Kasachstan Rundreise: 5 landschaftliche Highlights, die sich lohnen

Aktualisiert: 1. Dez 2019


Wenn du Kasachstan noch nie für eine Reise in Betracht gezogen hast, wird sich das nach dem Lesen dieses Blogposts wahrscheinlich ändern. :) Wir kamen komplett unvorbereitet und ohne jegliche Kasachstan-Kenntnisse im Land an, klickten uns durch einige wenige Bilder im Netz, steckten uns eine ungefähre Route zusammen, fuhren mit unserem 4WD einfach drauflos und erlebten ein Kasachstan, das uns sprachlos machte.


Atberaubende, abwechslungsreiche Landschaften, wenig Touristen und Orte, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden. Der Südosten des Landes ist unglaublich vielfältig, deshalb stellen dir in diesem Blogpost 5 landschaftliche Highlights in Kasachstan vor, die es sich wirklich lohnt zu besuchen.



#1 Großer Almaty See und Issyk See: Die türkis-grünen Gebirgsseen rund um Almaty

Wenn auch du ein Naturliebhaber bist und dich an den verschiedenen Farbtönen von Mutter Natur nicht satt sehen kannst, kommt hier schon das erste Highlight. Rund um Almaty gibt es wahnsinnig schöne Gebirgsseen, die einen sofort in ihren Bann ziehen.


Großer Almaty See


Der Große Almaty See, ein Stausee der sich unweit von Almaty auf 2500 m Höhe befindet, verzaubert mit einer sich nach Jahreszeiten ändernder Wasserfarbe und einer schneebedeckten Bergkulisse am Horizont. Hinweis: Der große Almaty See ist das top Ausflugsziel rund um Almaty, dementsprechend voll kann es werden.

Wie gemalt! Der große Almaty See in Kasachstan

Der Issyk See


Am Issyk See, etwa 80 km von Almaty geht es etwas ruhiger zu, die Farbe des Sees unterscheidet sich stark vom Grossen Almaty See. Er ist viel milchiger und erstrahlt in einem hellen mintgrün-türkis. Es gibt verschiedene Trampelpfade und Aussichtspunkte, trau dich ruhig und probier mal die Wassertemperatur.


So viel sei gesagt: Selbst im August steigt sie selten über 10 Grad. Baden daher nur für hart gesottene. Wenn du es entspannter magst, wie wäre es mit einer Bootsrundfahrt? Eine Runde im Speedboot kostet 1000 Tenge (2,35 €) pro Person. Es gibt zudem verschiedene Picknickplätze - teils überdacht - einen Spielplatz und eine Liegewiese.



Was es sonst noch in Kasachstan zu sehen und erleben gibt:

#2 Der Kaindy und die Kolsai Seen: Wunderschöne Gebirgsseen im Südosten Kasachstans

Diese vier Gebirgsseen sind definitiv eine Reise wert. Man kann im kleinen Dorf Saty übernachten, welches sich ausgezeichnet als Startpunkt für Ausflüge und Wanderungen in der Region eignet.

Der Kaindy See

Der Kaindy See sollte vorzugsweise mit einem 4WD angefahren werden, eine „richtige Straße” gibt es nicht, der Schotterweg ist teils sehr holprig, es gibt je nach Wetter teils knöcheltiefe matschige Passagen und einen Fluss, der durchquert werden muss. Für 12 Kilometer braucht man knapp eine Stunde.


Aber dann, dann wird man für seine Mühen belohnt: Und zwar mit einer bombastischen Aussicht!


Dadurch, dass der See erst 1911 durch ein Erdbeben entstanden ist, ragen bis heute Baumstämme wie Kerzen in den Himmel und bieten ein einmaliges Naturschauspiel.

Dazu die Farbe des glasklaren Sees, der in den verschiedensten Blau- und Grüntönen leuchtet. Herrlich!


Der Kaindy See von oben

Eintritt zum Kaindy See: 4 € für zwei Personen inklusive Auto. Pass nicht vergessen, dieser wird kontrolliert.

Kolsai Seen


Es gibt insgesamt drei von ihnen, der erste kann ganz easy mit dem Auto angefahren werden (Asphaltstraße). Dementsprechend herrscht dort aber auch der meiste Trubel. Man kann um den See wandern, sich Paddelboote ausleihen oder sich einfach am Ausblick erfreuen.


Zu See Nr. 2 und 3 kommt man nur zu Fuß, wir brauchten etwas länger als 2,5 Stunden für 8 Kilometer (einfacher Weg). An See Nr. 2 angekommen erwarten einen saftig grüne Gebirgswiesen, auf denen Pferde grasen, dichte Tannenwälder und traumhafte Aussichten auf die umliegenden Berge. Wenn wandern nichts für dich ist, gibt es die Möglichkeit, ein Pferd zu mieten und zum Kolsai See Nr. 2 zu traben. Kosten hierfür 5000 Tenge (11,90 €) in eine Richtung.

Der Kolsai See Nr. 2 von oben
Die Wanderung zu See Nr. 3 ist wegen der Grenznähe zu Kirgisistan nur mit einer speziellen Genehmigung möglich.

Von See 2 zu See 3 sind es noch einmal knapp 3 Stunden. An beiden Seen befinden sich Campingplätze, teilweise auch zwischendurch auf den Wanderungen, wie z.B. am Ende des Kolsai Sees Nr. 1 direkt am Fluss. Campingequipment und schwere Rucksäcke können bei Bedarf auch von Einheimischen mit Pferd zu den Seen transportiert werden. Eintritt zu den Kolsai Seen: Ebenfalls 4 € für zwei Personen inklusive Auto. Auch hier wird der Reisepass benötigt. Hinweis: Die Eintritte gelten jeweils für 24 Stunden. Entschließt man sich, den Kaindy und den Kolsai See an einem Tag zu besuchen, bekommt man einen kleinen Rabatt. Einfach den Bon vorzeigen.


#3 Der Charyn Nationalpark mit seinen 5 beeindruckenden Canyons

Die Landschaft um den Charyn Canyon begeistert schon, bevor man überhaupt ankommt, denn die Fahrt dorthin bietet einige Highlights. Weite, ausgedörrte Steppenlandschaft, vertrocknetes Gras, Berge in weiter Ferne. Es gibt in der Umgebung mehrere Aussichtspunkte, wie z.B. den am Black Canyon. Dunkles, karges Gestein, eine tiefe Schlucht, schneebedeckte Berge am Horizont, ein smaragdgrüner Fluss, der sich durchs Tal schlängelt und eine grüne Oase drum herum. Am Hauptcanyon, dem Charyn Canyon mit seinen Valley of Castles erwartete einen dann eine Aussicht, die sprachlos macht. Es gibt Dutzende Aussichtspunkte ohne jegliche Absperrungen. Ein Traum, denn so kann man sich sein ganz eigenes Plätzchen abseits der Massen suchen und die rostig-roten Farbtöne genießen.


Zum Sonnenauf- und Untergang leuchten diese besonders schön. Die Tagestouristen kommen meist mittags an und fahren spätestens gegen 16 Uhr wieder ab. Davor und danach hat man den Canyon fast für sich alleine.

Der atemberaubende Charyn Canyon

Insgesamt gibt es in der Region ganze 5 Canyons, die nur darauf warten von dir erkundet zu werden. Am besten mit eigenem 4WD, denn viele Mietwagenfirmen erlauben eine Fahrt runter in den Canyon leider nicht. Was wir erlebten und Reisetipps für einen Besuch, kannst du in unserem Charyn Canyon Blogpost nachlesen. Eintritt in den Nationalpark: 3,77 € für zwei Personen inklusive Auto. Campen ist gratis. Auch hier den Pass nicht vergessen.


#4 Altyn Emel Nationalpark: Singende Dünen

Jap, richtig gelesen. Im Altyn Emel Nationalpark kommt auch schon der nächste Knaller. Die singenden Dünen Kasachstans. Nach einer knapp einstündigen, etwas holprigen Anfahrt sieht man sie schon von weitem in den Himmel ragen. Mit knappen 180 Metern ein echter Hingucker, aber auch die karge Landschaft rund um die Dünen war eine Fahrt hier hin schon wert.


Eine weitere Besonderheit ist, dass sich die Dünen, es sind insgesamt vier, keinen Meter bewegen. Sie liegen perfekt in einem Tal, in dem ihnen selbst starker Wind nichts anhaben kann. Aber was hat es mit dem Singen auf sich? Uns wurde im Voraus gesagt, dass wir ganz hoch laufen und dann auf unseren Popöchen runterrutschen sollten. Dann würde die Düne anfangen zu singen, bzw. ein Geräusch von sich geben, das an ein vorbei fliegendes Flugzeug oder ein dumpfes Furzkissen erinnert. Ob das klappt?


Skeptisch machten wir uns auf den anstrengenden Weg nach oben. Von dort hat man einen spektakulären Blick über das Tal, die umliegenden Dünen, Berge, Steppenlandschaft und einen Fluss, der sich durch den Nationalpark schlängelt.

Ganz alleine an den singenden Dünen im Altyn Emel Nationalpark

Jetzt heißt es: Position einnehmen und runterrutschen.


Nach wenigen Sekunden das erste Geräusch. Ein dumpfes Grummeln und eine Vibration, die sich tief durch die Düne zieht. Verrückt!

Je doller man beim Rutschen den Po in den Sand drückt und je ruckartiger man rutscht, desto lauter wird ihr “Singen”. Man sitzt auf einer Düne in Kasachstan, was ja an sich schon ein Highlight ist, und hört sie singen. Abgefahren! Mach dich darauf gefasst nach diesem Spaß von Kopf bis Fuß in feine Sandkörner gehüllt zu sein. Macht aber nichts, denn wir sind uns sicher, dass das eines der Erlebnisse in Kasachstan sein wird, das du nie vergessen wirst. Eintritt in den Altyn Emel Nationalpark: Im Touristenoffice in Basshi anmelden. 24 Stunden kosten für zwei Personen inklusive eigenem Fahrzeug 5,44 €.


#5 Das Aktau Gebirge mit seinen bunten Bergen

Ebenfalls im Altyn-Emel Nationalpark gelegen wartet auch schon das nächste Highlight. Das farbenfrohe Aktau Gebirge. Die Fahrt dorthin holprig und mit knappen 1,5 Stunden pro Richtung etwas länger als zur Düne. Der erste Aussichtspunkt, der Katutau, begrüßt einen mit einer Prärielandschaft, in der nur noch Cowboys, Lagerfeuer und ein kühles Bier fehlen. Im Umkreis ist kilometerweit einfach niemand und die Landschaft gehört einem ganz alleine. Man kann auf Felsen klettern, die wie weiche Knete aussehen, verschiedenfarbige Berge am Horizont bewundern, einen Blick auf Echsen erhaschen, die sich vor der brütenden Hitze verstecken, sein Auto weit abseits der Schotterpiste auf hellen abgeschmirgelten Felsen parken oder natürlich seine Wanderschuhe schnüren und loslaufen. Himmelsrichtung: Egal.

Das eigentliche Highlight in dieser Region des Parks sind allerdings die bunten Aktau Berge, die von weiß bis dunkelrot in allen erdenklichen Farben leuchten.

Man sieht schon von weitem eine weiße Bergwand am Horizont erscheinen und je näher man ihr kommt, desto deutlicher zeigen sich die beeindruckenden Farben. Mittags bis Nachmittags zeigen sich die Berge hier von ihrer schönsten Seite.

No filter needed! Es sieht dort tatsächlich so aus

Man kann zu verschiedenen Aussichtspunkten wandern, in kleinen überdachten Hütten direkt am Parkplatz mit grandiosem Blick picknicken und dazu den Blick auf Berge und Hügel genießen, die vor einem in weiß, grau, golden, orange, rosa, hell-, dunkelrot bis hin zu leichtem lila leuchten.

Abgefahrene Felsformationen aus der Luft aufgenommen

Unser Tipp: Festes Schuhwerk an, Kopfbedeckung auf und loslaufen, denn den besten Blick hat man von oben. Richtige Wege dorthin gibt es nicht, die schmalen Trampelpfade zu den verschiedensten Aussichtspunkten tun es aber auch. Einfach den Fußstapfen folgen.


Der Blick über die Region von dort oben ist grandios, man überblickt die weite Steppe und kann nicht anders, als über die Laune der Natur zu staunen. Ein wahres Naturwunder. Und wenn man besonders viel Glück hat, sieht man im Nationalpark noch ein paar Gazellen an einem vorbeihuschen.


Unser Fazit

Das waren sie. 5 landschaftliche Highlights in Kasachstan, die sich lohnen. Und? Haben wir dir zu viel versprochen?


Das ist nur ein Bruchteil der Dinge, die Kasachstans Südosten zu bieten hat, allerdings sind es diese 5 Dinge, die uns am meisten in Erinnerung geblieben sind. Nie im Leben hätten wir mit so einer abwechslungsreichen Natur gerechnet. Singende Dünen? Bunte Berge? Smaragdgrüne Gletscherseen? In Kasachstan? Wir hoffen, dir zumindest einen kleinen Eindruck dieses tollen Landes vermittelt zu haben. Wenn dich Kasachstan noch weiter interessiert, schau gerne auf unserer Kasachstan Untereite vorbei. Dort findest du alles, was wir in unseren 30 Tagen im Land erlebt haben plus unsere gesamten Reisekosten und Tipps & Tricks für deine nächste Reise.


Hast du Lust Kasachstan auf eigene Faust mit dem Mietwagen zu erkunden? Mit unserem eBook: Roadtrip auf eigene Faust durch den Südosten des Landes bist du bestens gewappnet. Auch, wenn du kein Russsich sprichst.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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