Spitzkoppe Reisebericht: Landschaftliches Highlight in Namibia

Aktualisiert: 11. Dez 2019


Die Spitzkoppe ist eine markante, spitze Anhöhe, der etwa 120 km nordwestlich von Swakopmund liegt und als einer der meistfotografierten Berge in Namibia gilt. Zurecht, wie wir finden, denn als die Spitzkoppe am Horizont auftauchte, waren auch wir hin und weg.

Wir hatten uns im Voraus nur das Wort "Spitzkoppe" in unseren kleinen Notizblock gekritzelt. Wir wussten weder, wo wir übernachten werden und was man in der Region überhaupt unternehmen kann, außer natürlich das namibische Matterhorn zu fotografieren, noch, dass die Spitzkoppe eines unserer landschaftlichen Highlights in Namibia werden wird.


Die Spitzkoppe war nach Sesriem/ Sossusvlei unser zweiter Stopp unseres Roadtrips und wir konnten nicht fassen, dass unser Bauchgefühl uns mal wieder zu so einem atemberaubenden Ziel gebracht hat.

Der Ort an sich ist winzig, es gibt keine Tankstellen, Shops oder dergleichen. Viele der Einheimischen verkaufen Kristalle und Steine, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Auf dem Weg zum Camp, in dem wir Halt machten, ploppen rechts und links überall diese ganz einfachen, aus Stöckern gebauten Hütten auf, an denen meist Mütter mit Kindern den ganzen Tag sitzen und hoffen ein paar Cents dazu zu verdienen.


Der Campingplatz, perfekt in die Natur eingebettet


Wir schauten in unserer Maps.me App (die wir wirklich empfehlen können, da auch offline nutzbar) nach, was es für Camps im Umkreis gibt und entschieden uns Intuitiv für das Spitzkoppe Rest Camp, das in der perfekten Location liegt, um die Spitzkoppe und seine Brüder und Schwestern zu erkunden.


Wir zahlten die 11 Euro Campgebühr pro Person und kauften uns noch 5 kg Feuerholz für umgerechnet 3 Euro. Die Preise im Camp (auch für Bier), sind etwas teurer als der Schnitt. Wenn man aber bedenkt, dass dieser Ort so ziemlich im Nirgendwo liegt, fanden wir es gerechtfertigt.

Der Campingplatz ist riesengroß! Wirklich riesig. Es gibt viele Stellplätze, auch für Gruppen, meist liegen diese weit voneinander entfernt und man kann die Umgebung und seine Nacht in Ruhe genießen. Fließend Wasser und Strom gibt es keinen, ein sauberes Plumpsklo ist jedoch auf jedem Platz vorhanden. Es gibt an der Rezeption Duschen, die genutzt werden können. Je nach Camp ist der Weg dorthin recht weit und nur mit dem Auto zu erreichen.

Da standen wir also voller Vorfreude darauf, was der Tag noch für uns bereithielt. Wir hatten Campsite Nr. 15 und richteten uns kurz ein, bevor es weiter auf Erkundungstour ging. Unser Platz war direkt vor einem spektakulären Berg gelegen. Als wir ankamen, begrüßten uns schon farbenfrohe Lurchis, kleine Buschböcke und die verschiedensten Vögel.


Wir würden heute Nacht in einer Landschaft übernachten, die wir so noch nie gesehen hatten und die wir mit nichts auf der Welt hätten vergleichen können.

Die Berge ragten in den Himmel und glänzten im Sonnenlicht in einem güldenen Kupferton. Die ausgewaschenen, abgeschmirgelten Hügel, die uns umgaben, warteten nur drauf, von uns erkundet zu werden. Sie sahen aus, als ob sie jemand vor Millionen von Jahren aus Knete geformt hat und sie seitdem von ein paar heftigen Regenschauern "weichgespült" wurden.

Wir machten uns auf den Weg; über staubige, hellbeigen Schotterwege. So eine Landschaft hatten wir zuvor noch nie gesehen und mehrmals fiel das Wort Marslandschaft. So stellten wir uns den Mars vor. Es wäre die perfekte Kulisse für einen Science Fiction Film, oder ein Marslandungsvideo.


Sehenswertes rund um die Spitzkoppe


Wir hatten an der Rezeption beim Einchecken eine Karte bekommen, die ein paar Erkundungsspots auf eigene Faust parat hielt. Als wir am ersten Stopp ankamen, den Rock Pools, eine Vertiefung zwischen den Felsen, in denen sich Regenwasser sammelt die auf einem Hügel lagen, waren wir etwas enttäuscht.


Wir befanden uns zwar gerade in der Regenzeit, aber die Region hatte schon seit Wochen keinen Regen mehr gesehen. Die Rock Pools waren leer und unsere Vorfreude einer Erfrischung an diesem heißen Sommertag dahin.

Wir stiegen den Hügel einfach weiter hinauf. Mit jedem gelaufenen Meter wurden unsere Augen größer. Ist das hier gerade echt? Wir drehten uns in Richtung Spitzkoppe und konnten nicht fassen, was wir da gerade sehen.


In dem Moment waren die Rock Pools vergessen. Wir hatten gerade einen der schönsten Ausblicke unseres Lebens. Das Licht war perfekt, der Berg war perfekt, das Wetter war perfekt. Einfach alles hat in genau dieser Sekunde gestimmt. Die sandige, helle Erde, die paar Büsche und Sträucher und die goldbraunen Berge. Wahnsinn!


Von dort oben hatten wir einen weitläufigen über die Region und je weiter wir nach oben gingen, desto schöner wurde es. Wir konnten uns nicht satt sehen und verbrachten in der brütenden Mittagshitze noch eine ganze Weile dort oben.


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Wir hatten noch einiges vor, also mussten wir uns irgendwann von dem wunderschönen Ausblick losreißen und uns auf den Weg machen. Als nächstes stand nämlich der Rundloop um das ganze Areal an. Der Rundweg ist ca. 20 km lang und unserer Meinung nach wirklich lohnenswert. Man sieht die Felsformationen aus einer etwas anderen Perspektive fast auf dem gesamten Weg wieder diese unglaubliche Weite.


Auf der "Rückseite" des Camps befindet sich eine Lodge, die Spitzkoppen-Lodge, die direkt zwischen den Granitfelsen liegt und einen luxuriösen Aufenthalt verspricht. Das ist dann aber mehr was für den betuchteren Geldbeutel. Eine Nacht kostet um die 200 €.


Beeindruckende Höhlenmalereien


Wie in der Region rund um Twyfelfontein und den Brandberg gibt es auch an der Spitzkoppe Höhlenmalereien. An der Rezeption kann man die passenden Ausflüge für ca. 4 € p.P. buchen. Es gibt verschiedene Bereiche, die erkundet werden können, wie z.B. das Bushmans Paradise oder das Small Bushmans Paradise.


Beide Touren sind nur mit einem Guide möglich, um Vandalismus vorzubeugen und zu verhindern. Wir waren an dem Tag die einzigen, die diesen Ausflug buchten und konnten somit eine Privattour genießen.


Bushmans Paradise

Bei diesem Ausflug würden wir festes Schuhwerk empfehlen, da es steil bergauf geht und die Höhlenmalereien etwas versteckt liegen. Alleine der Weg dorthin hätte sich für uns schon gelohnt. Je weiter wir hochkraxelten, desto fantastischer wurde die Aussicht. Wieder diese beeindruckende Weite, die verschiedenen Sandtöne, die abgeschmirgelten, weichen Felsen.


Ein weiteres Highlight, bevor wir an den Wandmalereien ankamen, war das balancierende Ei. Ein runder Felsen, der auf halb acht steht und so aussieht, als ob er jede Sekunde runter rollen würde. Tolles Fotomotiv.


Die Malereien sind teilweise bis zu 4000 Jahre alt und mit jedem einzelnen Bild wird eine Geschichte erzählt. So haben sich die Buschmänner früher Nachrichten zukommen lassen und ihre nomadischen Zeitgenossen gewarnt, oder ihnen durch bestimmte Tierbilder, wie z.B. das Nashorn gezeigt, wo sich in der Region Wasser befindet.


Es gab Bilder, die in Trance gezeichnet wurden, d.h. man sah Malereien, die nur einen Oberkörper besaßen. Oder nur einen Kopf. Interessant fanden wir, dass es in der Region vor tausenden Jahren noch Tiere wie Giraffen, Elefanten oder eben auch Nashörner gab. Heutzutage findet man diese Bewohner hier leider nicht mehr.


Small Bushmans Paradise

Das Small Bushmans Paradise ist einfacher zu erreichen, da es direkt neben den Schotterpisten gelegen ist und man nicht erst auf einen Berg klettern muss. Die Malereien, die man dort sieht, unterscheiden sich etwas von denen am Bushmans Paradise. Wir fanden beide interessant und sind froh, dass wir auf unserer Tour noch etwas Zeit übrig hatten und unser Guide beschloss uns auch diese Malereien zu zeigen.


Merke: Die Guides und das Camp stellen keine Autos zur Verfügung. Du fährst die Strecke also mit deinem Fahrzeug, nimmst den Guide mit und lässt ihn anschließend am Eingang des Camps wieder raus.

Wir setzten unseren Guide Michael an der Rezeption ab und machten uns auf den Weg zurück zu unserem Platz. Noch nie zuvor haben uns so so sehr auf einen Campingplatz gefreut. Die Kulisse und die Tatsache, dass wir dort wirklich weit abgeschieden von anderen Reisenden stand, war eins unserer Highlights.


Man könnte den Abend an der wirklich schönen, campeigenen Bar ausklingen lassen, wir entschieden uns aber noch mal all unsere Eindrücke des Tages bei einem Lagerfeuer an unserem Stellplatz Revue passieren zu lassen.

Wenn du Spitzkoppe noch nicht auf deiner Reiseliste für Namibia stehen hast, wird es Zeit dies zu ändern. Wir können dir einen Besuch nur wärmstens empfehlen. Wir verbrachten in Spitzkoppe einen unserer schönsten Tage in Namibia und würden jederzeit, und das meinen wir wirklich so, zurückkehren.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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