Sehenswürdigkeiten in Kiew: Unsere besten Tipps

Aktualisiert: 10. Dez 2019


Kiew besticht mit wunderschöner Architektur, märchenhaften Sehenswürdigkeiten wie Kirchen und Klöstern, grünen Parks, freundlichen Menschen und leckerem Essen. Ein Besuch in Kiew lohnt sich! Die Stadt ist ehrlich, ungekünstelt und das Beste? Westliche Touristen haben diese Perle noch nicht für sich entdeckt. Falls du keine Lust auf die überrannten, überteuerten und teils überbewerteten Städtetrip-Klassiker hast, können wir dir einen Besuch in der Hauptstadt der Ukraine nur empfehlen.

Ein weiterer Bonus sind die günstigen Preise, denn solche Preise findet man wohl fast nirgends mehr in Europa. Die Fahrt mit der Metro oder dem Funikulior (Standseilbahn) sind hier für Centbeträge zu haben.


Wir stellen dir in diesem Blogartikel einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Kiews vor und geben Tipps zum Thema Fortbewegung.


Fortbewegung in Kiew


Metro

Die Fortbewegung in Kiew ist ziemlich einfach. Es gibt die Metro, mit nur 4 Linien, es ist also um einiges leichter sich hier zurechtzufinden, als z.B. in Moskau.

Die Stationen der Metro erkennst du am grünen M. Tickets können am Schalter oder am Automaten gekauft werden. Preis: 5 Griwna (15 Cent). Man bekommt einen Chip, den man anschließend in einen Spalt direkt an der Schranke wirft. Einmal bezahlt kannst du so lange fahren und umsteigen, wie du willst. Verlässt du die Metro Stationen und willst erneut fahren, muss wieder ein Ticket gekauft werden. 

Die Durchsagen in der Metro sind zweisprachig, Ukrainisch und Englisch. Orientierungstafeln an den Bahnsteigen zeigen in welche Richtung du fahren kannst. Auch hier kyrillische und lateinische Buchstaben.


Achtung beim Umsteigen: Die Stationen haben nicht immer den gleichen Namen, achte daher genau darauf, wo du hinläufst.


Beispiel: Steigst du z.B. an einer Haltestelle der roten Metrolinie aus und gehst in der Unterführung zu der blauen Linie, die sich direkt daneben, darüber oder drunter befindet, hat diese einen anderen Namen.


Falls du dir unsicher bist oder dich verlaufen hast: Fragen geht immer, gerade die jungen Ukrainer sprechen teils gutes Englisch.


Die tiefste Metrostation der Welt

Die Arsenalna Metro Station liegt 105 Meter unter der Erdoberfläche und ist somit die tiefste Metro Station der Welt. Eine Fahrt zu den Gleisen dauert um die 4 Minuten, man fährt auf zwei verschiedenen Rolltreppenabschnitten in die Tiefe. 


Busse, Marshrutki, Trolleybusse, Tram

Die Tickets für diese Verkehrsmittel zahlt man direkt beim Einsteigen in den Bus/Bahn. Die Fahrpreise variieren zwischen 5-7 Griwna (15-22 Cent). Bist du hinten eingestiegen, oder ist der Bus recht voll: Einfach das Geld nach vorne durchreichen lassen.


Ja richtig gelesen, du kannst dein Fahrgeld beruhigt einer dir völlig fremden Person im vollen Bus anvertrauen. Dein Geld wird nach vorne zum Busfahrer durchgereicht und dein Wechselgeld kommt ohne Verluste genauso auch wieder zu dir zurück. Die Ukrainer sind ehrlich, du brauchst dir also keine Sorgen zu machen, dass dein Geld verschwindet.

Uber, Taxis und Uklon

Wir haben sie nicht genutzt und uns lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Uns haben Einheimische erzählt, dass eine 20-minütige Fahrt umgerechnet 8 Euro kostet. Uklon ist so etwas wie Uber, die App kann man kostenlos downloaden.


Sehenswürdigkeiten in Kiew

St.-Andreas-Kirche

  • Eintritt: Bis 2021 ist die Kirche wegen Renovierungsarbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt, gegen eine symbolische Gebühr kann die Aussichtsterrasse aber immer noch besichtigt werden.

  • Öffnungszeiten: 9 - 18 Uhr


Wenn du auf Märchenschlösser und Kitsch stehst, ist die St.-Andreas-Kirche die erste Wahl in Kiew. Sie ist eine der schönsten Kirchen in der Stadt und besticht mit ihrer 46 m hohen Zentralkuppel, deren Turm in dunklem türkis und goldenen Verzierungen leuchten. Direkt angrenzend befindet sich ein Flohmarkt, auf dem du verschiedenste Souvenirs und Snacks kaufen kannst. 




Was wir sonst noch in der Ukraine erlebten? Klick dich durch unsere Abenteuer:



Landscape Alley (Mosaik Figuren)

  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr


Ein paar Gehminuten von der St.-Andreas-Kirche entfernt, auf dem alten Kiew-Hügel liegt diese Allee voller bunter Mosaikfiguren, lustigen Wandbildern, verspielter Brunnen und einem Spielplatz im Alice im Wunderland Stil.


Seit 2009 kann man durch diese farbenfrohe Allee schlendern und ein paar ausgefallene Fotos knipsen. Einige der Figuren sind leider nicht mehr im besten Zustand, ein kurzer Besuch lohnt sich trotzdem.



Standseilbahn (Funiculior)


Eintritt: 4 Griwna (15 Cent)

Öffnungszeiten: 7 - 22 Uhr

Das Cable Car verbindet die Unter- mit der Oberstadt. Für sage und schreibe 15 Cent kann man sich den mühsamen Aufstieg sparen, in die Bahn einsteigen und sich in nur 2,5 Minuten nach oben befördern lassen. Unweit der Haltestelle der Oberstadt befindet sich die St.-Andreas-Kirche, der Flohmarkt und die Landscape Alley. 


Bessarabska Markthalle: Zu touristisch oder noch authentisch?


  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: 6 - 16 Uhr

Seit über 100 Jahren kann man auf dem Bessarabska Markt - dem ältesten überdachten Markt der Ukraine - einkaufen. Bei den meisten Einheimischen eher unbeliebt - da zu teuer - trifft man hier so gut wie immer auf Touristen oder den betuchten Ukrainer.


Auf dem Markt gibt es von frischem Obst, eingelegtem Gemüse, Berge von Gewürzen, getrocknetem Obst, Kaviar und Delikatessen so ziemlich alles. Preise sind oft nicht angeschrieben. Wir fragten nach und stellten fest, dass sie so ziemlich auf europäischem Niveau liegen und für die meisten Ukrainer unerschwinglich sind.


Pecherska Lavra: Das Kiewer Höhlenkloster

  • Eintritt: Das Gelände kannst du für 25 Griwna (~1 €) betreten (uns hat an einem Seiteneingang allerdings niemand abkassiert), möchtest du die Katakomben oder Kirchen betreten, kostet dies extra. Zwischen 40-50 Griwna (~1,5 - 2 €)

  • Öffnungszeiten: 9 - 19 Uhr


Wir betraten das Gelände am Haupteingang an der Torkirche der Dreifaltigkeit unweit der Metrostation Arsenalna. Als wir auf dem Gelände standen, waren wir von der Größe des Areals beeindruckt. Wir hatten ein paar Kirchen erwartet, wurden aber von einem riesengroßen Klosterkomplex empfangen, der in zwei Teile aufgeteilt ist, die untere und obere Lavra.


In beiden Bereichen stehen wunderschöne Kirchen und Klöster - z.B. der große Lavra Glockenturm oder die Heilandkirche von Berestove - zum anschauen und betreten bereit. Es eine der wichtigsten und heiligsten Sehenswürdigkeiten in ganz Kiew. Vom Hügel aus hat man einen weitläufigen Blick über den Dnipro Fluss und weite Teile der Stadt. Es gibt zudem Höhlen, die besichtigt werden können. 

Anschließend kann man in einem der vielen Parks entspannen, etwas Essen oder ein paar Souvenirs shoppen. Unsere Tipps: Genug Zeit einplanen, mindestens einen halben Tag. Fotografieren ist im Inneren der Kirchen/Klöster meist verboten. Am besten du gehst früh los, das Gelände kann voll werden.

Möchtest du die verschiedenen Kirchen/Höhlen, das Miniaturenmuseum betreten oder Toiletten benutzen, bezahlst du separat. Ohne Ukrainisch- oder Russischkenntnisse wird es teils schwierig sich zurechtzufinden, die Infotafeln sind nicht in Englisch ausgeschrieben und das Gelände ist wie gesagt riesig. Ein Tourguide lohnt sich, wenn dich der Komplex und die Höhlen interessieren.

Sonntags eignet sich besonders gut für einen Besuch, da an ihm verschiedene Zeremonien stattfinden und man Mönchen und Einheimischen beim Gebet zusehen kann. 

Maria Entschlafens Kathedrale 

Diese wunderschöne Kirche mit ihren goldglänzenden Kuppeln befindet sich auf dem Gelände der Pecherska Lavra und war ein wahres Schmankerl für unsere Augen. Du kannst sie gegen eine kleine Eintrittsgebühr besichtigen.

St. Michaelskloster 

  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: 8 - 19 Uhr


Diese hellblau leuchtende Kirche mit ihren goldenen Türmen befindet sich unweit der Sophienkathedrale und lässt sich daher gut mit einem Besuch kombinieren. Das Gelände ist weitläufig, die Kirche kann betreten werden, Fotos sind allerdings tabu.


Sophienkathedrale 

  • Eintritt: Auf das Territorium des Museumskomplexes: 20 Griwna (75 Cent), in die Kathedrale (einschließlich der Exkursion): 180 Griwna (~6,8 €), auf den Glockenturm: 60 Griwna (~2,25 €).

  • Öffnungszeiten: 10 - 18 Uhr, Donnerstag Ruhetag


Die Sophienkathedrale gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegt im Herzen Kiews. Der Komplex besteht aus einem Glockenturm, dem Hauptgebäude der Sophienkathedrale und dem angrenzenden schön gestalteten Park.


Im Inneren der Kathedrale kann man sich die typischen Wandmalereien und Mosaike anschauen. Eintritt muss für das Gelände selbst und die verschiedenen Gebäude separat bezahlt werden. Wir zahlten für 2 x Eintritt in den Park und 1 x Eintritt in die Sophienkathedrale (ohne Tour) umgerechnet 3,90 €.


Maidan

  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: Rund um die Uhr


Der zentrale Platz Kiews ist uns allen wohl noch wegen der politischen Proteste aus den Jahren 2004 und 2013-14 bekannt. Mittlerweile dient er als Erholungsplatz mit vielen angrenzenden Cafes und Restaurants. Die musikalischen Brunnen sind abends schön beleuchtet und bieten ein schönes Fotomotiv. 



Die Nationaloper


  • Eintritt: Die günstigsten Tickets beginnen tatsächlich bei nur wenigen Euros pro Person

  • Öffnungszeiten vom Office: 11 - 19:30, Montags bis 19.00 Uhr. Fast tägliche Vorstellungen

Im Taras Schewtschenko Opernhaus, auch Nationaloper genannt, werden seit 1867 regelmäßig Ballett und Oper aufgeführt. Preise hierfür sind weitaus günstiger, als im russischen Bolschoi oder Mariinsky Theater.. Sie liegen teilweise bei sagenhaften 2 € pro Person.


Zum Vergleich: Im Mariinsky Theater in Sankt Petersburg zahlten wir 100 € pro Person für eine Ballettvorführung.


Die Mutter Heimat Statue


  • Eintritt: Kostenlos auf das Gelände, möchtest auf die Aussichtsplattform, zahlst du 200 Griwna (~7,50 )

  • Öffnungszeiten: 10 - 18 Uhr

Die Mutter Heimat Statue steht am Ufer des Dnipro und ragt mit einer Gesamthöhe von 102 Metern in den Himmel. Diese Erinnerungsstätte des zweiten Weltkrieges liegt auf einem riesigen Gelände, auf dem man viele sowjetische Panzer, Hubschrauber, Raketen und verschiedene Denkmäler und Skulpturen besichtigen kann. Die Ausstellungsstücke sind aus dem zweiten Weltkrieg und aus dem ersten Afghanistan-Krieg. 

Unter der Statue befindet sich ein Museum über den zweiten Weltkrieg und die beiden großen Schlachten um Kiew. Die Aussichtsplattform der Statue kann besichtigt werden. Man fährt zuerst mit einem Lift zum Sockel und steigt dann im Inneren über teils verwinkelte Treppen und eine lange Leiter auf die Plattform. 



Pinchuk Art Centre


  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: 12 - 21 Uhr


Für Liebhaber der modernen Kunst ist das Pinchuk Art Centre genau das richtige. Auf 3000 m2 und somit dem größten Privatmuseum der ehemaligen Sowjetunion kann man hier moderne Kunst besichtigen. Direkt nebenan liegt übrigens der Bessarabskij Markt.


Sehenswerte Parks in Kiew


  • Eintritt: Kostenlos

  • Öffnungszeiten: Durchgehend

Kiew verfügt über eine Vielzahl an Grünflächenanlagen, die zu einem gemütlichen Spaziergang einladen. Der Mariinsky Park, mit seinem angrenzenden und wunderschönen Marienpalast, der Vladimir Hügel, der City Park, der Kreshchaty Park.


Sie alle liegen dicht beieinander und wir haben uns an einem unserer Sightseeing Tage unsere Route so gelegt, dass wir fast nur durch die Parks mit ihren angrenzenden Sehenswürdigkeiten geschlendert sind und dabei fast vergaßen, dass wir uns in einer lebhaften Metropole befinden.


Staatliches Luftfahrtmuseum der Ukraine

  • Eintritt: Auf das Gelände: 60 Griwna ( ~2,25 ), inklusive Betreten aller Flugzeug- und Helikopterkabinen: 100 Griwna (3,75 )

  • Öffnungszeiten: 10 - 18 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr, Montags geschlossen


Direkt am Flughafen Schuljany gelegen befindet sich das staatliche ukrainische Luftfahrtmuseum. Möchte man Fotos schießen oder Videos drehen, wird zusätzlich eine Gebühr von 30 Cent fällig. Eintritt in verschiedene Helikopter z.B. MI 8, MI 26 oder Passagiermaschinen der Aeroflot kann separat dazugebucht werden, auch hier für 30 Cent pro Person.

Ausgestellt sind eine Vielzahl sowjetischer Kampfjets, Bomber, Wasserflugzeuge, einige Passagiermaschinen (Iljuschin/Tupolev) und verschiedenste Helikopter. Infotafeln vor den einzelnen Flugzeugen sind auch auf Englisch ausgeschrieben, mit Infos über Baujahr, Verwendungszweck und Anzahl hergestellter Maschinen. 

Das Gelände ist riesig, der Eintrittspreis niedrig. Günstige Snacks und Getränke können an kleinen Ständen erworben werden. Es verkehren öffentliche Busse (Buslinie 9). Der Haupteingang befindet sichan der Medovaja Straße 1.


Bunt um die Welt - Airlines: Ready for takeoff

Weitere lohnenswerte Sehenswürdigkeiten

  • Denkmal der Völkerfreundschaft

  • St. Nicolas Kathedrale

  • Chreschtschatyk Boulevard


Zum Thema Sicherheit: Kiew ist eine ganz normale Metropole, auch wenn das Thema "Ukraine" gerne mal anders in den (westlichen) Medien dargestellt wird. Ein Besuch der Hauotstadt ist sicher. Wir fühlten uns von der ersten Sekunde an wohl, hatten nie ein mulmiges Gefühl oder fühlten uns schräg angeschaut oder beobachtet. 


Unser Fazit

Die ukrainische Hauptstadt wird uns noch lange positiv in Erinnerung bleiben. Wir erlebten eine ehrliche, freundliche und vor allem vielfältige Stadt, die mit offenen Menschen, atemberaubender Architektur, tollen Sehenswürdigkeiten und günstigen Preisen lockt.


Wir können dir wirklich nur empfehlen, Kiew für ein paar Tage eine Chance zu geben, auch wenn die Stadt bis jetzt nicht auf deiner Reisewunschliste stand. In ein paar Jahren, wenn mehr Leute ihre Scheu gegenüber der Ukraine abgelegt haben, wird Kiew wahrscheinlich nicht mehr so günstig und authentisch zu bereisen sein.

Unsere Nachbarschaft in Kiew, als wir beim Studenten Maxim couchsurften. Mittendrin statt nur dabei. :)

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Kati &   Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben.

 

Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

Kati + Hermann

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