Ile aux Cerfs: Hält die Trauminsel auf Mauritius das, was sie verspricht?

Aktualisiert: 11. Dez 2019


Île aux Cerfs.

Man liest immer wieder, wie paradiesisch schön die Insel im Westen von Mauritius sein soll. Untouched Island steht z.B. auf Ile aux Cerfs' Webseite. Doch hält sie, was sie verspricht? Findet man dort wirklich noch einsame Strände, wunderschönes, türkises Wasser und weißen Pudersand? Oder ist auch diese Insel schon vom Massentourismus überlaufen?


Wir teilen in diesem Blogpost unsere Erfahrungen und nehmen kein Blatt vor den Mund. Getreu unserem Motto: Authentisch, ehrlich, anders.

Preis für die Überfahrt nach Ile aux Cerfs


Auch wir hatten im Voraus die Preise für die zehnminütige Überfahrt im Internet gelesen und waren uns sicher: 30 € pro Person zahlen wir nicht! Das muss auch billiger gehen.


  • Vorher im Internet gelesen: 30

  • Tatsächlich bezahlt: 9


Unsere erste Unterkunft auf Mauritius buchten wir in Trou d'Eau Douce, dem Ort, von dem zufällig auch die Boote nach Ile aux Cerfs ablegten. Kurz mit den Inhabern unserer Unterkunft Golden Shell Residence* gequatscht und ziemlich schnell war klar, es geht tatsächlich billiger.


Für uns Langzeitreisende ist das Feilschen und nach dem besten Preis suchen mittlerweile zum Alltag geworden. Wir waren also gefasst auf Preise drücken und langes hin und her mit den Betreibern.


Was wir nicht erwartet hatten war, dass unser Guesthouse die Überfahrt für knappe 9 € anbot. Ohne Verhandeln. Wir wurden sogar vom Guesthouse zum "Hafen" bzw. dem öffentlichen Strand gefahren, von dem die Boote ablegen. Jackpot. So zahlten wir für die Fahrt den günstigsten Preis, den wir finden konnten. Denn auch wir hatten zuvor in verschiedenen Hotels und Verkaufsstellen nachgefragt, aber nirgends war der Preis so günstig wie in unserer Unterkunft.


Vor Ort wird oft versucht den Touristen die Touren gleich mit Mittagessen und sonstigem Schnickschnack verkauft. Unser Tipp: Du kannst ohne Probleme deine eigenen Getränke und Snacks mit auf die Insel nehmen.


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Die Überfahrt war angenehm und dauerte nur 10 Minuten. Mit uns waren 6 andere Sonnenanbeter an Bord des Speedboots. Man kann vor Abfahrt entscheiden, wann man wieder abgeholt werden will, in unserem Fall einigten wir uns auf 15:30 Uhr.


Man bekommt ein Ticket ausgehändigt, das man aufheben sollte. Wir haben beim Warten auf die Rückfahrt einige Touristen gesehen, die ihre Tickets verlegt hatten und die dann länger auf einen freien Platz in einem Boot warten mussten. Die späteste Abfahrt liegt je nach Jahreszeit/Haupt-Nebensaison zwischen 16:00 und 17:30 Uhr.


Strandidylle oder Massentourismus?


Als wir an den Mangroven vorbei in Richtung Anlegesteg bzw. kleine Sandbank fuhren, konnten wir schon unzählige andere Boote sehen. Zudem kleine Hütten, viele Strandliegen und ein Gewusel an Skippern und Resortangestellten.


Puh! Wir hatten uns zwar auf Touristen eingestellt, hofften aber insgeheim auf weniger Trubel, da gerade Nebensaison herrschte.

Wir legten an, stiegen vom Boot und wollten erstmal weg, denn am Anlegeplatz und dem angrenzenden Badebereich herrschte reger Betrieb. So paradiesisch sah es dort nämlich ganz und gar nicht aus.

Wir spazierten barfuß am feinsandigen, hellen Strand entlang und gingen dann weiter über kleine Wege vorbei an dicht bewachsener, grüner Natur. Das türkise Meer leuchtete uns den gesamten Weg über an, die Blätter der Bäume raschelten im Wind und je weiter wir uns vom Trubel des Anlegeplatzes entfernten, desto traumhafter wurde es. Das Meer sah so unglaublich einladend aus und nach ungefähr einer halben Stunde hatten wir ein Plätzchen gefunden, an dem wir uns langsam wohler fühlten.


Nach Monaten im staubigen und heißen Afrika war es genau das, was wir beide brauchten. Einen Platz, an dem wir für ein paar Stunden unsere Seele baumeln lassen, einfach wir selbst sein und uns dazu im glasklaren indischen Ozean erfrischen können.

Traumhafte Bucht weit weg vom Trubel des Anlegeplatzes

Aktuell (Stand Februar 2018) wird auf der Insel extrem viel gebaut und erweitert, es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch dieses Paradies seinen Charme an die Touristenmassen verloren haben wird. Schade eigentlich.



Man findet sie noch: Menschenleere Strände

Wir spazierten weiter. Die Gedanken schweiften ab. Wir schauten uns nach einem schattigen Plätzchen um, an dem wir den Tag verbringen wollten. Vor uns lag eine menschenleere, traumhafte Bucht mit eigenen kleinen Strandabschnitt. Unser Platz für den Tag war also gefunden.


Die Wellen plätscherten, winzige Krebse huschten an uns vorbei, Äste des Kängurubaumes raschelten im Wind. Da war es also, das Paradies, von dem wir so oft gelesen und gehört hatten. Wir legten unsere Sachen ab, atmeten tief durch und wurden uns erst in dem Moment bewusst, dass wir gerade auf Mauritius, einer Insel mitten im Indischen Ozean stehen.


Zwei Tage zuvor waren wir noch in der stinkigen Großstadt Johannesburg unterwegs und jetzt haben wir puderweiße Strände und türkises, warmes Wasser direkt vor unseren Nasen. Weit und breit niemand, das einzige, was wir sahen waren Parasailer am Horizont, die von Booten hinter sich hergezogen wurden.


Dinge, die man auf Ile aux Cerfs unternehmen kann

  • Jegliche Art von Wassersport, angefangen von Parasailing, Schnorcheln, Bananenboot oder Tubing

  • Tagesausflüge auf einem (privaten) Boot, Katamaran oder einem Glasbodenboot

  • Bälle einlochen auf dem berühmten Golfplatz

  • Sich die Bäuche in den (überteuerten) Restaurants voll schlagen

  • Am Strand relaxen

  • Im Kletterpark klettern

  • Ausflug zum Grand River South East Wasserfall

  • Souvenirs shoppen

Einfach mal abschalten


Wir wollten keine Zeit vergeuden und gleich ab ab ins Meer. Relaxen. Abschalten. Das Leben genießen. Einfach nur sein. Ohne daran zu denken, in welchem Camp wir heute übernachten, oder was wir später auf offenem Feuer kochen wollen. So sehr wir unsere Roadtrips durch Botswana und Namibia genossen hatten, war es jetzt an der Zeit für pure Relaxation.


Wir blieben einige Stunden. Badeten, chillten, 'sortierten' die Früchte des Kängurubaumes, die wie kleine Ananas aussahen oder sammelten die abgebrochenen Stacheln der lila Seesterne ein, die im Wasser herumtrieben. Die meiste Zeit saßen wir allerdings regungslos in der Brandung und träumten einfach vor uns hin.

Ab dem Mittag strömen immer mehr Touristen auf die Insel


Mit dem Voranschreiten des Tages kamen leider immer mehr Urlauber zu 'unserem' kleinen Strandabschnitt gelaufen. Die anfängliche Entspanntheit ging nach und nach flöten.


Die traumhaften, einsamen Strände, von denen auf Ile aux Cerfs immer geredet wird, sind möglich, wenn man ein paar Abstriche macht und die Urlauber um sich herum ausblenden kann oder: so früh wie möglich auf die Insel übersetzt um die Insel ein paar Stunden vor dem großen Ansturm zu genießen.



Eine Sache, die wir dir noch unbedingt ans Herz legen wollen


Wenn du planst, Aktivitäten wie Banana Boat oder Parasailing vor Ort zu buchen, überleg's dir lieber noch mal. Außer du hast zu viel Geld auf dem Konto, dann hau raus. :)


Für alle Sparfüchse: In Trou d'Eau Douce kann man in vielen Gästehäusern (z.B. in der Golden Shell Residence) auch die passenden Aktivitäten für Ile aux Cerfs buchen. Und das meist 2-3 mal günstiger, als direkt auf der Insel.


Selbst wenn du nicht in den Guesthouses übernachtest, kannst du jederzeit an die Rezeption gehen und nach Ausflügen fragen. Die Mitarbeiter in den kleinen Unterkünften sind wirklich immer sehr nett und hilfsbereit.



Wassersport: Ja oder nein?

Wir beide hatten überlegt, Parasailing für umgerechnet 20 € zu buchen, entschieden uns dann aber dagegen. Zum Glück, wie sich rausstellen sollte. Der Strandabschnitt, von dem die ganzen Aktivitäten starten, ist komplett überlaufen. Man hört Gebrabbel, lautes Gelächter und die lauten Motoren der Boote. Genau das, was man eigentlich auf einer Trauminsel wie Ile aux Cerfs eigentlich nicht hören will.


Als wir uns am frühen Nachmittag zurück zum Anlegeplatz machten und die Massen sahen, die gerade darauf warteten ihre Aktivitäten zu starten, gaben wir uns innerlich high fives uns dagegen entschieden zu haben. Für das Parasailing werden z.B. ca. 10 Personen auf eine Plattform im Meer gefahren, von wo aus sie nacheinander für ca. 5 Minuten hinter dem Boot hergezogen werden.


Wirklich einladend sah das Ganze für uns nicht aus, eher wie eine Massenabfertigung. Es gibt mehrere Plattformen, aber nur 3-4 Boote, die die Touristen hinter sich herziehen.

Hat Mauritius ein Müllproblem?


Eine Sache, die uns hier auf Mauritius leider etwas bitter aufstößt, ist das Müllproblem. Auf der gesamten Insel sind Mülleimer aufgestellt, dennoch sah man hier und da Müll, insbesondere Plastik am Strand oder im Gebüsch liegen. Die Aufklärung diesbezüglich steckt auf Mauritius leider noch in den Kinderschuhen, wir hoffen aber darauf, dass die Menschen hier bald die Wichtigkeit einer plastik- und müllfreien Umgebung erkennen und es schaffen, ihren Müll in die vorgesehenen Eimer zu entsorgen.

Dutzende Boote, hunderte Touristen


Als wir uns dann von unserem schattigen Plätzchen auf den Rückweg zum Steg machten, wurde uns das ganze Ausmaß der Touristenmassen bewusst.

Überall wuselten Menschen, wir gingen vorbei an Restaurants, an denen sich Touristen ihre Bäuche am Buffet voll schlugen, an einem Kletterpark und kreischenden Kindern vorbei zurück zum Hafen, an dessen Anlegestelle locker 50 Boote bereitstanden, um die Massen zurück nach Trou d'Eau Douce zurück zu befördern.


Obwohl es kein durchdachtes System zum Einsammeln der Menschen zu geben schien, warteten wir nur ein paar Minuten, bis uns ein Boot zugewiesen wurde.

Unser Fazit

Man kann auf Ile aux Cerfs noch einsame Strandabschnitte und Buchten finden. Wie lange das allerdings noch so bleiben wird, bleibt abzuwarten. Overtourism wird wahrscheinlich leider auch hier Einzug halten. Der Hype um Ile aux Cerfs ist groß und so ziemlich jeder, der seine Reise nach Mauritius bucht, hat einen Besuch der Trauminsel im Hinterkopf.


Man merkt recht schnell, dass die Insel auf Touristen ausgelegt ist und viele der Preise für mauritische Verhältnisse utopisch sind.

Wir hatten nichtsdestotrotz eine schöne Zeit, konnten entspannen, im Meer relaxen, die wunderschöne Kulisse genießen und für die paar Stunden, in denen wir Ruhe hatten, unsere Seelen baumeln lassen. Je weiter man sich weg von den Restaurants und Touristen bewegt, desto größer ist die Chance, ein einsames Plätzchen zu finden.


Für schlappe 9 p.P. hat sich der Ausflug für uns allerdings gelohnt. Unser Tipp: Komm so früh wie möglich nach Ile aux Cerfs.

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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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