Doha - lohnt sich ein Zwischenstopp?
- Kati + Hermann

- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Doha, die Hauptstadt von Katar, liegt am Persischen Golf und ist wahrscheinlich jedem von uns als Umsteigehub auf dem Weg nach Asien oder Australien bekannt.
Aber was kann die Stadt eigentlich? Lohnt sich ein Zwischenstopp? Und was gibt es außer moderner Architektur zu sehen und zu erleben? Wir haben drei Tage in der arabischen Metropole verbracht, teilen unsere besten Tipps und würden Doha jederzeit für einen Zwischenstopp empfehlen.

In diesem Blogartikel findest du:
Anreise nach Doha
Doha liegt etwa 6 Stunden Flugzeit von Deutschland entfernt. Die Anreise erfolgt meist über Qatar Airways, der nationalen Airline.
Qatar Airways Partnerprogramm
Bucht man seinen Flug direkt über Qatar Airways, gibt es auf der Webseite die Möglichkeit, einen Zwischenstopp von bis zu vier Tagen einzufügen. Übernachtungen werden dann vergünstigt angeboten, um so Touristen ins Land zu locken. Man kann zwischen einer großen Auswahl an luxuriösen und teilweise pompösen 4*- und 5*-Hotels wählen, aber seinen Aufenthalt natürlich auch individuell gestalten und buchen.
Beste Reisezeit
Als beste Reisezeit für deinen Zwischenstopp in Doha eignen sich die Monate von Oktober bis April, hier herrschen angenehme Temperaturen von 20–30 Grad. Von Juni bis August herrscht Hochsommer mit Temperaturen zwischen 40–50 Grad, was das entspannte Erkunden der Stadt erschweren könnte.
Übernachtungsmöglichkeiten
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Doha für jeden Geldbeutel und Geschmack. Von 30 € pro Nacht für ein einfaches Doppelzimmer bis hin zu purem Luxus für über 1.000 € ist alles dabei. Doha ist relativ langgezogen, die meisten Sehenswürdigkeiten und das meiste Treiben finden in der Altstadt rund um den Souq Waqif statt. Wer also mitten im Geschehen sein möchte, bucht seine Unterkunft hier.
Fortbewegung
Fortbewegung in Doha ist unkompliziert und günstig möglich. Es gibt drei Möglichkeiten:
Metro
Die günstigste Alternative ist die Metro. Es gibt drei Linien, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Hotspots und den Flughafen verbinden. Eine einfache Fahrt kostet ca. 0,50 €, das Tagesticket nicht mal 1,50 €.
Uber/Taxi
Ubers und Taxis waren unsere erste Wahl. Man ist komplett flexibel und schnell am Ziel. Preislich absolut angemessen, unterscheiden sich Uber und Taxis kaum und sind beide ganz einfach in der Uber-App buchbar. Manchmal war tatsächlich das Taxi günstiger. Je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen variieren die Preise. Wartezeiten sind kurz.

Taxis in Doha Private Fahrer
Gelegentlich wird man an Touristenspots von Fahrern angesprochen, die sich als privates Taxi für den ganzen Tag anbieten, einen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fahren und warten, bis man seine Fotos, Museumsbesuche etc. erledigt hat. Hier kann man auf jeden Fall verhandeln, da die Preise etwas höher angesetzt werden.
Essen/Trinken
Die größte Auswahl an Restaurants und Cafés findet man am Souq Waqif. Traditionelle katarische Gerichte wie Kabsa, ein gewürztes Reisgericht mit Hühnchen, oder Saloona, ein deftiger Eintopf, kann man z. B. im Parisa oder Basta Restaurant, die sich direkt im Souq befinden, probieren. Mezze, verschiedene orientalische Vorspeisen wie Hummus oder Auberginen, die in kleinen Schälchen serviert werden, oder Kibbeh, knusprig frittierte Bulgur-Bällchen, sind ebenfalls ein Hit.
Unser Tipp: Unbedingt Kunafa probieren. Ein traditionelles Dessert, das aus brutzelndem Käse, feinen Teigfäden, Zuckersirup und Pistazien besteht. Köstlich!

Shopping
Die Malls in Doha sind next level. Angefangen bei der Villaggio Mall, die Venedig nachempfunden ist und in der man auf kleinen Gondeln zwischen dem Shoppingrausch durch künstliche Kanäle mit Himmelskulisse gleiten kann.
In der Mall of Qatar kann man sich in den knapp 500 Shops verlieren oder Freizeitangebote wie Bowlingbahn oder Kino nutzen. Die Place Vendôme Mall ist ebenfalls ein Highlight, das eher an einen Palast erinnert und nur so vor Luxusmarken strotzt.

Sehenswürdigkeiten
Museum of Islamic Art
Das minimalistische Gebäude zieht einen direkt in seinen Bann und liegt auf einer künstlichen Insel in der Bucht am südlichen Zipfel der Corniche. Die imposante Eingangshalle ist der Vorgeschmack auf vier Etagen voller Kunstwerke, Keramik, Schmuck und Geschichte der islamischen Kultur.
Ganz in der Nähe befindet sich auch die Flag Plaza: Dutzende Flaggen flattern im Wind und sind ein beliebtes Fotomotiv.

Nationalmuseum
Das Nationalmuseum ist (in unseren Augen zumindest) ein architektonisches Meisterwerk und von der Desert Rose, auf Deutsch Wüstenrose, inspiriert. Dieses in Wüstenregionen natürlich vorkommende Mineralgebilde sieht aus wie eine Kristallrose.
Das Gelände ist riesig mit Innenhof und verschiedenen Außenbereichen, im Inneren wird die aufstrebende Geschichte Katars gezeigt.

Mina District (inkl. Fischmarkt)
Der Mina District eignet sich, gerade in den Morgenstunden, wenn wenig los ist, als perfekte Fotokulisse. Pastellfarbene Häuschen, bunte Streetart und hübsche Cafés laden zum Schlendern und Staunen ein.
Von hier hat man außerdem einen schönen Blick auf Dohas Skyline und kann ab etwa 9 Uhr einen Blick in den wohl schönsten Fischmarkt weit und breit werfen.
Corniche
Die Corniche ist Dohas etwa 7 km lange Strandpromenade und Flaniermeile. Hier legen die Dhow-Boote für Rundfahrten ab, hier findet man die Statue der Fußball-WM 2022, kann bei Tag und Nacht die Skyline bewundern oder das Perlenmonument, eine überdimensionale Muschel, fotografieren.
Souq Waqif (Falken-Souq / Gold-Souq)
Souq Waqif, auch „alter Markt“, ist ein authentischer und traditioneller Markt im Herzen von Doha. Verwinkelte Gassen, arabische Architektur, Cafés, Shisha-Bars und Restaurants; es duftet nach Gewürzen und Tee, man findet Souvenirs, Handwerkskunst, aber auch Alltägliches. Hier vermischen sich Einheimische und Touristen.

Der Souq an sich ist rund um die Uhr zugänglich. Die Gassen und Straßen füllen sich oft nach Sonnenuntergang. Die einzelnen Stände sind meist vormittags von 10–12 Uhr geöffnet, schließen dann über den Mittag und öffnen wieder von ca. 16–22 Uhr. Freitags öffnen sie oft erst nach den Gebeten ab 16 Uhr.

Angrenzend befinden sich der Falken-Souq und der Gold-Souq, die ebenfalls einen Besuch wert sind.
Katara Cultural Village
Katara Cultural Village ist ein Open-Air-Kultur- und Veranstaltungsviertel mit vielen Fotospots. Vom riesigen Amphitheater (das bei unserem Besuch leider geschlossen war) bis hin zur Goldenen Moschee, den Pigeon Towers (Taubentürmen) oder einer mit Mosaik verzierten Treppe findet man hier unzählige fotogene Bereiche.

Der Eintritt ist kostenlos. Es gibt vor Ort viele Cafés und Restaurants; wer seine Zeit am Strand verbringen möchte, kann am 1,5 km langen Katara Beach entspannen.

Dohas Skyline & Katara Tower
Dohas Skyline mit seiner modernen Architektur und außergewöhnlichen Wolkenkratzern spiegelt den rasanten Aufstieg Katars der letzten Jahrzehnte wieder und ist bei Tag und Nacht ein echter Hingucker. Den besten Blick hat man von der Corniche, dem Museum of Islamic Art oder dem Mina District. Wer näher ran möchte, kann eine Rundfahrt auf den traditionellen Dhow-Booten unternehmen.
Dhow Cruise
Katars traditionelle Holzboote, auch Dhows genannt, prägen das maritime Bild Dohas und wurden in der Vergangenheit als Handelsschiffe, zur Fischerei oder zum Perlentauchen genutzt. Heute werden hauptsächlich Rundfahrten angeboten. Gerade nach Sonnenuntergang lohnt sich eine Fahrt mit Blick auf die beleuchtete Skyline. Viele der Boote sind beleuchtet und bieten ein kleines Buffet inklusive Getränke an.
Bei einigen Touren wird man direkt vom Hotel abgeholt. Ist man spontan an der Corniche unterwegs, kann man vor Ort direkt eine Rundfahrt buchen und oft sofort losfahren. Kurze Rundfahrten sind schon ab etwa 10 € p. P. möglich.

Tagestouren: Wüstensafari, Khor Al Adaid Binnensee, Zubara Fort, Al Thakira Mangroven
Hat man etwas mehr Zeit, kann man verschiedene Tagestouren buchen: im Geländewagen die Sanddünen hinunterbrettern, Kamele besuchen, im Kajak durch die Al Thakira Mangroven gleiten, am einzigartigen Khor Al Adaid Naturreservat Dünen bewundern, die direkt auf das Meer treffen, oder die UNESCO Weltkulturerbestätte Al Zubara inklusive seiner Festung erkunden.
Unser Tipp: Meryal-Wasserrutschenpark
Wer auf Adrenalin und Wasserrutschen steht, ist im Meryal-Wasserrutschenpark genau richtig. Im Norden Dohas gelegen, betritt man hier einen Park, der aussieht, als wäre er einem Rollercoaster-Tycoon-Fiebertraum entsprungen.
Highlight ist zweifellos der Icon Tower, auch Rig 38 genannt, die größte und höchste Wasserrutschenstruktur der Welt. 85 Meter hoch mit 12 verschiedenen Wasserrutschen inklusive Freefall-Drops, klassischen Rutschen oder schnellen Reifenrutschen. Im Park gibt es insgesamt über 50 Wasserrutschen; für jedes Abenteuerlevel und Alter ist etwas dabei. Für uns definitiv unser Highlight in Doha.
Richtige Kleidung
Katar ist ein muslimisches Land, dementsprechend sollte man sich im Voraus etwas mit der Kleiderordnung auseinandersetzen. Tiefe Ausschnitte oder kurze Röcke sollten vermieden werden, lockere, weite und lange Kleidung ist angebracht. Ebenso geschlossene Schuhe. Bei Männern sollten ebenfalls die Knie bedeckt sein.

Sicherheit
Katar gilt als sehr sicheres Reiseland, auch für alleinreisende Frauen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich ratsam, auf Wertgegenstände zu achten und seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen.
Drohnenregularien in Katar
Die Einfuhr von Drohnen nach Katar ist verboten. Sie müssen bei Ankunft am Flughafen in Doha deklariert und bis zur Abreise beim Zoll eingelagert werden. Dies ist problemlos möglich, wir empfehlen aber, bei der Ausreise etwas früher am Flughafen zu sein. Bei uns hat die Abholung etwas länger gedauert.
Unser Fazit
Nachdem wir nun jahrelang auf unseren Flügen von und nach Australien in Doha umgestiegen sind, wollten wir uns die Stadt endlich einmal genauer anschauen.
Wir hatten im Voraus Bedenken, dass Doha für uns genauso steril und seelenlos wie Dubai sein könnte, dies hat sich allerdings überhaupt nicht bestätigt, denn uns hat Doha wirklich gut gefallen. Der Mix aus moderner Architektur, Futuristik, arabischer Kultur und seinen lebhaften Märkten lädt jederzeit zu einem komfortablen Zwischenstopp ein.




















