Singapur: Lohnenswerter Zwischenstopp oder Touristenfalle?

Aktualisiert: 19. Apr 2019


Auf unserer Reise von Bali nach Deutschland machten wir einen kurzen Zwischenstopp (4 Tage) in Singapur. Gerade bei Reisen von Deutschland nach Australien oder Indonesien steht Singapur weit oben auf der Verschnaufpausliste. Der kleine Staat hat einiges zu bieten, allerdings auch viele Regeln und Verbote, an die man sich halten sollte, wenn man hohe Geldstrafen umgehen will.

Ums kurz und knapp zu sagen: Singapur ist eher für Touristen geeignet, die sich leicht unterhalten und beeindrucken lassen und gerne bereit sind, dafür (viel) Geld auszugeben.


In diesem Artikel findest du:


Kurioses und Wissenswertes zu Singapur Hop on & off Bus Botanical Garden inkl. Orchideenpark Taxi fahren

Nacht Zoo Little India & Chinatown Sentosa (Trick Eye und den Butterfly Park) Marina Sands Aussichtsplattform Singapore Flyer (Riesenrad) Fazit




Einige der Regeln/Verbote und interessante Infos sind z.B.:

• Der Verkauf von Kaugummi ist in Singapur verboten (Einkauf nur mit Rezept vom Arzt möglich).

• Einfuhr von Kaugummi ist für Privatpersonen erlaubt, man sollte aber darauf achten, den Kaugummi NICHT auf die Straße zu spucken. Hohe Geldstrafe.

• Das Überqueren einer Straße ist nur auf Zebrastreifen erlaubt.

• Lügen ist verboten, wird wie Betrug geahndet.

• Müll auf die Straße werfen = hohe Geldstrafe.

• Pressefreiheit gibt es in Singapur nicht wirklich.

• Rauchverbot in allen Restaurants, Bars, Discos, allen öffentlichen Ämtern, Verkehrsmitteln und bei Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen.

• Auf Handel, Herstellung, Ein- oder Ausfuhr von Rauschmitteln steht ab einer gewissen Menge die Todesstrafe.

• Pornografie sowie homosexueller Geschlechtsverkehr (zwischen Männern) ist verboten.

• Falls man Zigaretten oder Alkohol einführen will, sollte man sich vorher über die Einfuhrbestimmungen informieren.

• Man wird überall in Singapur Verbotsschilder finden. Manche davon sind zum schmunzeln, wie z.B. keine Durian (Stinkfrucht) in öffentlichen Verkehrsmitteln.


Hop on & off Busse

Unser Hotel (Big Hotel) lag relativ zentral und wir konnten zu Fuß zum Startpunkt der Hop on & off Busse gehen. Direkt nebenan gibt es ein Shoppingcenter mit einer kleinen, französisch inspirierten Bäckerei, in der wir einige Male gefrühstückt haben, bevor wir in den Tag gestartet sind.

Es gibt zwei Hop on & off Buslinien mit verschiedenen Routen, die alle wichtigen Punkte der Stadt anfahren. Wir fuhren beide. Von dem Busterminal starten auch zahlreiche andere Rundfahrten und Ausflüge. Die Busse können tagsüber sehr voll werden, daher ist es ratsam, gleich früh morgens zu starten.

Botanischer Garten inkl. Orchideenpark

Dort kann man dem Trubel Singapurs entfliehen, es ist ein beliebter Treffpunkt und Ausflugsziel sowohl der Einheimischen als auch der Touristen. Man kann durch den tropischen Park spazieren, dort befinden sich mehrere künstlich angelegte Seen, Picknickplätze und Bänke sind auch reichlich vorhanden. Tropische Vegetation und Tierwelt gibt es dort im Überfluss und man kann sich dort ohne Probleme einige Stunden aufhalten. Der Garten ist in sechs Bereiche unterteilt, unter anderem kann man dort durch einen echten Regenwald spazieren.

Im botanischen Garten befindet sich ausserdem ein Orchideenpark. Der Eintritt in den botanischen Garten ist kostenlos, möchte man aber den Orchideenpark besuchen, muss Eintritt bezahlt werden.

Wenn man Orchideen mag, ist der Park zu empfehlen. Es ist einer der größten Orchideenparks der Welt, mit mehr als 20.000 Pflanzen. Verschiedenste Arten bzw. Kreuzungen, wunderschön angelegt mit den obligatorischen Fotostops für Touristen. Der Park war bei unserem Besuch relativ leer, sodass wir dort in Ruhe einen ganzen Vormittag verbracht haben.

Chinatown und Little India

In Little India fallen einem zuerst die bunt geschmückten Straßen ins Auge. Es ist das Zentrum des indischen Lifestyles und seiner Kultur. Alles ist farbenfroh, die Menschen freundlich, es liegt ein würziger Geruch in der Luft, man kann verschiedene Tempel besuchen. Die Sarangoon Road ist der Mittelpunkt des Stadtteils, dort kann man z.B. authentisch indisch essen oder Gewürze für Zuhause kaufen.

In Chinatown pulsiert das Leben. Menschen, wohin das Auge reicht. Shops, Restaurants, Tempel, traditionelle Bauwerke, enge Gassen mit kleinen Garküchen. Dort steht auch Singapurs ältester Hindutempel, der Sri Mariamman, der 1827 erbaut wurde. Er sticht durch seine bunte Malerei direkt ins Auge und kann bei Bedarf auch besichtigt werden. Viele Touristen haben Chinatown auf ihrer To Do Liste. Zu Recht, denn man kann dort gut und günstig essen, seine Souvenirs kaufen oder auch so einige gute Schnäppchen ergattern. Ein sehr kontrastreicher Stadtteil, in dem von Kultur bis hin zum Trash alles zu finden ist.


Taxifahren

Taxi fahren kann in Singapur sehr günstig sein, wenn man das richtige Taxi auswählt. Wir gönnten uns eine 30-minütige Taxifahrt zum Zoo, der etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt.

Tipp: Es gibt in Singapur insgesamt 29 verschiedene Arten von Taxis. Verschiedene Anbieter und verschiedene Taxifarben. Am günstigsten sind die gelben und die blauen. Bestehe darauf, dass das Taxameter eingeschaltet wird, denn oft versuchen die Fahrer (gerade am Flughafen), einen viel zu hohen Fahrpreis auszuhandeln.

Wie überall auf der Welt kann man die Taxis in Singapur mit Handzeichen anhalten. Achtung: In der Innenstadt geht dies allerdings nicht, dort gibt es ausgewiesene Taxistände. Halte dich fern von Mercedes Limousinen, diese sind Comfort Taxis und überteuert.

Zum Thema Singapur, Überwachung und Regelverstöße haben wir auf der Taxifahrt zum Zoo eine ganz interessante Erfahrung gemacht:

Die Straßen waren relativ voll, wir fuhren auf dem Highway durch den Feierabendverkehr, als vor uns plötzlich ein anderes Auto stark bremste und unser Fahrer somit auch in die Eisen gehen musste. Wenige Sekunden später wurde unser Fahrer über's Funkgerät anfunkt. Wir konnten nicht verstehen, was die Stimme sagte, aber es klangt sehr mahnend und ärgerlich, fast drohend. Unser Fahrer versuchte die Situation zu erklären und für uns hörte es sich so an, als würde er sich die ganze Zeit über entschuldigen, seine Stimme zitterte. Nach diesem Vorfall sagte er keinen Ton mehr. Welcome to the future der Totalüberwachung.

Nacht Zoo

Der Nachtzoo ist eine der Top Attraktionen Singapurs. Der Nachtzoo hat einen separaten Eingang zum normalen Zoo. Als wir dort ankamen, sahen wir Menschentrauben, wohin das Auge reichte. Wir standen lange für die Tickets und dann nochmal eine gute Stunde an, um mit der kleinen Bahn unsere Runde durch den Zoo zu fahren.

Man hat die Möglichkeit, mit einer kleinen Bimmelbahn durch den Zoo zu fahren und bei gedimmtem Licht und indirekter Beleuchtung nachtaktive Tiere hautnah zu beobachten. Man wird gebeten, den Blitz seiner Kamera auszuschalten und sich während der Fahrt nur flüsternd zu unterhalten. Die Fahrt an sich dauert ca. 45 Minuten, es gibt verschiedene Stopps, an denen man aussteigen kann. Der Zoo ist dafür bekannt, dass keine Panzerglasscheiben, Gitter oder Zäune zur Abtrennung der Gehege verwendet werden. Die Tiere leben so natürlich wie möglich, umgeben von dichten Pflanzen und Regenwald. Felsen und Gräben dienen als Abgrenzung.

Es ist mal was anderes, bei Dunkelheit einen Zoo zu besuchen, man sieht und hört viele nachtaktive Tiere, wie z.B. Hyänen, Fledermäuse oder Kobold Makis.

Als wir zum Ausgangspunkt zurück kamen, wollten wir zu Fuß noch einen Rundgang durch den Zoo machen und Gehege besuchen, die von der Bahn nicht angefahren werden. Kurz darauf fing es an zu regnen. Gewitter, Platzregen.... so richtig! Singapur liegt fast am Äquator, daher sind die Gewitter dort um einiges stärker als das, was wir so aus Deutschland kennen. Wir hofften darauf, dass es nur ein kurzes Gewitter werden würde und suchten Schutz in einem überdachten Gehege. Es hörte und hörte aber nicht auf.Was jetzt?

Wir hatten ja im Grunde noch nicht viel gesehen. Wir warteten noch eine halbe Stunde, es hörte aber einfach nicht auf zu regnen und wir entschlossen uns, den Zoo zu verlassen. Wir rannten in strömendem Regen, Blitz und Donner zurück zum Parkeingang und hatten eigentlich geplant, mit einem Taxi schnellstmöglich zurück zum Hotel zu fahren.

Die gleiche Idee hatten aber noch tausende andere Zoobesucher. Ich glaube, wir warteten pitschnass insgesamt 2 Stunden auf ein Taxi.

Nachtrag: Unsere Meinung und Einstellung gegenüber Zoo's hat sich seitdem komplett geändert und wir unterstützen diese Art von Tierhaltung nicht mehr.

Sentosa

Eine komplett aufgeschüttete Insel, auf der viele Freizeit-, Vergnügungsparks und Hotels errichtet wurden. Sie liegt ca. 10 km vom Stadtzentrum entfernt und es gibt verschiedene Möglichkeiten auf die Insel zu gelangen. Wir entschieden uns für die Fahrt mit der Seilbahn.

Man hat auf der Überfahrt einen schönen Blick auf Teile der Stadt und überquert mit der Seilbahn das Kreuzfahrtterminal, in dem eigentlich immer mindestens ein Schiff vor Anker liegt. Außerdem kann man die zahlreichen Schiffe und Frachter sehen, die vor Singapur liegen. Singapur hat einen der größten Häfen weltweit.

In Sentosa angekommen, macht alles auf den ersten Blick einen recht überfüllten, touristischen und unübersichtlichen Eindruck, es gibt aber mehrere Touristeninformationen, die über die zahlreichen auf der Insel möglichen Aktivitäten informieren. Diese sind mit verschiedenen Buslinien erreichbar. Wir fuhren mit einem der Busse zu unserem ersten Stop, dem Butterfly Park & Insect Kingdom.

Butterfly Park & Insect Kingdom

Dort gibt es ca. 15.000 Schmetterlinge und über 3.000 Insektenarten (im Museum). Der Park ist übersichtlich angelegt, es umgibt einen eine schöne Mischung aus tropischen Pflanzen und Regenwald. Als wir im Park angekommen waren, standen wir erst einmal nur da und schauten uns die ganzen bunten, großen, verschiedenen Schmetterlinge an, als wir aus dem Augenwinkel einen Wärter auf uns zukommen sahen, der irgendwas in seiner Hand hielt. Wir konnten zuerst nicht erkennen, was es war. Als er dann neben uns stand, uns begrüßte und seine Hand öffnete, sahen wir einen Schmetterling.

Er erklärte uns, dass sie kühl gelagert werden, um sie den Touristen als kleines Highlight zur Begrüßung auf die Hand zu setzen. Die Schmetterlinge brauchen einige Zeit um sich zu akklimatisieren und in der Zeit kann man ein paar Fotos knipsen.

Es gibt im Park außerdem noch verrückte Fächertauben, eine der größten und schwersten Taubenarten der Welt. Man kann gegen einen Aufpreis auch Fotos mit Leguanen oder Papageien machen. Vor dem Ausgang befindet sich noch eine Art Museum, in dem Schmetterlinge und Käfer aus aller Welt ausgestellt sind. Unter anderem ein 16 cm großer Herkuleskäfer.

Wenn man Schmetterlinge und Insekten mag, kann man diesen Park besuchen. Der Eintrittspreis hält sich im Rahmen, allerdings machte der Park auf uns einen leicht heruntergekommenen Eindruck.

Trick Eye Museum Singapur

Eine Attraktion, bei der das Auge ausgetrickst wird. Zweidimensionale Malerei wird dort durch optische Täuschung in 3D verwandelt und man kann in sechs verschiedenen Zonen und vor 90 Malereien Fotos von sich machen. Die Idee des Trick Eye stammt aus Südkorea und ist dort ein Riesenhit.


Es ging gesittet zu, obwohl es dort sehr eng und voll war. Man geht von Raum zu Raum, sucht sich die Malereien aus, in denen man gerne fotografiert werden möchte, stellt sich einfach in die Reihe und wartet, bis man dran ist und sein Foto ungestört schießen kann. Mir hat das ganz gut gefallen, es war mal was anderes und auf den Fotos kann man nicht erkennen, was dort für ein Andrang herrschte.

Es gibt noch Dutzende weitere Vergnügungsparks auf Sentosa, wie z.B. die Universal Studios (haben wir nicht besucht, da ich in Orlando schon in beiden war) oder Wasserrutschenparks. Viele Shoppingmöglichkeiten und Unmengen an Restaurants. Uns war das alles zu überlaufen, zu touristisch, zu amerikanisch und viel zu teuer. So ging es für uns mit der Seilbahn wieder zurück in die City.

Marina Sands

2010 eröffnet und seitdem das Wahrzeichen der Stadt.

Wenn man schonmal in Singapur ist, kommt man eigentlich nicht drum herum, die Aussichtsplattform des Marina Sands Hotels zu besuchen. Der berühmte Infinity Pool ist leider den Hotelgästen vorbehalten. Wir haben von einigen unserer Backpackerfreunde gehört, dass sie sich hoch zum Pool geschmuggelt haben... ob das aber wirklich klappt, haben wir nicht ausprobiert.

Wir entschieden uns dafür, am Abend auf die Aussichtsplattform zu fahren. Der Eintritt für eine Fahrt mit dem Aufzug hatte es mit ca. 15 Euro in sich. Man kann leider nur einen kleinen Teil der Plattform nutzen, den man sich dann mit vielen anderen Touristen teilt. Der Rest ist wieder nur für Hotelgäste. Tripods sind nicht erlaubt. Man hat von dort oben einen schönen Ausblick auf Singapurs Skyline, egal ob am Tag oder am Abend.


Singapore Flyer

Der Singapore Flyer, oder auch einfach nur das Riesenrad, stand eigentlich nicht auf unserer Liste, irgendwie landeten wir dann trotzdem an unserem letzten Abend drauf.

Das Riesenrad wurde 2008 eröffnet und war einige Zeit mit 165 Metern Höhe das größte der Welt. Es gibt insgesamt 26 Gondeln. In jede von ihnen passen 28 Personen. Als wir ankamen, war es relativ leer. Mit uns waren nur fünf andere Touristen in der Gondel. Die Fahrt dauert 30 Minuten. Von dort oben hat man einen schönen und etwas anderen Blick auf die Skyline inklusive dem Marina Sands, einem Teil der Formel I Strecke, dem Business District oder dem Art Science Museum. Wenn man es etwas extravaganter mag, kann man sich z.B. eine Gondel mieten, in ihr dinieren oder einfach mal zwischendurch heiraten.

Raffles Hotel

Singapurs Ikone. Das Hotel wurde 1887 im Kolonialstil erbaut, ging Anfang des 20. Jahrhunderts bankrott und diente im zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager. Danach wurde es aufwendig saniert und umgebaut und ist seitdem eines der Absteigen der Reichen und Schönen. Man kann das Raffles Hotel besichtigen, allerdings gibt es einen Dresscode. Kurze Hosen sind tabu.

Das Hotel liegt relativ nahe am Ausgangspunkt der Hop on & off Busse, sodass es von dort zu Fuß aus erreichbar ist.

Noch ein Tipp: Falls du planst Elektronik in Singapur zu kaufen, unbedingt den Kassenbon aufheben. Am Flughafen kann man sich die Tax (Steuer) zurückzahlen lassen.

Fazit

Alles in Allem, bis auf eine Magenverstimmung, die ich mir in einer der kleinen Garküchen holte, hatten wir eine angenehme Zeit. Singapur kann man mal mitnehmen, wenn man auf der Durchreise ist, muss man aber nicht. Nochmal dorthin reisen werden wir mit großer Sicherheit nicht.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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