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Auswandern nach Australien: Warum ausgerechnet Down Under?


Die meistgestellte Frage, nachdem wir verkündeten, dass wir nach Australien auswandern wollen, war: warum ausgerechnet nach Australien?

Was ist unsere Motivation, was steckt hinter unserem Vorhaben und nächstem großen Traum? Wie kam das alles überhaupt zustande?

Hat man ein Mal seinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt, zieht einen das Aussie-Fieber magisch in seinen Bann und man kommt nicht drumrum, sich in ruhigen Momenten still und heimlich zu fragen: Wie wäre es wohl permanent hier zu leben?


Denn mit dem Traum eines Tages in Australien zu leben, sind wir nicht alleine. Er schlummert in vielen von uns, zumindest haben wir das immer und immer wieder gehört, nachdem wir berichteten, dass sich unser Lebensmittelpunkt nach Down Under verlagern soll. Meist wird der Gedanke bei einer Australien-Reise gepflanzt, ganz egal ob als Backpacker, Langzeitreisender oder Urlauber.


Der entspannte Lifestyle, die gechillten Einheimischen, die atemberaubende Natur, unendliche Weite und einzigartige Tierwelt sind nur einige Dinge, die einem in den Kopf kommen, wenn man an Australien denkt.


Wir hatten dieses Land nie auf dem Schirm und werden nun tatsächlich dorthin auswandern.


Wallaby in Australien

Rein theoretisch könnten wir die Frage, warum wir ausgerechnet nach Australien auswandern wollen, mit nur 3 Worten beantworten: Wegen den Verdienstmöglichkeiten.


Die Verdienstmöglichkeiten und die Work-Life-Balance in Australien ermöglichen uns für unsere Zukunft also genau das, was wir uns für unser Leben vorstellen. Selbst zu entscheiden, wann und wie lange wir arbeiten und wann und wie lange wir reisen möchten. Ohne Angst vor der Lücke im Lebenslauf. Ohne Angst danach keinen gut bezahlten Job mehr zu finden.


Wir wandern wegen der Verdienstmöglichkeiten aus



Wir wollen nicht nach Australien auswandern, weil wir uns unsterblich in das Land verliebt haben. Klar, es ist wunderschön, absolut keine Frage! Die Vielfalt, die Weite, das Wetter. Alles wunderbar, aber der Hauptgrund unserer Auswanderung ist tatsächlich die Kohle!


Das klingt jetzt vielleicht total unromantisch, aber it is how it is...es ist die Wahrheit.

Und da unser Beruf “Koch” auf der Liste der „gesuchten Jobs” in Australien steht, macht es unser Vorhaben einfacher. Seit Juni 2021 stehen Köche sogar auf der Priority Liste, d. h., dass der ganze Visaprozess schneller bearbeitet wird und wir schneller das entsprechende Visum bekommen.


Darüber hinaus werden Handwerksberufe in Australien viel mehr wertgeschätzt und entsprechend besser entlohnt als in Deutschland.


Strasse im australischen Outback

Aber um dir einen kleinen Einblick zu geben, wer wir sind, was wir machen, wie sich das alles bei uns entwickelt hat, müssen wir eine kleine Zeitreise starten.

Wie das alles bei uns angefangen hat? Here we go.


Bevor wir 2014 mit einem Work&Travel Visa nach Australien gereist sind, lebten und arbeiteten wir knapp zwei Jahre in Neuseeland.


Wir hätten zu dem Zeitpunkt länger bleiben können und unser Arbeitsvisum ohne Probleme verlängern können, allerdings lernten wir während unserer Zeit in Queenstown viele Backpacker kennen, die gerade aus Australien kamen und uns mit strahlenden Augen berichteten, was für Summen sie dort als teils ungelernte Kräfte verdient haben.


I mean, in Neuseeland haben wir als gelernte Köche schon besser als in Deutschland verdient, aber die Summen, die uns dann von anderen Work&Travelern um die Ohren gehauen wurden, konnten wir im ersten Moment nicht greifen. Es klang zu schön, um wahr zu sein!


Warum arbeitet ihr nicht in Australien? Die haben doch einen viel höheren Mindestlohn"

Liebe auf den zweiten Blick


Australien war bis dato ein Land, das wir eigentlich gar nicht bereisen wollten. Kennst du das? Es gibt Länder, bei denen man direkt richtiges Bauchkribbeln bekommt und unbändige Vorfreude in einem aufsteigt, wenn man an sie denkt und es gibt “die anderen”. Australien hat bei uns definitiv kein Bauchkribbeln ausgelöst. Genau erklären warum, können wir nicht. Es war einfach so.


Erst, als wir von den Verdienstmöglichkeiten gehört haben, fing unser Kopfkino an zu rattern: Boah, stell dir mal vor, welche Träume wir uns alle erfüllen könnten, wenn wir sooooo viel Kohle verdienen würden. Wow!


Es dauerte nur einige Tage und wir machten die Idee fix.


Wir werden auf dem Work&Travel Visa nach Australien gehen und dort unseren Traum weiterleben.


Da ich zu dem Zeitpunkt schon fast 31 war, mussten wir uns mit der Work&Travel Visa Beantragung beeilen. Als deutscher Staatsbürger kann man das Visum bis zu einem Tag vor seinem 31. Geburtstag beantragen. Gesagt, getan. Die Beantragung war online und komplett unkompliziert möglich. Visa granted. Let's go!


Unsere Jobs in Neuseeland wurden gekündigt, unser geliebtes Zimmer im Reihenhaus mit Blick auf den Wakatipu See war leer, das Auto verkauft, die Abschiedsparty legendär; auf dem Weg zu Rollfeld kam am nächsten Morgen der zu viel gebecherte Fusel leider wieder hoch. Andere Geschichte..haha. Aber war geil!

Wehmütig blickten wir auf knapp zwei Jahre voller Spaß, Vanlife, harter Arbeit und Abenteuer am anderen Ende der Welt zurück. Unsere Idee bis zu diesem Zeitpunkt war eigentlich, uns irgendwann einmal auf der Südinsel niederzulassen und ein Häusle zu bauen.


riesieger termitenhuegel in australien
Riesiger Termitenhügel in Australien

Das Abenteuer ruft



Aber irgendwas tief in uns zog uns in die weite Welt....wir bereit für neue Abenteuer! Bereit für Australien. Aber waren wir das wirklich?


Egal, denn jetzt gab es kein Zurück mehr! Wir saßen im Flieger nach Perth. Voller Vorfreude. Aber auch Respekt. Und wie immer: ohne konkreten Plan.

Was auf uns zukommen würde, wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht, aber den Verdienstmöglichkeiten in Australien konnten wir einfach nicht widerstehen! Und wir hofften, dass die Summen, von denen unsere Backpackerfreunde vor ein paar Wochen sprachen, tatsächlich der Realität entsprechen würden.


Für unser Jahr in Australien hatten wir nichts außer die erste Unterkunft gebucht; plus einen Kontakt von einer Freundin in der Tasche, die zuvor in Oz gearbeitet hatte. Das wars. Was wir beide allerdings von Anfang an wussten: Wir wollten ungern an der Ostküste arbeiten, sondern lieber das Outback kennenlernen und irgendwo im Nirgendwo sein.


Puh, und was sollen wir sagen: Ein paar Tage später hatten wir einen Job in der Tasche! Vermittelt von einer Jobvermittlung für Gastroberufe. Köche werden immer gesucht. Kurzes Bewerbungsgespräch am Telefon. Ihr könnt dann kommen. Vertrag für 6 Monate. Länger am Stück war damals auf dem W&T Visa nicht möglich. Ok, krass!


Dass es so easy klappen würde, hatten wir nicht gedacht.

Also gings ab ins Outback. 2,5 Stunden mit dem Flieger von Perth nach Broome und dann noch mal 6 Stunden mit dem Greyhound Bus bis nach Fitzroy Crossing. Es folgten 6 Monate á 6/7 Tage Wochen von morgens bis abends.


Jede Schicht, die wir extra arbeiten konnten, wurde dankend von uns angenommen und unser Konto füllte sich tatsächlich so schnell, wie wir es aus den Erzählungen noch im Kopf hatten.


arbeiten in einer Kueche im Outback

Die Temperaturen im Outback waren dabei nicht ohne, wir hatten im Sommer (also in der Regenzeit mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit) bis zu 48 Grad. Im Winter und der Trockenzeit tagsüber nie unter 27 Grad. Buschfeuer, Überflutungen sind in der Region auch normal und wechseln sich mit den Jahreszeiten ab. Wir erlebten beides.


Nach 6-monatigem Gebuckel in der Hitze des Outbacks folgten einige Reisen und die bittere Erkenntnis, dass ich mit meinen 31 Jahren schon zu alt für das 2nd year Visa war. Ein Plan musste her, denn nach knapp 3 Jahren on the road zog uns nichts zurück nach Deutschland.


Einen Monat, recht knapp also, vor Ablauf unseres Work&Travel Visas, schrieben wir unseren Arbeitgeber im Outback an und fragten ganz unverbindlich nach einem Arbeitsvisum. Das hatte für uns schon in Neuseeland funktioniert, warum also nicht auch hier? Wer nicht fragt, der nicht gewinnt. Und tatsächlich! Er willigte ein. Jackpot!


Alle notwendigen Dokumente wurden eingereicht, ein IELTS Englischtest ohne Vorbereitungen in Melbourne gerockt; wir mussten ihn für das Visum mit einer bestimmten Punktzahl bestehen. Und dann: Nach knapp 6 Monaten Pause, fingen wir erneut im Outback an. In der gleichen Küche, beim gleichen Arbeitgeber.


Outback in den Kimberley Australien
Endlose Weiten im australischen Outback

The good Life


Dieses Mal unterschrieben wir allerdings einen 3 Jahresvertrag und arbeiteten weiter und weiter und weiter. Lebten zu zweit in einem 13 m² Zimmer, arbeiteten zusammen uns sahen uns 24/7. Jahrelang.


Man muss dazu sagen, dass die Verdienst- und Sparmöglichkeiten in Australien für uns persönlich erst Sinn mit dem Job im Outback gemacht haben. Denn wir lebten on site, d.h. unser Arbeitgeber hat uns für einen gewissen Betrag pro Monat ein möbliertes Zimmer und Verpflegung zur Verfügung gestellt.


Als Koch ist es eh noch mal einfacher zusätzlich zu sparen, da man kostenlos auf der Arbeit essen kann, worauf man Lust hat.

Wir konnten also unseren gesamten Lohn, bis auf die Kosten für das Zimmer sparen und beiseite legen. Es gab im Outback keine Malls, wir hatten kein Auto, keine teure Miete zu bezahlen...keine Möglichkeiten unser Erspartes zu verprassen.

Wir hatten uns also seit Mitte 2012 ein Leben und Lifestyle aufgebaut, den wir mit unserem Beruf in Australien easy weiterführen konnten. Ein paar Monate/Jahre arbeiten, ein paar Monate/Jahre reisen.

Die Lücke im Lebenslauf interessiert nicht so sehr wie in Deutschland.. wichtig ist, was man kann und bereit ist zu leisten; man kann sich mich Fleiß und Engagement schnell und recht einfach hocharbeiten. Und wenn es mit der Lücke doch ein Problem werden sollte, sucht man sich einfach einen andern Job. Es ist in der Tat so einfach! No worries mate! :)


Um es also klipp und klar auf den Punkt zu bringen:


Hermann und ich sind Wirtschaftsflüchtlinge


Auch wir möchten unser Geburtsland verlassen, um in einem anderen Land finanzielle Freiheiten bzw. eine bessere finanzielle Lage zu erlangen oder auch anders gesagt: unseren selbst erarbeiteten Lebenstandard beizubehalten.


Work hard, travel far! Mit unserem Job ist das in Deutschland unmöglich. In Australien wird Handwerk noch entsprechend vergütet und gerade mit deutscher Ausbildung und Fleiß stehen einem ALLE Türen offen.

Wir sind weiße, privilegierte Europäer im besten Alter mit jahrelanger internationaler Berufserfahrung in einem Handwerksberuf und besitzen einen deutschen Pass. Jackpot oder? Wir würden in Deutschland easy (für unseren Lebenslauf unterbezahlte) Jobs finden und doch wollen wir weg aus Europa.


Fitzroy River in der Trockenzeit

Unsere Wahrheit


In Deutschland stehen uns bei Weitem nicht so viele Türen offen, die Gastronomie ist notorisch unterbezahlt, unterbesetzt, undankbar und je mehr man kann und leistet, desto mehr wird man leider ausgenutzt.

Klar ist das in Australien ähnlich, Gastro bleibt schließlich Gastro, aber hier passt die Work/Life Balance und die Bezahlung für uns einfach besser.

Geld ist natürlich nicht alles, das muss im Endeffekt jeder für sich selber entscheiden, aber für uns und die Erfüllung unserer größten Träume ist das ein guter Kompromiss.


Für unser Vorhaben des Geldes wegen nach Australien auszuwandern, werden wir als Europäer nicht öffentlich diskriminiert oder angefeindet, wir werden bewundert. Menschen, die mir einst sagten, dass “aus mir nichts wird”, schauen mittlerweile bewundernd zu uns hinauf.


Hermann und ich lieben unseren Beruf, wissen, wer wir sind, was wir können und hören nicht auf „gut gemeinte” Ratschläge, die Menschen zu unserem Vorhaben, unserem Lebensstil oder uns als Persönlichkeiten haben. Unser Leben, unsere Entscheidungen...die niemandem gefallen müssen, außer uns.


Die einen können sich nicht vorstellen, jahrelang um die Welt zu reisen, bei Fremden auf der Couch zu übernachten und aus einem Rucksack zu leben, andere wiederum können sich nicht vorstellen, für die nächsten 20 Jahre verschuldet an einen Ort gebunden zu sein.


Solange man glücklich und zufrieden ist mit dem, was man macht: Go for it! Ganz egal was andere sagen oder denken!


Kati in Broome

No worries mate!


Unsere Zukunft liegt in Australien und wir sind dankbar, diese Möglichkeit zu haben und stolz auf uns, dass wir niemals aufgegeben haben!


Wir blicken positiv nach vorne und spüren, dass alles genau so kommen wird, wie es für uns kommen soll.


See you soon Australia!



Entspannung in der Abendsonne


Das ist unsere Geschichte, unser warum. Unsere Motivation nach Australien auszuwandern und dort einen Teil unserer Zukunft zu verbringen...und wer hätte gedacht, dass wir, als wir uns mit 17 und 20 Jahren entschieden haben, Koch zu lernen, diese Weichen legen würden.


Danke an unsere Ausbilder, an unsere Arbeitgeber, Kollegen, Freunde, Familie...aber auch an alle Menschen, die uns in jungen Jahren für unserer Träumereien kritisierten und belächelten, uns spüren ließen, dass wir doch lieber den "normalen" Weg einschlagen sollten und ihre eigenen Grenzen auf uns projezierten. Ohne euch wären wir jetzt nicht hier.

Alles im Leben hat einen Sinn, auch wenn man ihn erst Jahre später versteht. Und jetzt sitzen wir hier, schreiben diesen Blogpost und würden unseren Ichs von vor knapp 20 Jahren gerne einfach nur Danke sagen!


Danke Kati und Hermann, dass ihr durchgezogen und nie aufgegeben habt!


Falls du also den Gedanken hegst und es dein Traum ist, vielleicht auch irgendwann mal nach Oz auszuwandern, ist unser Tipp definitiv: Lern einen Handwerksberuf, sammel ein paar Jahre Berufserfahrung und geh dann, so lange du unter 30 bist rüber um Fuß zu fassen.

Verlass dich nicht auf andere, nimm sein Leben selbst in die Hand! Es lohnt sich immer für seine Träume zu kämpfen und alles zu geben.


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