Kolsai und Kaindy See: Die schönsten Gebirgsseen im Südosten Kasachstans

Aktualisiert: März 19


Diese traumhaften Gebirgs-/Gletscherseen befinden sich im Südosten Kasachstans und gelten als die schönsten Gebirgsseen im Südosten Kasachstans. Egal ob du dich am Anblick und den Farben erfreuen willst, über den Kaindy See staunen, dessen kerzengerade Baumstämme direkt aus dem Wasser in den Himmel ragen, oder ein paar Tage in der Natur rund um die Kolsai Seen abtauchen möchtest. All das und noch viel mehr ist in dieser Region im Südosten Kasachstans möglich.


Blick auf den Kolsai See Nr. 1

Wir stellen dir in diesem Blogartikel die schönsten Gebirgsseen im Südosten Kasachstans - den Kaindy und die Kolsai Seen - einmal genauer vor.



In diesem Artikel findest du Reisetipps zu: Anreise zum Kaindy und Kolsai See Saty Unterkünfte Kaindy See Kolsai Seen 1,2 und 3 Unser Fazit



Anreise zum Kaindy und Kolsai See

Die Kolsai Seen liegen rund 295 Kilometer von Almaty entfernt. Saty, ein kleiner Ort in unmittelbarer Nähe der Seen, eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für (Mehr)-Tagesausflüge oder Wanderungen zu und um die verschiedenen Gebirgsseen. Es gibt fünf verschiedene Möglichkeiten, das Örtchen zu erreichen.

Mietwagen


Die komfortabelste und unstressigste Variante wäre hier der Mietwagen – wir buchten bei Vladex (v-prokat) und waren mehr als begeistert.

Per Anhalter


Als zweites gäbe es die Möglichkeit per Anhalter anzureisen. Da die Strecke gut frequentiert ist, dürfte es nicht allzu schwer werden, eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Auch wir nahmen die letzten 80 Kilometer zwei Backpacker mit.

Mit dem Bus


Des Weiteren gibt es angeblich - hier gibt es allerdings sehr widersprüchliche Angaben - einen Bus, der von Sayakhat bis nach Saty fahren soll. Ob er wirklich existiert und ob er regelmäßig fährt? Dazu konnten uns selbst Einheimische keine genauen Informationen geben und wir sahen während unseres Aufenthaltes zwar die Haltestellen, aber nie einen Bus.

Mit dem Shared Taxi


Ein so genanntes shared Taxi kann mit anderen Reisenden ab Almaty geteilt werden. Ab der Sayakhat Bus Station fahren diese bis zum Ort Kegen. Preis ab 1500 Tenge (3,60 €). In Kegen an der Abzweigung Richtung Saty (Bushaltestelle) wird man dann abgeladen. Von dort sind es noch rund 80 Kilometer bis nach Saty.

Mit einer geführten Tour


Wenn man es bequem mag, keine Lust auf geteilte Mitfahrgelegenheiten hat, kann man natürlich auch eine der völlig überteuerten Touren der unzähligen Anbieter buchen. Kostenpunkt für eine 3-Tagestour: 390 US$ (335 €). Utopisch für kasachische Verhältnisse.


Busse fahren von Kegen nach Saty keine, hier besteht allerdings eine große Chance per Anhalter mitgenommen zu werden. Sei darauf vorbereitet, für die Fahrt zu bezahlen. Manchmal hat man allerdings Glück und wird gratis mitgenommen. Preise variieren zwischen 1000-6000 Tenge (2,40 – 14,30 €) für 2 Personen. Wir nahmen auch zwei Backpacker mit und verlangten 3000 Tenge für 80 Kilometer. Anhalter gegen eine kleine Bezahlung mitzunehmen können wir in Kasachstan nur empfehlen. Man stockt so sein Budget auf, lernt nette Menschen kennen und kann Reisetipps austauschen.


Saty: Ausgangspunkt für Erkundungen der Region und der Seen

Saty ist ein kleines Dorf unweit des Kaindy und des Kolsai Sees und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Erkundungen der Region. Wenn du ohne eigenes Zelt und Campingausrüstung unterwegs bist, gibt es in diesem Dörfchen unzählige einfache und authentische Gästehäuser.


Einige wirst du von außen am Schild “Guesthouse” erkennen, andere nicht, deshalb empfehlen wir dir einen Besuch in der kleinen Touristeninformation im Ort. Dort wurde uns super geholfen (Englisch, Russisch und Kasachisch wird gesprochen und verstanden), wir wurden mit nützlichen Infos zu den Seen und Wanderungen versorgt und uns wurde ein authentisches Homestay bei einem netten Rentnerehepaar empfohlen. Im Ort gibt es zudem viele private Anbieter, die einem mit einem UAZ zum Seen fahren. Diese Autos stehen oft am Straßenrand, Telefonnummern hängen meist am Auto.


Hinweis: Diese Fahrzeuge fahren einen nicht direkt bis zum Kaindy See. Als wir unterwegs waren, war das letzte Stück für diese Kastenwagen gesperrt. Die Wanderung zum See dauert so mindestens 2 Stunden und geht stetig bergauf. Wenn man mit eigenem Fahrzeug bis zum Endpunkt fährt, sind es nur noch rund 15 Minuten bis zum See.

Auf eigene Faust zum Kaindy See. 12 Kilometer Fahrt dauern etwa eine Stunde. Ein richtiges kleines Abenteuer

Wenn man als Selbstversorger unterwegs ist, gibt es in Saty außerdem einige einfach ausgestattete kleine Supermärkte. Bier, Wasser, Brot, Wurst, aber auch Kosmetikartikel sind zu haben. Öffnungszeiten von ca. 9-19 Uhr. Die Preise hier sind nicht wirklich teurer, als in größeren Orten.



Was es sonst noch in Kasachstan zu sehen und erleben gibt:


Unterkünfte in Saty

Einfache Gästehäuser gibt es in Saty ab 2500 Tenge p.P. (6 €). Für den Preis ist allerdings keine Toilette/Dusche im Haus. Toiletten sind dann einfache Holzhäuschen, die im Garten stehen, mit einem Holzbrett mit Loch über einer Grube. Das war’s.


Fließend Wasser gibt es nicht in jedem Gästehaus, Duschen auch nicht, dafür aber traditionelle kasachische Banjas (Sauna), die bei Bedarf per Hand angefeuert werden.

Tolles Erlebnis und unbedingt zu empfehlen. Die Nutzung kostet ab 500 Tenge p.P. (1,20 €). Kaltes Wasser wird dort in Tonnen gelagert, ein kleiner Stieltopf dient als Duschkopf. Man wohnt direkt wie die Einheimischen, teilweise unter einem Dach. Obst durften wir direkt von den Bäumen pflücken, wir wurden zum Essen eingeladen (obwohl wir ohne Verpflegung buchten), probierten hauseigenen Honig und schliefen im kuscheligsten Bett seit langem. Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben. Wir bezahlten hier 3000 Tenge pro Person (7,15 €). Ab 4000 Tenge + gibt es Gästehäuser, die zum Teil Toilette und Duschen im Haus haben. Vom Zimmer und der Einrichtung her unterscheiden sie sich nicht. Bucht man Verpflegung dazu, schlägt das noch mal mit 3000-5000 Tenge p.P/Tag (7,15 - 12 €) zu Buche. Achtung vor dem Jurtencamp am Ortseingang, es ist als Touristenabzocke bekannt. Wenn du mit eigenem Zelt unterwegs bist, hast du auch hier wieder die grenzenlose Freiheit, denn es gibt unzählige traumhafte abgeschiedene Orte rund um Saty, in denen du gratis zelten kannst.

Der spektakuläre Kaindy See

Ca. 12 km von Saty entfernt und auf einer Höhe von knapp 2000 Metern gelegen, befindet sich dieses Wunder der Natur. Der See entstand erst 1911 nach einem Erdbeben und sein Hauptmerkmal sind die abgestorbenen Fichtenstämme, die kerzengerade aus dem See ragen. Über Wasser sind die Zweige inklusive Nadeln verwittert und fast vollständig abgebrochen, unter Wasser sind sie aber deutlich sichtbar.


Abgestorbene Baumstämme im Kaindy See
Die Fahrtzeit der 12 km zum See beträgt rund eine Stunde. Der Weg führt über Schotterpiste, holprige, steinige Passagen, durch einen Fluss und nach Regenschauern auch mal durch knöcheltiefen Schlamm.

Einen 4WD würden wir an dieser Stelle empfehlen. Wir sahen Einheimische in normalen Pkws fahren, diese setzten allerdings ziemlich oft auf. Je nach Jahreszeit variiert die Tiefe des Flusses, der durchquert werden muss. Anfang September waren es etwa 30-40 cm. Man passiert auf dem Weg zum See einen Kontrollposten. Pässe nicht vergessen, diese werden aufgrund der Grenznähe zu Kirgisistan kontrolliert.


Eintrittspreis: 740 Tenge p.P. (1,75 €) und für den PKW 200 Tenge (0,50 €). Mitfahrgelegenheiten gibt es ab 1000 Tenge p.P. (2,40 €) ab Saty. Entweder mit dem Kastenwagen der Einheimischen, oder man stellt sich einfach an den Straßenrand und hält vorbeifahrende Autos an. Am See gibt es einen Hauptaussichtsbereich, von dem man einen wunderschönen Blick auf die Tannen und die Wasserfarbe genießen kann. Von dort aus schlängelt sich ein kleiner Trampelpfad direkt am Ufer entlang, von dort sind die Aussichten noch besser. Achtung: Es kann schlammig und rutschig werden.

Außerdem kann man um den See zur Mündung des Flusses laufen. In ca. 15-20 Minuten ist man dort. Einige Passagen gehen über den Fluss, es sind allerdings Baumstämme und Steine für eine leichtere Überquerung bereitgelegt. Wir pflückten auf dem Weg viele wilde Himbeeren (August/September). Pferdeausritte sind möglich, Preis ist verhandelbar. Kleine Jurten am Parkplatz bieten Schaschlik, Tee und Snacks an.

Jurtenrestaurant am Kaindy See

Für die ganz Hartgesottenen unter euch:


Es gibt einen kleinen “Strandbereich”, an dem man baden kann, wenn man sich traut. Die Wassertemperatur ist aber selbst im Sommer nie wärmer als 6° C. Zudem eignet sich der See hervorragend zum Tauchen, da man unter Wasser an den Tannennadeln und den abgestorbenen Baumstämmen entlang gleiten kann.


Schmankerl für Taucher: Der See ist 30-40 Meter tief und die Sicht so gut wie immer bombastisch.



Die Kolsai Seen 1,2 und 3

Diese drei Gebirgsseen befinden sich auf einer Höhe von 1700 – 2650 Metern unweit von Saty.

Sie liegen idyllisch in den Bergen, sind von Tannenwäldern und steilen Bergwänden umgeben und leuchten in smaragdgrün, türkis und dunklem Blau.

Blick auf den Kolsai See Nr. 1

Kolsai See Nr. 1


Die Straße zum Kolsai See Nr. 1 ist durchgehend asphaltiert. Fahrten dorthin können in Saty gebucht werden, oder aber auch hier per Anhalter gefahren werden. Eintritt: 740 Tenge p.P. (1,75 €), das Auto kostet 200 Tenge (0,50 €). Auch hier den Pass nicht vergessen. Man bekommt einen kleinen Bon, den man mit sich tragen sollte. Dieser, inklusive der Pässe, wird am Kolsai See Nr. 2 kontrolliert. Der Hauptparkplatz liegt direkt an See Nr. 1. Jurten, die Getränke und Snacks verkaufen, ein Bootsverleih, überdachte Picknickplätze direkt am Ufer, all das lädt hier zum Verweilen ein. Dadurch, dass See Nr. 1 am einfachsten zu erreichen ist, tummeln sich hier aber auch die meisten Menschen. Übernachten kann man hier z.B. in den Jurten, dies kostet 7000 Tenge p.P. (16,70 €), mit Verpflegung 10.000 Tenge (24 €).

Wanderungen mit Traumaussicht im Südosten Kasachstans

Kolsai See Nr. 2


Die Wanderung zum See Nr. 2 ist wunderschön, erst schlängelt sie sich an See Nr. 1 entlang, dann durch dichte Wälder, insgesamt sind es ca. 9 Kilometer, bis man am zweiten See ankommt. Wir brauchten inklusive Foto- und Himbeerpflück-Stopps 2:40 Stunden.


Zwischendurch gibt es ein recht steiles Stück, Steigung hier um die 40 Grad. Ansonsten ist die Wanderung gut zu laufen, zieht sich nur an manchen Passagen etwas. Möchte man nicht wandern, See Nr. 2 aber trotzdem bewundern, gibt es die Möglichkeit ein Pferd zu mieten. Die einfache Strecke kostet 5000 Tenge (12 €). Viele Wanderer lassen ihr Gepäck, Zelte, Equipment von den Reitern zum See Nr. 2 und 3 bringen.


Der Kolsai See Nr. 2 liegt auf 2250 Metern, ist atemberaubend schön und war unser Favorit. Die Wasserfarbe, die Lage, die Umgebung. Die dichten Tannenwälder, die bis direkt ans Wasser reichen und die hellgrünen Gebirgswiesen, Blümchen... die klare Luft.

Blick auf den Kolsai See Nr. 2

Der Grenzposten am See kontrolliert Pässe und Bon, den man am ersten Häuschen bekommen hat. Die Wasserqualität soll hier so gut sein, dass man das Wasser trinken kann. Campingmöglichkeiten und Picknickplätze sind am See vorhanden. Das Wetter kann in den Bergen schnell umschlagen, also sollte man für jegliche Eventualitäten gewappnet sein. Wenn man zu erschöpft für den Rückweg ist, kann man auch hier ein Pferd mieten.


Kolsai See Nr. 3

Ein Besuch des Sees Nr. 3 ist nur mit einer Sondergenehmigung möglich, diese bekommt man am Kontrollposten auf dem Weg zu See Nr. 1. Von See Nr. 2 geht es dann noch einmal 6 Kilometer weiter zum letzten See, der auf 2650 Metern liegt. Auch dort gibt es Campingmöglichkeiten.


Unser Fazit

Wir empfehlen auch hier: Fahr auf eigene Faust. Die geführten Touren sind ihren Preis einfach nicht wert und man erlebt viel weniger, als wenn man auf eigene Faust erkundet. Alle drei Gebirgsseen im Südosten, die wir erkundeten, sind einen Besuch wert. Einer schöner, als der andere. Die verschiedenen Wasserfarben, die Umgebung, die Natur. Dazu das Örtchen Saty, das noch ursprünglich geblieben ist und einen authentischen Einblick in das Leben eines kleinen kasachischen Gebirgsdorfes bietet. Wenn du Bedenken wegen der Sprachbarriere und Verständigung hast, wir haben ein eBook auf den Markt gebracht, in dem wir unsere gesamte Route mit allen Unterkünften, Preisen, Entfernungen in Kilometern, quasi unsere Kasachstan Roadtrip Route mit dir teilen. Ganz ohne einfach zum Nachfahren auch ohne Russisch Kenntnisse.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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