfach nur köstlich. Egal ob fangfrisches Sashimi, hausgemachte Gyoza oder samtig weiche Mochis.
Waschsalons: was kostet mich Wäsche waschen in Japan?
Reist du mehrere Wochen im Campervan durch Japan, stellt sich die Frage: Wie und wo kann ich meine Wäsche waschen und was kostet das?
Am einfachsten ist die Nutzung der unzähligen Waschsalons (Coin Laundry). Du findest sie in jedem größeren Ort, sie sind bei Google Maps oder Maps.me eingezeichnet. Im Regelfall gibt es genug Waschmaschinen, sodass du direkt mit dem Waschen loslegen kannst.
In einigen Waschsalons sind Waschmaschinen und Trockner getrennt, d. h., dass du nach dem Waschvorgang (ca. 30 Minuten) deine Wäsche in den Trockner legen musst und dann noch mal etwa 30 min - 1 Stunde warten musst, bis die Klamotten trocken sind. In anderen Waschsalons gibt es Waschmaschinen, die waschen und dann direkt trocknen.

Waschmaschine: ca. 300–600 Yen (1,70–3,40 €)
Trockner: ca. 100 Yen pro 8–10 Minuten (0,57 €)
Waschen + Trocknen kombiniert: ca. 700–1.200 Yen (4–6,80 €)
Die All-Inklusive Waschmaschinen sind etwas teurer, der größte Vorteil ist aber, dass du in nur einer Stunde komplett durch bist und nicht stundenlang auf deine Wäsche warten musst.
Waschmittel: Die meisten Maschinen dosieren Waschmittel automatisch, sodass man da normalerweise nichts extra kaufen muss.
Display einer Waschmaschine in Japan Display einer Waschmaschine in Japan
Müll. Wohin damit?
Mülleimer sind in Japan tatsächlich Mangelware. Öffentliche Mülleimer findest du nur an wenigen Orten, z. B. an manchen Bahnhöfen, Raststätten oder Automaten für Getränke.
Gerade mit dem Camper solltest du deinen Müll deshalb am besten in einem kleinen Beutel sammeln und mitnehmen, bis du ihn ordentlich entsorgen kannst.
Geeignete Möglichkeiten sind Autobahn-Raststätten, wo sich häufig Müllbehälter befinden. Auch manche Convenience Stores, Michi-no-Eki und Tankstellen haben Mülleimer.
Bei Convenience Stores gilt allerdings: Nicht einfach einen großen Sack mit dem gesammelten Camper Müll abladen, die Behälter sind in erster Linie für den dort anfallenden bzw. dort gekauften Müll gedacht.
Wichtig: Müll einfach neben einen vollen Mülleimer zu stellen, an einer Straße liegen zu lassen oder an einer beliebigen öffentlichen Müllsammelstelle abzustellen, ist keine Option.
Sicherheit in Japan
Japan zählt zu den sichersten Ländern der Welt und das merkt man auch beim Campen. Wir hatten unterwegs nie ein ungutes Gefühl und haben oft ganz entspannt mit geöffneten Fenstern geschlafen. Wenn es morgens im Camper zu warm wurde, haben wir einfach die Schiebetür geöffnet und uns noch einmal umgedreht.
Gerade beim Übernachten im Campervan ist dieses Gefühl von Sicherheit unglaublich angenehm und macht das Reisen durch Japan noch entspannter.
Zudem sind Japaner sehr ehrlich. Solltest du etwas verlieren oder liegengelassen haben, wird mit großer Wahrscheinlichkeit jemand hinter dir her eilen und es dir zurückgeben.

Unser Fazit
Eine Reise mit dem Camper durch Japan lohnt sich komplett!
Man findet sich einfach zurecht, es ist auch für Roadtrip Anfänger geeignet, es ist sicher, die Landschaften abwechslungsreich und gerade, wenn du mehr erleben willst, als die wuseligen Metropolen oder tiefer ins Land und seine Kultur eintauchen willst, empfehlen wir diese Art des Reisens uneingeschränkt.

ありがとうございます Japan, wir kommen wieder!







Kommentare