Pferdetrekking zum Ala Kul See: Alles, was du wissen solltest

Aktualisiert: 6. Dez 2019


Du planst eine Pferdetrekkingtour durch Kirgisiens wunderschöne Natur, bist aber unsicher, ob das etwas für dich ist? Hier bist du genau richtig, denn wir fassen für dich all unsere Tipps und Wissenswertes zum Thema Pferdetrekking nach Altyn Arashan und weiter zum Ala Kul See zusammen. Schlafen in authentischen Jurten, ein heißes wohltuendes Bad in natürlichen Quellen in Altyn Arashan, der atemberaubende türkise auf 3532 Metern gelegene Ala Kul See.

  • Wie läuft Pferdetrekking genau ab?

  • Wie viele Stunden sitzt man pro Tag auf dem Pferd?

  • Wie sieht das mit der Verpflegung und Übernachtung aus?

  • Ist das überhaupt für Reitanfänger ohne jegliche Erfahrung geeignet?

Spektakuläre Aussichten auf den Ala Kul See

Alles, was du vor der Buchung deiner Reittour wissen solltest, die genauen Kosten, die Anreise nach Karakol, die Verpflegung und die Highlights der Region. All das und noch viel mehr verraten wir dir in diesem Blogpost.



In diesem Blogartikel findest du: Karakol Anreise nach Karakol Übernachtungsmöglichkeiten in Karakol Highlights der Region: Altyn Arashan und Ala Kul Unsere Tour im Überblick Verlauf der Tour Lohnt sich das für Reitanfänger? Nützliche Tipps Fazit


Karakol: Ausgangspunkt für Outdooraktivitäten

Karakol ist ein kleines Städtchen im Osten Kirgisistans, das unweit vom Issyk Kul, dem zweitgrößten Gebirgssee der Welt liegt. Der Ort dient das ganze Jahr über als Ausgangspunkt verschiedenster Aktivitäten wie Wanderungen, Pferdetrekking oder Bergsteigen.


Im Winter kann man Ski fahren oder sich in den heißen natürlichen Quellen aufwärmen. Gepaart mit dem rustikalen, einfachen, aber dennoch sehr einladenden Charme der Stadt, bleiben hier für Outdoorfans und Naturliebhaber fast keine Wünsche offen. Hauptsaison für Outdooraktivitäten ist Juni-September.

Anreise nach Karakol

Ab Bischkek

Vom westlichen Bus Terminal in Bischkek fahren Marschrutki, Shared Taxis oder private Taxis nach Karakol. Die Fahrtdauer variiert je nach gewähltem Transportmittel. Marschrutki halten auf dem Weg öfter zum Fahrgastwechsel an, Shared und private Taxis fahren durch.

  • Fahrtzeit: Etwa 3,5 bis 5 Stunden.

  • Preise: Marschrutka: 350 Som p.P. (4,38 €), Shared Taxi 500-800 Som (6,25-10,00 €), private Taxis sind normalerweise ein gutes Stück teurer, hier kommt es ganz klar auf deine Verhandlungskünste an. Wir hörten von Preisen um die 40 US$ (ab 3000 Som pro Taxi).

Gut zu wissen: Die Marschrutki und Shared Taxis fahren erst los, wenn sie voll sind.

Ab Kochkor

Am Hauptplatz direkt im Zentrum von Kochkor versammeln sich Fahrer privater und geteilter Taxis, um Fahrgäste entweder zum Zwischenstopp nach Balakschyr oder direkt nach Karakol zu fahren. Marschrutki fahren hier leider keine (Stand Sept. 2018).

  • Fahrtzeit: 1 Stunde bis Balakschyr.

  • Preis: Geteiltes Taxi zur Nebensaison 350 Som p.P. (4,38 €). Zur Hauptsaison 200 Som p.P. (2,50 €).

In Balakschyr wird man direkt am Busbahnhof raus gelassen, wo Marschrutki, private oder geteilte Taxis zur Weiterfahrt nach Karakol bereit stehen.

  • Fahrtzeit mit der Marschrutka (Balakchyr-Karakol): Etwa 4 Stunden bis nach Karakol (unten am Issyk Kul See entlang).

  • Preis: 200 Som p.P. (2,50 €). Eine Pause wird auf der Fahrt eingelegt.


Ab Almaty

Reist du aus Kasachstan mit eigenem Fahrzeug an, eignet sich der Grenzübergang Kegen. Öffentlichen Transport gibt es nicht und die Preise für Taxis sind unverhältnismäßig teuer. Die Straße und der Grenzübergang in Kegen ist von Frühling bis Herbst geöffnet, im Winter ist der Gebirgspass, der überquert werden muss, oft verschneit und die Straßen gesperrt. Preise für ein Taxi ab der kasachisch-kirgisischen Grenze nach Karakol: 60 US$ für 124 Kilometer Fahrt.



Übernachtungsmöglichkeiten in Karakol

In Karakol gibt es eine Vielzahl einfacher aber sehr authentischer Gästehäuser. Wir entschieden uns für das Guest House Tunduk*, in einer Seitenstraße unweit des Zentrums. Uns erwarteten saubere und komfortable Zimmer. Restaurants, Shops und die Büros der Touranbieter sind fußläufig zu erreichen, es ist günstig.


Wir bezahlten 5 Euro p.P./Nacht. Es gibt eine Küche, die genutzt werden kann, Waschmaschinennutzung kostet 120 Som (1,50 €), Waschmittel liegt bereit. Das Gepäck kann während der Pferdetrekkingtouren in einem separaten Raum gelagert werden. ↠ Fortbewegung in Karakol: Eine innerstädtische Fahrt mit dem Taxi kostet 70 Som pro Fahrt (0,88 €). Fahrten mit der Marschrutka 10 Som p.P. (0,13 €).

Highlights der Region: Altyn Arashan und der Ala Kul See

Die meisten Touristen kommen, um sich in den heißen Quellen mitten im idyllisch gelegenen Örtchen Altyn Arashan aufzuwärmen. Elektrizität gibt es in diesem kleinen Bergdorf auf knapp 2400 Metern keine, dafür aber bis zu 50 Grad heiße natürliche Radonquellen (leicht radioaktiv), denen heilende Wirkung bei z.B. Gefäß/Venenproblemen, Störungen des Hormonsystems oder des Muskelsystems nachgesagt wird.


Fast jedes Gästehaus/Jurtencamp besitzt eine private, abschließbare, überdachte heiße Quelle, die man zu jeder Zeit nutzen kann. Ansonsten gibt es im Umkreis einige natürliche Pools, bei Bedarf einfach die Einheimischen nach dem Weg fragen.


Bilderbuch Ausblicke in Altyn Arashan

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Übernachtet man in einer der kleinen Gästehäuser oder Jurtencamps (z.B. VipTravel mit der heißen Quelle Nr.6) ist die Benutzung im Preis enthalten.

Der Ala Kul See, das eigentliche Highlight der Region, befindet sich etwa 13 Kilometer von Altyn Arashan entfernt.

Diese leuchtend türkise Perle der Natur liegt auf 3532 Metern, umgeben von schneebedeckten Gipfeln und Steinwänden, die in den Himmel ragen. Die Farbe des Sees ändert sich ja nach Lichteinfall.


Der letzte Anstieg; etwa 500 Meter aus Altyn Arashan kommend, ist sehr steil und hier sollte, gerade wenn schon Schnee liegt, vorausschauend gewandert werden. Wir stapften Ende September durch teils 40 Zentimeter hohen Schnee.


Unsere Tour im Überblick


  • Touranbieter: EcoTrek Trekking & Travel

  • Dauer: 3 Tage, 2 Nächte

  • Preis p.P. (Nebensaison): 131,25 €

  • Guides: Russisch oder Englisch sprechend. Jahrelange Erfahrung.

  • Reitpensum pro Tag: Tag 1 etwa 4 Stunden, Tag 2 etwa 6-7 Stunden, Tag 3 etwa 4 Stunden.

  • Übernachtung: Im VipTravel Jurtencamp. Traditionelle Jurte oder Bett im 6er Zimmer möglich.

  • Heiße Quellen: Im Preis inklusive. Das Camp hat seine eigene private Quelle.

  • Verpflegung: Frühstück, Abendessen und Nachmittagstee inklusive.

  • Transport: Inklusive. Abholung von der Unterkunft. Ca 30 Minuten Fahrt bis zum Ausgangspunkt. Abholung nach der Tour und Fahrt zurück nach Karakol in die Unterkunft.

  • Sonderwünsche: Auf Vegetarier/Veganer wird Rücksicht genommen, einfach bei der Buchung dazu sagen.



Verlauf des Pferdetrekkings zum Ala Kul See

Pferdetrekking Tag 1

Wir wurden pünktlich um 9 Uhr vom Gästehaus abgeholt und zum Ausgangspunkt der Tour gefahren. Dort wartete schon unser Guide (Mano) mit den drei Pferden. Dabei hatten wir nur unsere kleinen Daypacks mit dem Nötigsten. Unsere großen Rucksäcke blieben im Gästehaus.


Nach einer freundlichen Begrüßung ging’s bei bewölktem Himmel los. Erst an traditionellen Häusern vorbei, bevor wir uns endgültig auf in die Natur machten. Wir folgten einem breiten Pfad, den auch Wanderer und robuste Allradwagen nutzen, um nach Altyn Arashan zu gelangen. Der Weg führte fast die gesamte Zeit am rauschenden Gebirgsfluss entlang, der Himmel war zugezogen, die ersten Regentropfen fielen vom Himmel. Je weiter wir landeinwärts trabten, desto schöner wurden die Aussichten. Überall Tannen, die wie Kerzen in den Himmel ragten, alles um uns war grün und voller Leben.


Bunte Schmetterlinge, summende Bienen und Vögel, die mit ihrem Gezwitscher den Moment untermalten. Außer dem Rauschen des Flusses und dem gelegentlichen Schnaufen der Pferde umgab uns eine traumhafte Stille. Wir trabten immer weiter bis wir nach knappen 4 Stunden die letzte Anhöhe erreichten, die überquert werden musste. Was sich uns dann präsentierte, war ein lang gezogenes Tal und das wunderschön gelegene, verschlafene Bergdorf Altyn Arashan.


Wunderschöne Ausblicke

Wir erblickten kleine Gästehäuser, weiße Jurten, die Idylle war perfekt. Rechts und links erhoben sich Berge, die mit kerzengeraden Tannenwäldern gesäumt waren, am Horizont konnten wir die Umrisse der 5000 Meter hohen Gipfel in der aufreißenden Wolkendecke erkennen. Unser VipTravel Jurtencamp lag auf der ruhigeren Seite des Flusses. Wir hatten die Wahl in einer der insgesamt 4 Jurten zu schlafen (zwei davon konnten nicht beheizt werden), oder in einem Bett in einem 6er Dorm im Hauptgebäude. Wofür wir uns entschieden ist klar oder? Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kleinen Führung über das Gelände gab es dann einen wohlverdienten wärmenden Begrüßungstee.


Hinweis: Das VipTravel Jurtencamp ist das einzige Camp in Altyn Arashan, in dem man noch in „echten“ authentischen Jurten übernachtet. Das heißt: Diese Jurten sind noch in Handarbeit hergestellt, selbstgeschnitztes Holzgerüst, Felle und Leder, die die Jurte umspannen.


Die Jurten der anderen Camps sind aus China importiert. Das Holzgerüst wurde dort gegen ein Metallgerüst ausgetauscht. Anstatt Fellen liegt hier eine einfache Plane auf den Jurten. Wärme hält sich in diesen Jurten nur sehr schlecht. Du wirst den Unterschied erkennen, wenn du da bist. Toilette: Die Toilette ist auch hier wieder in einem kleinen Holzhäuschen untergebracht, aber im Gegensatz zu unserer Pferdetrekkingtour zum Song Kul See gibt es hier eine Keramikschüssel inklusive einer Spülung. Luxus! Das Wetter war am ersten Tag leider nicht auf unserer Seite, es regnete, stürmte und wir konnten es kaum erwarten uns in den heißen Quellen aufwärmen. Die heiße Quelle des VipJurten-Camps ist das Häuschen Nr. 6 auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses.


Es ist abschließbar, es gibt Solarpanels, die sogar einen Besuch bei Dunkelheit ermöglichen. Eine Dusche (aus der allerdings auch das heiße Radon-Wasser fließt) und ein dampfendes Becken, in dem man sich aufwärmen kann. Der Schlüssel hängt neben der Theke im Essbereich und kann jederzeit genutzt werden.

↠ Hinweis, der ernst genommen werden sollte: Hast du Herz- oder Kreislaufprobleme, empfiehlt sich nur ein kurzer Aufenthalt im Wasser. Maximal 30 Minuten. Aufgewärmt machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Es gab hausgekochten Lagman (eine Art Gemüseeintopf) und kannenweise heißen Tee. Es hatte richtig abgekühlt und mittlerweile lag die Temperatur nur noch leicht über dem Gefrierpunkt. Während wir zu Abend aßen, wurde die Jurte für uns beheizt, sodass wir uns danach in unsere kuschelig warme Höhle verkriechen konnten.


Wir hatten die Jurte (ganz rechts) zur Nebensaison für uns alleine, stell dich aber darauf ein, sie in der Hauptsaison mit anderen Reisenden teilen zu müssen. Eine kleine Glühbirne ist in der Jurte vorhanden, sie wird von Solarpanels betrieben. Falls die Nacht klar ist, empfehlen wir dir unbedingt einen Blick zum Sternenhimmel zu werfen. Millionen von Sternen und ein grandioser Blick auf die Milchstraße werden dich erwarten.

Hermann wärmt sich mit heißem Tee auf

Pferdetrekking Tag 2

Uns wurde vor dem Buchen der Tour mitgeteilt, dass die Chance um diese Jahreszeit (Ende September/Anfang Oktober) sehr gering ist, überhaupt zum Ala Kul See zu gelangen. Unbeständiges Wetter, tiefer Schnee, die kalten Temperaturen. Eine Ausweichroute stand für uns bereit.

Als wir früh morgens aus der Jurte krochen, zuerst die mit Raureif bedeckte Wiese sahen und unsere Blicke dann geradeaus richteten, war klar: Unser Traum wird heute Realität.

Wir werden den Ala Kul See mit eigenen Augen sehen! Es war eiskalt, aber der blaue Himmel strahlte, wohin das Auge reichte. Fast kein Wölkchen war zu sehen. Schnell gefrühstückt, die Pferde bereitgemacht und los ging's. Wir waren warm eingepackt, im Zwiebellook und bereit, uns der Anstrengung des steilen Aufstiegs zum Ala Kul zu stellen. Was auf uns zukommen würde, wussten wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht.


Ala Kul See, wir kommen!

Wir trabten erst durch dichte Tannenwälder und knietiefen Matsch, weiter durch das Tal und die eiskalten Zuflüsse des Gebirgsflusses. Um uns herum spektakuläre Ausblicke auf einen 5000er Gipfel, den unser Guide mit „Zeltgipfel“ beschrieb, da er einem aufgespannten Zelt ähnelte. Der Schnee klebte regelrecht am Gipfel und glänzte im Sonnenlicht.


Wir waren weit und breit die einzigen Touristen, selbst in Altyn Arashan hatten wir am Vorabend nur eine Handvoll anderer Reisender gesehen. Diese waren entweder zu Fuß oder per PKW angereist. Wir waren die einzigen Pferdetrekker. Herrlich. Es ging stetig nach oben, die grünen Wiesen und Tannenwälder wichen dem ersten beeindruckenden Blick auf die schneebedeckten Steinwände, die sich vor uns aufbauten.


Wir passierten die Baumgrenze und trabten über ein Hochplateau, umgeben von Bergen und Gipfeln wie aus dem Bilderbuch.

Mittlerweile gingen unsere Pferde durch teils knöcheltiefen Schnee, weit konnte es nicht mehr sein. Seht ihr da vorne die Fußstapfen, die ganz nach oben führen? Da müsst ihr rauf. Kurze Panik machte sich breit. Ist das nicht zu steil? Oder gefährlich? In einem ausgetrockneten Flussbett direkt vor den Bergen sprangen wir dann von den Pferden. Ab hier mussten wir zu Fuß weiter. Die Bergwand vor uns flößte uns Respekt ein. Eine halbe Stunde dauert es bis nach oben - wenn ihr gut seid. Soviel verraten wir jetzt schon: Wir brauchten fast eine Stunde.


Der steile Anstieg kann beginnen

Wir setzten langsam einen Fuß vor den anderen. Mittlerweile befanden wir uns auf etwa 3500 Metern Höhe und mussten rauf auf 4000 Meter, um einen Blick auf den Ala Kul See werfen zu können. Die erste kleine Steigung der Wanderung holte uns sofort auf den Boden der Tatsachen zurück. Wir waren nach 10 Schritten völlig außer Atem, keuchten und kriegten kaum Luft.


Es ging langsam voran. Sehr langsam. Es war mühsam und rutschig und oft versanken wir fast knietief im Schnee. Wir mussten uns den ganzen Weg über genau konzentrieren, wohin wir traten.

Zwischenzeitlich dachten wir unabhängig voneinander – ausgesprochen haben wir es zu dem Zeitpunkt aber nicht – ob es nicht besser wäre umzukehren. Wir kamen an unsere Grenzen. Zum Glück haben wir nicht aufgegeben und als wir die letzten Höhenmeter hinter uns ließen, am Hang ankamen und das strahlende Türkis des Ala Kul Sees sahen, fiel jegliche Anstrengung von uns ab.


Wir haben es geschafft und stehen auf 4000 Metern irgendwo im Nirgendwo in Kirgisistan bei strahlend blauem Himmel und erleben gerade diesen Moment! Wahnsinn!

Gestern Abend noch in der Jurte gebangt und auf gutes Wetter gehofft, standen wir nun hier. Dem Himmel so nah vor einer der schönsten Aussichten, die wir in ganz Kirgisistan erleben durften.


Der absolute Wahnsinn!

Nach einer Stunde ging es langsam wieder bergab. Wir beide spürten die Höhenkrankheit. Uns war schwindelig, übel und wir fühlten uns schlapp. Der Weg runter war schwieriger und langwieriger als bergauf.


Mehrere Male rutschen wir aus, landeten auf unseren Popöchen und slideten einige Meter nach unten. Die ersten Meter waren so steil, dass fast jeder Schritt nachgesetzt werden musste, weil wir sonst einfach unaufhaltsam in die Tiefe gerutscht wären. Trittsicherheit auf dem Weg nach unten hatten wir fast keine. Was für ein Abenteuer!

Wir sind froh, die Tour in der Nebensaison gebucht zu haben. Das Hoffen und Bangen hat sich ausgezahlt und die leuchtenden Farben, die schneebedeckten Berge, die bis runter zum See reichten und der Kontrast waren optimal. Einen schöneren Ausblick hätten wir uns nicht vorstellen können. Unser Guide hat die gesamte Zeit im ausgetrockneten Flussbett gewartet. Nach Ankunft ruhten wir uns kurz aus und genossen ein letztes Mal den Ausblick, bevor es etwa drei Stunden lang den gleichen Weg, den wir gekommen waren, wieder zurückging.


Die Höhenkrankheit hatte sich mittlerweile wieder verabschiedet. Euphorisch und strahlend saßen wir den gesamten Rückweg auf unseren Pferdchen, bevor wir am Nachmittag im Jurtencamp ankamen.


Heißer Willkommenstee und die Gewissheit, dass wir uns nach dem kalten Tag auf den Pferden wieder in den heißen Quellen aufwärmen konnten, erwarteten uns. Das Abendessen (gedämpftes Gemüse und Lagman) war reichlich und sehr lecker. Sultan, der Koch, erzählte uns, dass er vor Jahren einmal in Moskau gearbeitet hatte. Unsere Jurte wurde am Abend wieder mit Holz geheizt, wir verkrochen uns nach unserer Stärkung in die warme Stube und schliefen sofort ein.

Pferdetrekking Tag 3

An Tag drei gab es noch einmal leckeres Frühstück, bevor es denselben Weg wie an Tag eins zurück nach Karakol ging. Etwa 4 Stunden waren wir im besten Wetter unterwegs und konnten die gesamten Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen, bevor wir am Ausgangspunkt ankamen. Dort wurden wir schon erwartet und anschließend zu unserer Unterkunft nach Karakol gefahren.

Lohnt sich das Pferdetrekking zum Ala Kul See auch für Reitanfänger?

Definitiv! Wir hatten eine Woche zuvor unsere erste mehrtägige Pferdetrekkingtour in Kochkor gebucht und hatten ebenso Bedenken, ob wir das körperlich überhaupt schaffen würden, so lange auf einem Pferd zu sitzen. Das Pferd unter Kontrolle zu halten, war das nächste Thema. Wir müssen sagen, dass uns – bis auf leichte Knieschmerzen am letzten Tag – keinerlei Gründe einfallen, es nicht einmal selber zu probieren und eine Perdetrekkingtour zu buchen. Man hat auf dem Rücken der Pferde einen ganz anderen Blick auf die umliegende Natur, weil man alles viel intensiver genießen kann. Abschalten und einsaugen war unsere Devise.


Die Pferde waren zahm/tiefenentspannt, unser Guide hat sich nie weiter als 50 Meter von uns wegbewegt und wäre bei auftretenden „Problemen“ sofort zur Stelle gewesen.


Nützliche Tipps

  • Nimm dir genug warme und Regen abweisende Kleidung mit. In den Bergen kann das Wetter jederzeit umschlagen und selbst im Sommer sind Schneeschauer möglich.

  • Mittagessen ist in der Tour nicht inklusive, nimm dir bei Bedarf Snacks mit. Wasser oder Softdrinks können im Jurtencamp gekauft werden.

  • Vergiss deine Powerbank nicht, wenn du planst täglich dutzende Fotos der schönen Natur zu knipsen.

  • Badezeug brauchst du für die heißen Quellen nicht mitzunehmen. Ein Handtuch schon, denn im Camp werden keine gestellt. Heiße Quelle Nr. 6 kann von innen abgeschlossen werden.

  • Nimm dir etwas Toilettenpapier mit. Bei unserem Besuch im Camp war das etwas knapp bemessen.

  • In den Jurten wird normalerweise nur ein Mal geheizt. Wenn dir das nicht reicht bzw. du denkst, dass es zu kalt werden könnte, einfach nachfragen, ob mehr Holz bzw. Holzkohle nachgelegt werden könnte. Das geht ohne Probleme.


Unser Fazit

Das waren sie. Unsere gesammelten Tipps und Infos für die Pferdetrekkingtour nach Altyn Arashan und zum Ala Kul See. Kirgisistan präsentierte sich uns hier ganz anders, als auf unserer Pferdetrekkingtour zum Song Kul See und wir waren wirklich mehr als begeistert.


Landschaftlich haben uns die drei Tage (vor allem aber Tag 2) umgehauen. Der Ala Kul See mit schneebedeckten Gipfeln, dem weitläufigen Ausblick, dichten kerzengeraden Tannenwäldern und das stetige Rauschen des Flusses waren unsere Highlights.


Unser Guide hatte 18 Jahre Erfahrung, versorgte uns mit vielen Infos rund um das Nomadenleben und die Natur und wir fühlten uns von der ersten Minute an wohl. Die Pferde waren ein Traum, die Gastfreundschaft herzlich, das Essen köstlich und die heißen Quellen retteten uns alte Frostbeulen vor dem Erfrieren.

Traumausblicke auf 3500 Metern

Falls du darüber nachdenkst genau diese Tour zu buchen, können wir dir nur den Tipp geben: Warte nicht mehr allzu lange. Unser Guide erzählte uns, dass jedes Jahr mindestens ein neues Gästehaus in Altyn Arashan eröffnet; zu unserem Besuch wurde gerade ein großes, „recht modernes“ Gästehaus gebaut.


Möchtest du noch ein kleines, authentisches Bergdorf mit heißen Quellen erleben, bevor es vom Tourismus überrannt wird, empfehlen wir dir: Besuche Kirgisistan sobald es geht.



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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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