Le Morne Brabant Wanderung: Tipps und Wissenswertes für deinen Aufstieg

Aktualisiert: 11. Dez 2019



Die Wanderung auf den Le Morne Brabant war neben dem Tauchen unser absolutes Highlight auf Mauritius. Bevor wir auf Mauritius landeten, hatten wir im Internet widersprüchliche Informationen zum Eintrittspreis und dem Aufstieg auf Mauritius' markanten Berg gefunden. Es hieß auf der einen Seite, das Betreten sei kostenlos, auf der anderen, das Land sei in privatem Besitz und daher wären nur geführte Touren mit einem Guide möglich. Wir besorgten uns Infos von Einheimischen und relativ schnell wurde uns klar: Das geht auch gratis! Denn 40 € für eine geführte Wanderung wäre uns zumindest viel zu teuer gewesen.



Wo liegt der Le Morne Brabant?

Der Le Morne Brabant, mit seinen 556 Metern, liegt ganz im Südwesten auf einer Halbinsel unweit der Ortschaft Le Morne.

Die Beschilderung zum Ausgangspunkt ist - egal aus welcher Richtung kommend - vorhanden und einfach zu lesen, sodass man recht schnell das Eingangstor findet. Die letzten Kilometer führen über einen Holperweg am Meer entlang, aber keine Sorge, du bist hier richtig. Parkplätze sind vorhanden und können kostenlos genutzt werden. Der Wanderweg endet auf 492 Meter, dort befindet sich auch das Gipfelkreuz. Das Tor macht um 7:00 Uhr morgens auf und man muss sich vor dem Abmarsch namentlich in ein Wanderbuch eintragen. Möchte man so wie wir früher wandern gehen, gibt es die Möglichkeit sich links am Tor vorbeizuschlängeln. Das Wanderbuch liegt zu dieser Zeit aber noch nicht aus.


Der Wanderweg auf den Gipfel des Le Morne Brabant

  • Länge der Wanderung: ca. 3,5 km lang

  • Dauer: 2 - 4 Stunden


Wir brauchten insgesamt ca. 3 Stunden, 1,5 Stunden hoch und 1,5 Stunden wieder runter, wobei der Abstieg anstrengender war. Die erste Hälfte geht man durch schattigen Wald. Zum Sonnenaufgang erwachte gerade alles und wir konnten friedlich, umgeben von Vogelgezwitscher, die ersten Meter laufen. Die Wege sind recht breit, aber steinig, daher empfehlen wir dir festes Schuhwerk. Unser Aufstieg erfolgte nach einem Regentag, an dem die Luftfeuchtigkeit besonders hoch und die Steine noch besonders rutschig waren. Nach ca. einer halben Stunde Wanderung wird es lichter. Die hohen Bäume verschwinden und weichen struppigen Büschen. Je höher man kommt, desto öfter bieten sich einem Ausblicke auf das türkise Meer und die wunderschönen umliegenden Buchten.

Auf der Hälfte des Weges, nach einem gemütlichen Spaziergang leicht bergauf, befindet sich ein Schild 'Dangerous climbing ahead'. In wie weit man das erst nehmen kann, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir waren gespannt. Ab hier werden die Wege schmaler, der Anspruch höher, dafür aber die Aussicht auch viel besser. Vor sich sieht man die Steinklippen des Le Morne in den Himmel ragen. Man kann in diesem Moment schon erahnen, dass es gleich steil wird.

Das steilste Stück der Wanderung steht noch bevor

Wenn du dir nicht zutraust, das letzte Stück hoch zu kraxeln, kannst du auch 'nur' den halben Weg hoch laufen, dort verweilen, die Aussicht genießen und anschließend wieder runter laufen. Auch dort gibt es einige schöne Aussichtspunkte und Bänke zum Verschnaufen.

Die breiten Wege waren mittlerweile schmalen Trampelpfaden gewichen, die durch Mauritius' dicht bewachsene Natur führen. Nach einigen Wanderminuten kommt man an einem grünen Zaun/Gitter entlang, der einem den Weg zu versperren scheint. Keine Panik, einfach links vorbeigehen. Nach ein paar Metern muss man nur einen kniehohen schon halb runter getrampelten Drahtzaun überqueren, bevor der Weg wieder einfacher zu identifizieren ist.



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Der Weg verwandelt sich dann recht schnell in eine steinige, recht steile "Wand". Falls du mit Höhenangst zu kämpfen hast: Da musst du jetzt durch, aber es lohnt sich!


Es geht recht steil bergauf und wir mussten uns einige Male konzentrieren, um unseren Fuß nicht aus Versehen auf einen lockeren Stein zu setzen. Da es den Tag zuvor geregnet hatte, waren einige Passagen nass und rutschig. Unsere Kameras verstauten wir sicherheitshalber im Rucksack, denn wir brauchten unsere Hände zum Festhalten.


Mach zwischendurch ruhig mal ein Päuschen, die Aussichten von diesem Stück der Wanderung sind grandios.

Es ging weiter hoch, immer weiter. Der Wind blies mittlerweile stärker, Schatten gab es keinen mehr. Man sah auf dem gesamten Weg nicht wirklich, wann man endlich ankommt.


Als wir dann zufällig hoch schauten, konnten wir das Gipfelkreuz erkennen. Es hieß noch einmal die Zähne zusammenbeißen und über die letzten Brocken kraxeln.

Hallo Höhenangst. Die Wanderung auf den Le Morne ist teilweise sehr steil

Je weiter die Uhrzeit voranschritt, desto anstrengender wurde es durch die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Einige Passagen mussten mit Händen und Füßen erklommen bzw. 'erklettert' werden. Das letzte Stück hatte es dann noch mal in sich, denn es wurde für einige Meter recht steil. Uns wehte der Wind um die Nase und das letzte Kletterstück verlangte mir zumindest noch einmal alles ab.


Wir schoben uns an der letzten Steinklippe vorbei und zack, wir waren tatsächlich schon oben angekommen. Das letzte Stück ging dann doch schneller als gedacht. Als wir oben ankamen, nahmen wir einen großen Schluck Wasser, ließen die Rucksäcke fallen und streckten unsere Arme in den Wind. Wir waren auf dem Gipfel! 556 Meter über dem Meeresspiegel.


Insgesamt brauchten wir 1,5 Stunden bis nach oben, inklusive vieler Foto- und Trinkstopps. Beeilt hatten wir uns nicht, unser Fitnesslevel würden wir mit durchschnittlich einstufen, vom Anspruch des Wanderweges würden wir beide mittelschwer sagen.


Die Aussicht, die sich schon die letzte halbe Stunde der Wanderung gezeigt hatte, umgab uns nun in voller Pracht.

Vor uns das türkise Meer, das in allen erdenklichen Blautönen leuchtete, die Halbinsel Le Morne mit ihren wunderschönen Buchten, hinter uns Steinklippen und eine weitere Bucht. Am Horizont viele grüne Hügel. Mauritius pur! Und das Beste an der ganzen Sache war: Es war kein Mensch dort oben. Nur wir beide.

Da es unser letzter Tag auf Mauritius war, wollten wir einfach nur genießen, die ganze Schönheit aufsaugen und als Foto in unseren Köpfen abspeichern. Für uns war dies einer der schönsten Ausblicke unserer bisherigen Weltreise. Vor allem, weil wir von dort oben unser Tauchspot am St. Jacques Pass zu sehen war. Auch die Umrisse des Unterwasser-Wasserfalls waren von dort oben sichtbar.

Der Abstieg


Die Uhr zeigte 8:30. Wir wollten langsam mit dem Abstieg beginnen. Der Weg nach unten gestaltete sich vor allem für mich als schwierig, da er extrem steil war. Wir empfehlen an einigen Passagen rückwärts abzusteigen, die Sohle immer fest aufzustellen und sich immer einen Knubbel oder Stein zum festhalten zu suchen, damit man im Falle eines Abrutschers noch irgendwo 'dranhängt'.


Wichtig wäre außerdem zu erwähnen, dass du aufpassen solltest wo du hintrittst, damit du keinen Stein lostrittst, der dann einem anderen Wanderer auf den Kopf fällt.


Wenn gar nichts mehr geht, vorsichtig auf dem Po runterrutschen. :) Auch das haben wir einige Male gemacht. Mir zitterten beim Abstieg einige Male die Beine. Rechne für deinen Abstieg mindestens genauso viel Zeit ein wie für den Aufstieg und gehe langsam. Bei unserem Abstieg waren die Temperaturen schon sehr hoch und wir gaben uns innerliche high fives, dass wir so früh losgewandert waren.


Einige der entgegenkommenden Wanderer brachen die Wanderung ab. Sie waren entweder nicht vorbereitet (nicht genug Wasser), hatten das falsche Schuhwerk an (offene Sandalen oder Flip Flops) oder waren nicht in der körperlichen Verfassung, das anstrengende letzte Stück hochzuwandern. Wir sahen bei unserem Abstieg auch eine dieser geführten Gruppen. Der Guide war ein Einheimischer, der mit ca. 7 Personen unterwegs war. Einige fitter, andere weniger. In wie weit man Infos vom Guide bekommt, wissen wir nicht, wir hörten nichts.


Aber selbst wenn man z.B. Höhenangst oder Angst vor kurzen "Kletterpassagen" hat, kann einem der Guide auch nicht weiter helfen, als einem gut zuzureden. Ein weiterer Minuspunkt: Man muss sich dem langsamsten der Gruppe anpassen. Schwierig, wenn man sein eigenes Wandertempo gewöhnt ist.

Wir würden diese Wanderung im Allgemeinen nicht empfehlen, wenn keine Grundfitness vorliegt. Das Schild 'Dangerous Climbing' sollte ernst genommen werden. Der Aufstieg ist kein Spaziergang.

Gerade wenn es die Tage zuvor geregnet hat, ist besondere Vorsicht beim letzten Stück geboten. Unser Tipp: Wandere so früh wie möglich los. Die Sonne auf Mauritius ist stark, die Luftfeuchtigkeit je nach Jahreszeit hoch. Morgens sind noch nicht so viele Leute unterwegs und wir sahen z.B. beim Aufstieg nicht eine Person.


Auf dem Rückweg gegen 9 Uhr kamen uns einige Touristen entgegen und wir waren uns beide einig, dass die Sonne zu dem Zeitpunkt schon zu stark und es zu heiß war. Wenn viele Leute unterwegs sind, muss man außerdem an den steinigen, steilen Passagen warten, bis sich der Verkehr gelegt hat. In brütender Hitze versteht sich. Bereite dich vor. Wir hatten 4,5 Liter Wasser dabei, waren von oben bis unten mit Sunblocker eingecremt, hatten feste Wanderschuhe an, Regencover für unsere Rucksäcke, Regenjacken (das Wetter kann sich gerne mal ändern) und Kopfbedeckung dabei.

Unser Fazit

Der Le Morne Brabant ist definitiv einen Aufstieg wert.

Der Ausblick von dort oben war eines unserer Highlights auf Mauritius, die Weite, die Farben und das Gefühl, mal wieder den inneren Schweinehund überwunden zu haben... unbezahlbar.


Es war unsere erste Wanderung in tropischen Gefilden, daher waren wir hier besonders gut vorbereitet. Wir können dir wirklich nur empfehlen, so früh wie möglich loszuwandern. Selbst wenn das Tor noch geschlossen ist, kannst du dich ohne Probleme links (rechts würde zur Not auch gehen) vorbeischlängeln. Wir wünschen dir ganz viel Spaß auf Mauritius. Falls du dir unser Le Morne Brabant Wandervideo anschauen willst, geht es hier entlang. Da siehst du unseren Aufstieg noch einmal in bewegten Bildern.

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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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