100 Tage Weltreise: Zwischenbilanz und Tops & Flops

Aktualisiert: 17. Dez 2019


Vor genau 100 Tagen standen wir in Perth am Flughafen und warteten auf unseren Flieger Richtung Südafrika. 3,5 Jahre in Australien neigten sich dem Ende zu. 3,5 Jahre, die wir voll und ganz unserem großen Traum gewidmet hatten. 3,5 Jahre, die wir von morgens bis abends meist 6 Tage die Woche arbeiteten, um irgendwann unseren großen Traum zu leben. Eine Weltreise ohne Enddatum.

Auf einmal war es dann so weit. Obwohl wir ca. ein Jahr im Voraus das ungefähre Zeitfenster wussten, in dem es mit der Weltreise losgehen sollte, kam der Tag dann trotzdem wie aus dem nichts. 100 Tage vorher hatten wir begonnen runterzuzählen, uns immer und immer wieder ausgemalt, wie der Moment wohl sein wird, wenn es dann wirklich losgeht.

Da standen wir also; Voller Vorfreude, voller Neugier und voller Abenteuerlust. Den Kopf voll mit allem Möglichen.


Als ersten Kontinent hatten wir uns das südliche Afrika ausgesucht. Die Gründe dafür war recht einfach. Weil wir beide bis dato nur im nördlichen Afrika unterwegs waren, weil wir beide Bock auf Abenteuer und eine Safari auf eigene Faust hatten und weil wir keinen Bock hatten, wie gefühlt alle Weltreisenden in Thailand zu starten. :) Was eignete sich also besser als erstes Weltreiseland als Botswana?

In diesem Artikel wollen wir für dich nochmal reflektieren, was unsere absoluten Highlights aus den ersten 100 Tagen Weltreise waren, wovon wir enttäuscht waren und was für verrückte Dinge uns sonst noch passiert sind.



100 Tage Weltreise Tops

Erdmännchen in freier Natur erleben - Botswana

Poah! Was sollen wir sagen. An dem Tag, an dem wir früh morgens mit einem Guide zu freilebenden Erdmännchen fuhren, strahlten die Augen ab der Sekunde, an der wir aufgestanden sind. Als wir mitten im Nirgendwo ankamen, konnten wir die kleinen Lümmel schon hören, eine Art schnurren, das uns begrüßte. Zeit mit ihnen in ihrem eigenen Lebensraum zu verbringen war einer unserer schönsten Momente in Botswana.


Zu sehen, wie sie sich um die Kleinen kümmern und ihnen fette Würmchen aus der Erde ziehen oder wie sie auf ihren Hinterbeinchen standen und Ausschau nach Raubtieren hielten. Zuckersüß.

Makgadikgadi Nationalpark - Botswana

Im Makgadikgadi Nationalpark erlebten wir das Afrika, was wir uns immer in unseren Köpfen ausgemalt hatten. Das Afrika, das man immer in den Dokus sieht.

Wir fuhren durch Tiefsand, um uns herum alle möglichen Tiere. Freilebend. Der Geruch, der helle Sand, blaue Himmel und Elefanten, die genüßlich im Fluss badeten und sich gegenseitig mit Wasser bespritzen.

Zwischen all den surrealen Glücksmomenten hatten wir einen Schreckmoment: Wir blieben fast im Sand stecken! Es war irgendwann einfach zu tief. Es gab nur eine Spur, wenden schien unmöglich. Wir hatten absolutes Herzrasen und Panik, vor allem als wir dann noch von einer Herde Elefantenbullen eingekesselt wurden. Aber eine Safari auf eigene Faust wäre ja langweilig, wenn alles nach Plan laufen würde. :)



In die Schlucht des Sambesi absteigen - Simbabwe

Sich die Victoriafälle von oben anschauen kann jeder. Dachten wir zumindest. Also buchten wir einen richtig coolen Ausflug, in dem es früh morgens 100 m steil runter in die Schlucht des Sambesi ging. Dort unten waren wir ganz alleine, nur mit unseren Guides inmitten tosender Wasserfälle, Regenbögen und Spritzwasser, das sich wie eine zweite Haut auf uns legte. Wir hatten einen Ausblick auf die Fälle, der nur schwer mit Worten zu beschreiben ist.


Als kleines Schmankerl durften wir am Ende sogar im Sambesi baden. Das Problem war dann nur die extrem steilen 100 m wieder hochzukommen. Verschwitzt und aus der Puste kamen wir mit roten Köpfen am Ausgangspunkt an, nur um von unserem Guide zu hören: Do you guys wanna cold beer? Oh ja! Was für eine Frage.



Das Okavango Delta - Botswana

Dem Lebensraum zehntausender Tiere. Das Okavango Delta ist weitläufig, weit verzweigt und bietet gerade zur Regenzeit Unmengen an Tieren perfekte Lebensbedingungen. Das Delta kannten wir zuvor auch nur aus dem Fernsehen und hatten des öfteren gesagt: Poah, stell dir mal vor, wenn man sowas in echt sieht? Diese Tierherden, das Wasser, das ganze Leben! Und auf einmal waren wir auch hier mittendrin statt nur dabei.

Wir erkundeten es zwar nur per Mokoro (traditionelles Holzboot), da uns die Rundflüge (Heli) zu teuer waren und uns die Einheimischen davon abrieten, den Flugzeugrundtrip zu machen (O-Ton: Fliegt viel zu hoch und die Scheiben sind bei den meisten Maschinen zerkratzt).


Aber auch aus dem Wasser hatten wir einmalige Einblicke in dieses Ökosystem. Die kleinen verzweigten Flüsschen, die sich wie Adern durch das Delta ziehen, die saftig grünen Inseln, die mitten aus dem Nirgendwo auftauchen und dann laufen im Hintergrund Elefantenherden umher. Genau das ist das Afrika, das wir uns immer erträumt hatten.


Übernachtung in Nxai Pan inmitten wilder Tiere (ohne Zaun) - Botswana

In Botswana erlebten wir wirklich einen Kracher nach dem Nächsten. Und wenn man denkt, noch mehr Afrika geht nicht, hat Botswana immer noch ein Ass im Ärmel.

Und dieses Ass war unsere Übernachtung mitten im Nxai Pan Nationalpark. Inmitten wilder Tiere. Keine Zäune ums Camp, nichts. Wenn das nicht authentisch ist, dann wissen wir auch nicht. Am Eingangsgate mussten wir einen Zettel unterschreiben: Betreten auf eigene Gefahr. Es wird keine Haftung übernommen im Todesfall: Wenn's passiert, selber schuld!

Hier erlebten wir eine Nacht, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Uns wurde geraten, bei Sonnenuntergang ins Zelt zu kriechen, die Luken dicht zu machen und uns still zu verhalten. Ehrlich gesagt hatten wir beide ziemliche Panik in unserem "Stofffetzen" (mehr ist ja so ein Zelt eigentlich nicht) zu übernachten. Was machen wir, wenn ein Löwe unseren Geruch ätzend findet und ausrastet?

Also ging's bei 35 Grad um 19 Uhr ins Zelt. Die Hitze war unerträglich, auch noch nach Stunden. Hermann hatte alle Reißverschlüsse zugezogen, wir hatten im Zelt keine Luftzufuhr. Kurz vor elf sind wir dann beide fast kollabiert vor Hitze. Hermann erbarmte sich nach langer Diskussion einen kleinen Spalt zu öffnen. Wir hörten die ganze Nacht die verschiedensten Tiere ums Zelt schleichen.


Am nächsten Morgen, Hermann packte gerade das Zelt zusammen und ich war im Waschhaus, als auf einmal ein Löwe gefühlte 10 Meter von Hermann entfernt anfing zu brüllen.

Panisch ließ Hermann alles offen, sprang ins Auto und fuhr mit halb eingepacktem Dachzelt und offenen Klappen über einen recht großen Baumstamm, weil es der kürzeste Weg in Richtung Waschhaus war, um mich abzuholen.

Als ich raus kam, sah ich das Auto und merkte, dass etwas nicht stimmte. Hermann rief panisch Bleib da! Ich verstand - warum auch immer - Komm schnell! Also rannte ich zum Auto. Rannte! Genau das Gegenteil von dem, was ich hätte eigentlich machen sollen. Oh man! Aber ich möchte gerne die Person sehen, die bei einem brüllenden Löwen in unmittelbarer Nähe seelenruhig 30 Meter zum Auto spaziert. :)


Schnorcheln mit freilebenden Robben - Südafrika

Als wir hörten, dass es diese Möglichkeit in Kapstadt gibt, war für uns klar: Das machen wir!

Als wir dann gegen Mittag bei dem Veranstalter ankamen und die Dame uns erzählte, dass dort, wo wir gleich hinfahren werden, 5.000 – 10.000 Robben leben, konnten wir unser Glück kaum fassen.


10.000 Robben! Die leben dort einfach! Frei! Und wir fahren sie gleich besuchen! Geil!

Nach kurzer Fahrt kamen wir an den felsigen Inseln an und ich war den Tränen nah. Überall, und wir meinen wirklich überall, waren Robben. Auf den Felsen, im Wasser. Sie sprangen, flitzten und machten lustigen Geräusche. Wir beide waren die ersten, die sich ins 10 Grad kalte Wasser plumpsen ließen, wir wollten keine Sekunde verlieren.

Im Wasser fühlten wir uns dann wie in einer anderen Welt, so als ob wir gerade kurz ins Robbenleben eintauchen. Wir durften insgesamt eine Stunde mit ihnen verbringen. Viel bewegen mussten wir uns nicht. Wir ließen uns einfach an der Wasseroberfläche treiben.


Sie kamen von ganz alleine. Mal mehr, mal weniger. Mal flitzen sie an uns vorbei und verwandelten das Wasser um uns in Whirlpools, mal schmiegten sie sich an uns und knabberten sogar an unseren Neoprenhandschuhen.



World's View Wanderung - Drakensberge - Südfrika

In Südafrika wollten wir soviel Zeit wie möglich in der Natur verbringen. Als wir im Giants Castle Game Reserve in den Drakensbergen ankamen, brauchten wir insgesamt drei Versuche, um diese 14 km lange Wanderung zu starten. Wieso? Das Wetter spielte einfach nicht mit.


Als es dann eines Morgens endlich soweit war, waren wir beide voll motiviert. Dass dieser Tag einer unserer besten Tage in Südafrika werden sollte, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Schon beim Losgehen kamen wir aus dem Staunen nicht raus. Diese malerische Landschaft, dieses unglaublich strahlende Grün. Die Steinklippen am Horizont.

Wieso wir uns genau diese Wanderung in den Drakensbergen ausgesucht haben, wissen wir gar nicht. Sie war nicht die kürzeste, aber auch nicht die längste. Unser Bauchgefühl ließ uns nicht im Stich.


Der gesamte Weg war wie ein Traum. Recht einfach zu laufen, die Sonne strahlte und mit jedem gelaufenen Meter änderte sich der Ausblick ein wenig. Für uns einer der schönsten Ausblicke, die wir in ganz Südafrika genießen durften.


Spitzkoppe - Namibia

Einer unserer ersten Stopps in Namibia war Spitzkoppe. Ich hatte mir den Namen im Voraus beiläufig aufgeschrieben. Wie es dort aussieht oder was man dort unternehmen kann, wussten wir beide nicht. Aber unser Bauchgefühl trieb uns auch hier wieder in die richtige Richtung.

Als wir abbogen und die Schotterpiste in Richtung Spitzkoppe befuhren, wurden unsere Augen und die Vorfreude immer größer. Als wir dann im Camp ankamen, unseren Stellplatz bezogen und uns umschauten, waren wir endgültig hin und weg.


Die Landschaft war unbeschreiblich schön. Wir fühlten uns zwischendurch wie auf dem Mars, schauten uns Höhlenmalereien der Buschmänner an, kletterten auf die abgeschliffenen Felsen und staunten über die unglaubliche Weite, die man von dort oben genießen konnte.


Sossusvlei Sanddünen - Namibia

Wüste und Sand stehen bei uns beiden hoch im Kurs und wir haben schon oft Fotos der Sanddünen von Sossusvlei und Deadvlei gesehen.


Womit wir nicht gerechnet hatten, waren die Massen an Touristen. Da man ein Gate passieren musste, das erst um 6:30 Uhr öffnet, war die Schlange dementsprechend. Die meisten fahren die "Standarddünen", wie z.B. die Dune 45 an. Wieso bleibt uns ein Rätsel. Es gibt so viele andere Dünen, die auf eigene Faust abseits vom Mainstream erkundet werden können. Und genau so eine Düne suchten wir uns aus. Weg von Fußspuren im Sand, weg von Menschenmassen.

Wir hatten ein riesengroßes Areal ganz für uns alleine, inklusive einem exklusiven toten Baum, der für unser Klassiker-Foto herhalten musste. Wir sprangen die Dünen runter, rannten umher, ließen uns in den Sand fallen, versanken im Sand und fühlten uns wie Könige. Denn auch hier haben wir, für uns zumindest, wieder alles richtig gemacht.


Authentisch Himba treffen - Namibia

Das Volk der Himba zu treffen stand auf unserer imaginären Bucket Liste ganz weit oben. Wir wollten weg vom Mainstream, weg von den gekünstelten, hochgezogenen Dörfern, in dem jeden Tag Busladungen von Menschen raus gelassen werden. Wir wollten weg vom Menschen-Zoo. Wir hatten uns im Vorhinein versprochen: Wenn wir nichts authentisches finden, lassen wir es sein.

Als wir dann eines Morgens einen falschen Weg fuhren und umdrehen mussten, weil der Tiefsand eines Flussbetts einfach zu tief war, landeten wir auf einmal in einem Himba-Dorf mitten im Nirgendwo. Verständigen ging nicht, so wie es aussah kamen dort nicht viele Touristen vorbei. Es lag weit abgelegen von der nächsten Schotterpiste. Wir wussten, dass Himba Gastgeschenke in Form von Essen verlangen, daher kramten wir alles nützliche zusammen (Zucker, Mehl, Maismehl, Wasser) und überreichten unsere Geschenke.


Mittlerweile waren drei Frauen und viele Kinder um uns versammelt, sie staunten über meine Tattoos genauso wie wir über ihre wunderschönen Haare.


Wir waren Welten voneinander entfernt und trotzdem so nahe, denn ein Lachen hat auf der ganzen Welt denselben Effekt.

Da uns die Himba so faszinierten, ging es am nächsten Morgen mit einem Himba Guide los, um ein paar Stunden inmitten einer Großfamilie in ihrem Nomadendorf zu verbringen. Auch hier hatten wir wieder Gastgeschenke dabei, die unser Guide vor dem Betreten des Dorfes dem Stammesführer überreichte und der daraufhin entschied, ob wir eintreten dürfen.

Zwei Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein können, prallten hier aufeinander. Wir Weißen mit unseren 'schicken' Klamotten, den teuren Kameras... vor uns die Himba. Mit ihren Lehmhaaren, dem selbstgefertigten Schmuck und dem Lederfell, das sie um die Hüften tragen. Aber so unterschiedlich wir auch waren, waren wir beide fasziniert voneinander. Meine Tattoos waren die gesamte Zeit über der Hit. Nach einiger Zeit tauten beide Seiten auf und wir konnten herzlich lachen. Über unsere verschiedenen Lebensweisen, meine Tattoos und darüber, dass man in westlichen Ländern nur eine Frau haben darf. Toll, toll, toll!



100 Tage Weltreise Flops

Muizenberg - Südafrika

Ganz ehrlich? Muizenberg ist für uns total überbewertet und hat uns null gefallen. Die nicht wirklich schönen bunten, verwitterten Häuschen, der Betonklotz im Hintergrund.. Mh. Für uns beide nicht das Gelbe vom Ei.

Merke: Nicht alles, was man auf Bildern sieht, sieht dann im echten Leben auch so aus. Die Perspektive und das Licht spielen eine große Rolle. Das trifft wohl auch hier in Muizenberg zu.


Durban - Südafrika

Mit Durban wurden wir irgendwie nicht warm. Warum auch immer. Wir sahen uns die Strände an, fuhren durch das chaotische Stadtzentrum, das uns eigentlich recht gut gefallen hat, da authentisch. Aber der Verkehr dorthin war wirklich am Limit. Zu acht auf einer dreispurigen Straße, Abstand der Autos zueinander gefühlte 5 cm. Hilfe. Und wir mit unserem kleinen Polo mittendrin. Durban war für uns zumindest eher langweilig. Bis aufs 'schwarze' Stadtzentrum kam nichts rüber.



Skurriles aus 100 Tagen Weltreise

Autobrand am ersten Tag in Botswana

Unsere Weltreise hatte gerade erst gestartet. Am Abend zuvor überquerten wir die Grenze von Südafrika nach Botswana und verbrachten die erste Nacht auf einem Camp. Am nächsten Morgen wollten wir nur schnell tanken und unsere Malariatabletten kaufen, als wir beim Fahren auf einmal dichten, schwarzen Rauch aus unserer Ladefläche aufsteigen sahen.


Panisch hielt Hermann an der Hauptstraße in Serowe an, sprang aus dem Auto, riss hinten alles auf aber da war es schon fast zu spät. Unsere zweite Batterie stand in Flammen.

Geistesgegenwärtig schnappte sich Hermann unseren Feuerlöscher, ich konnte gerade noch die Rucksäcke raus reißen, bevor es zischte und das weiße Puder sich über die gesamte Ladefläche legte.

Ich fing sofort an zu weinen, in meinen Augen wars das gewesen. Roadtrip ade. Wir waren gerade mal ein paar Tage in Afrika, wussten also nicht, ob die Menschen hilfsbereit sind oder was im 'Falle eines Falles' passiert.


Wir müssen sagen: Wir waren positivst überrascht. Wie aus dem Nichts standen Einheimische neben uns und halfen dabei, alles aus dem Auto zu räumen. Einige Minuten später standen Krankenwagen und Feuerwehr vor uns. Ein netter Taxifahrer half uns dabei, die Kabel zu isolieren und begleitete uns zum nächsten Camp, damit er im Notfall hupen kann, wenn erneut Rauch aufsteigt. Was für ein Tag! Mittlerweile lachen wir drüber, aber ich kann mich noch genau, gerade jetzt, wo ich es noch mal schreibe, genau in meine Gefühlslage zurückversetzen.

Achso. Ein paar Tage später, wir waren gerade in Simbabwe unterwegs, fing unser Kühler an zu tropfen.


Grenzübergang Botswana - Simbabwe

Das ist auch so ein Erlebnis, an das wir zurückdenken und uns fragen: Wtf? Uns wurde von unserer Autovermietung gesagt, am Grenzübergang von Botswana nach Simbabwe "arbeitet" ein Typ mit Rastas. An den sollten wir uns halten. Als wir ankamen, war alles recht hektisch und unübersichtlich. Überall wuselten Grenzbeamte und Touristen umher. Und eben dieser Rastatyp.


Zu unserem Pech funktionierte das Kartenlesegerät nicht, also mussten wir unser gesamtes Bargeld für das Visum zusammenkratzen. Als wir dachten, wir seien fertig, kam er zu uns uns fragte nach Geld. Wir fragten nach, wofür das Geld sei, er nuschelte irgendwas vor sich hin. Wir fragten erneut, nuscheln, Stille.

Was sollten wir machen, war die große Frage? Abhauen? Zahlen? Uns das Visum verscherzen? So viel wie er wollte hatten wir nicht, aber das was wir ihm letztendlich gaben, reichte wohl, denn er ließ uns weiter. Wir wissen bis heute nicht, wofür wir diese "Gebühr" bezahlten, aber wir haken es einfach ab unter der Kategorie: Spesen. :)


Couchsurfing in Durban - Südafrika

Couchsurfing ist ja immer so eine Sache. Man hat zwar auf der Webseite ein Profil und auch positive/negative Bewertungen, jedoch bleibt es immer Glückssache, wo man im Endeffekt landet. Wir hatten bis jetzt immer Glück, bis auf unseren Host in Durban.

Erster Eindruck war gut. Etwas verwirrt der Gute, aber naja, wer ist das nicht. Als wir dann beim Kaffeechen zusammensaßen und er auf einmal anfing uns zu erzählen, dass er schon mehrere Male knapp dem Tod entkommen sei (versuchter Mord), wurde uns irgendwie anders. Als er dann alle seine „Beweise“ als Tondateien auf dem Handy raus kramte und uns vorspielte, waren wir kurz vorm Abhauen.

Wir blieben dann doch. Am nächsten Morgen sahen wir dann zwei halbnackte Mädels im Hinterhof rumturnen. Das sind zwei Freundinnen von 'nem Kumpel, er hat gefragt, ob sie für ein paar Tage bleiben können. Dass es Prostituierte sind, wusste ich nicht!


In so einem Milieu hatten wir uns zuvor noch nie bewegt und dementsprechend komisch fanden wir die ganze Situation. Dazu kam, dass er im bekifftem Zustand immer und immer wieder erzählte, dass Leute hinter ihm her seien, auch hoch angesehene Anwälte, und er sich sofort umbringen würde, wenn jemand seinem Hund etwas antun würde. Wow!

Wir sind am Ende trotzdem beide Nächte geblieben, waren dann aber froh, als es hieß: Auf Wiedersehen Durban.


Mit Malariaverdacht im Krankenhaus in Kamanjab - Namibia

Als wir im westlichen Teil des Etosha Nationalparks unterwegs waren, bekam ich wie aus dem Nichts eines Morgens extreme Übelkeit und Durchfall. Dazu Schüttelfrost und Fieber. Als wir die Symptome von Malaria nachlasen, stimmten sie überein. Als wir die Nebenwirkungen unserer Malariaprophylaxe lasen, stimmten auch diese überein. Was tun? Mir ging es hundeelend.

Wir hatten uns vor unserer Reise nach Afrika versprochen, dass wenn sowas passiert und wir den leisesten Verdacht haben, dass es Malaria sein könnte, wir sofort ins Krankenhaus fahren werden. Sicher ist sicher. Malaria kann tödlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Also ging's raus aus dem Etosha in Richtung Kamanjab.


Im Krankenhaus angekommen war mir immer noch kotzübel. Voller Anspannung warteten wir darauf, eine Krankenschwester zu sehen. In meinem Kopf spielten sich die verrücktesten Szenarien ab. Als ich ihr dann alles erklärte, machte sie sich auf den Weg und holte das Malariatestset.


Der Test ging relativ schnell. Zack, in Finger gepiekst, Blut in einen kleinen Trichter gefüllt, in eine kleine Plastikschale getropft. Zwei Tropfen einer gelblichen Flüssigkeit drauf und dann hieß es warten! Die paar Minuten, die es dauerte, kamen uns wie Stunden vor.

Als dann nur ein dunkellila Streifen zu sehen war, sagte sie erfreut: No, you don't have Malaria. It would've been two stripes. You must've eaten something wrong then. Puh! Tausend Steine fielen in dem Moment von meinen und Hermanns Schultern. Ich bekam ein paar Medikamente gegen Übelkeit verschrieben und durfte dann auch schon wieder gehen. Glück gehabt.



Das waren sie; unsere Tops, Flops und skurrile Ereignisse der ersten 100 Tage auf Weltreise. So kann's unseretwegen gerne weitergehen. Wir haben in den ersten 100 Tagen zwar nur einen Kontinent (das südliche Afrika) erkundet, wenn wir uns in unseren Köpfen ausmalen, was noch alles vor uns liegt, kriegen wir das Strahlen kaum aus unseren Gesichtern und können beide nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Wie schön das Leben doch ist! Bring it on Weltreise!

Würden wir etwas anders machen, wenn wir noch einmal 100 Tage vor uns hätten?

Nein! Für das erste Land hatten wir die Camps usw. alle im Voraus gebucht, weil wir nicht genau wussten, wie das in Afrika abläuft, in Südafrika und Namibia haben wir uns einfach treiben lassen und spontan entschieden, wie lange wir wo bleiben. Und anders als das können wir uns nicht mehr vorstellen zu reisen. Uns graut es vor einem total durchgeplanten, durchstrukturierten Reiseplan bzw. „Urlaub“.


Wir wollen leben. Im Hier und Jetzt.

In dem Sinne: Auf die nächsten 100 Tage Weltreise.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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