Vietnam mit Motorrad: Reisetipps und Infos

Aktualisiert: Feb 18


Unsere besten Reisetipps und alle Infos, die du wissen solltest, bevor du deinen ganz persönlichen Motorrad Roadtrip durch Vietnam startest.

In diesem Blogpost geben wir dir nützliche Reisetipps und Infos zum Thema:


  • Beste Reisezeit für deinen Roadtrip durch Vietnam

  • Visum

  • Mopedkauf

  • Preise

  • Drohnenregularien

  • Auf was du achten solltest

  • und vielem mehr, damit auch deine Motorradreise durch Vietnam unvergesslich wird


Wir waren insgesamt 44 Tage kreuz und quer mit dem Motorrad in Vietnam unterwegs und sind von Ho Chi Minh 2.550 km nordwärts in Richtung Hanoi getuckert.

Landeinwärts, zurück zum Meer, durch dichten Dschungel und enge Serpentinen, an grünen Reisfeldern und Wasserbüffeln vorbei. Fuhren durch strahlenden Sonnenschein, nebeligen Nieselregen und starken Wind. Unser zweiter Roadtrip durch den Norden führte uns über knapp 2.200 km zu atemberaubenden Wasserfällen, an Karstfelsen und Vietnams berühmten Reisterassen vorbei, zu authentischen Homestays mit freundlichen Einheimischen und viel Happy Water (selbstgebrannter Reiswein, eher Schnaps).


Beste Reisezeit für deinen Vietnam Motorrad Roadtrip

Die Nord-Süd-Ausdehnung Vietnams beträgt etwa 1.650 km, dabei ist es im Süden wärmer, sonniger und schwüler, der Norden etwas kühler und unbeständiger.


Die beste Reisezeit für einen Roadtrip durch Vietnam wäre im Allgemeinen von Februar - April und dann wieder von September- November.

Im Süden kann es bis in den November hinein täglich teils heftige Niederschläge geben, im Norden kann es dafür von Februar – April teilweise noch etwas frisch sein, was die Temperaturen angeht. Zu dieser Zeit fällt allerdings wenig Regen.


Grundsätzlich gilt: Das Wetter kann auch in der besten Reisezeit umschwenken und einem einen Strich durch die Rechnung machen.

Deshalb unser Tipp: Nimm dir für deinen Vietnam-Roadtrip - egal für welche Jahreszeit - auch regenfeste und wasserabweisende Kleidung mit.

Regencapes, auch in guter Qualität und so geschnitten, dass man sie vorne über den Mopedlenker “legen” kann, kann man in größeren Städten in Vietnam für ein paar Euro kaufen. Überziehhosen und Regenjacken zur Not auch.

Dadurch, dass dein Rucksack bei dem Roadtrip auf den Gepäckträger geschnallt ist, wäre ein Regencover für deinen Rucksack ebenfalls zu empfehlen. Bei vielen Backpacks ist er mit dabei, kann aber auch separat dazugekauft werden. Sofern du neben deinem großen Rucksack auch mit einem Kleinen reist, vergiss nicht auch für ihn einen Regenschutz mit einzupacken.

Hermann wappnet sich für das bevorstehende Gewitter

Anreise nach Vietnam

Direktflüge aus Deutschland bietet derzeit nur Vietnam Airlines an. Die Preise hierfür starten bei 550 € für einen Return-Flug. Mit 1-2 Zwischenstopps gibt es Flüge bereits ab 400 €, Zwischenstopp ist dann meist in Istanbul, Moskau oder den Emiraten. Wenn du im asiatischen Raum unterwegs bist, kannst du z.B. aus Laos oder Kambodscha mit dem Bus oder Moped (aus Kambodscha auch mit dem Boot) einreisen.

Visum für Vietnam

Die Visaregularien für Vietnam erscheinen im ersten Moment etwas unübersichtlich. Von der visafreien Einreise für 15 Tage, einem 30 Tage Visum mit ein- oder mehrfacher Ein- und Ausreise, oder gleich einem 90 Tage Visum? Beantrage ich das Visum bei der Botschaft oder lieber über eine Agentur? Wie funktioniert das mit dem E-Visum?

Hallo Vietnam, schön dich endlich kennenzulernen :)

Wir haben zum Thema Visa beantragen und verlängern in Vietnam einen separaten und mit Infos vollgepackten Blogartikel geschrieben. Schau gerne vorbei, wenn du auch gerade etwas ratlos und verwirrt bist, welches Visum überhaupt in Frage kommt und wie genau du es beantragst.

Unterkünfte in Vietnam


Je nachdem, was dein Geldbeutel hergibt und welche Ansprüche du hast, kannst du auch in Vietnam aus dem Vollen schöpfen.


  • Einfache Betten in Dorms gibt's für 2-3 € die Nacht

  • Einfache Doppelzimmer ab 8 €

  • Ein gehobenes Zimmer in einem 3 Sterne Hotel kostet um die 35 € pro Nacht

Im Norden Vietnams kannst du für wenige Euro in einem authentischen Homestay übernachten. Meist ist es ein Holzhaus, das auf Stelzen gebaut ist und über einfache Doppelzimmer oder einen offenen Schlafbereich verfügt.



Hinweis: Viele der Unterkünfte - gerade auf der Süd-Nord Route - liegen an den viel befahrenen Hauptstraßen und falls du Leichtschläfer bist, solltest du definitiv im Voraus ein wenig Recherche bei deiner Hotelsuche betreiben. Vietnamesischer Hotelstandard sind oft einfach eingerichtete Zimmer, harte Matratzen, dafür (meist) sauber und teilweise ist sogar ein Frühstück inklusive. Eine Flasche Wasser pro Person ist meistens ebenfalls im Zimmerpreis enthalten. Achten solltest du darauf, dass einige Zimmer in Vietnam ohne Fenster angeboten werden und dies auf den Bildern im Internet nicht immer ersichtlich ist.


Außerdem wird in vielen einfachen Hotels fast kein Englisch gesprochen, die Kommunikation hat bei uns Dank Übersetzungsapp allerdings trotzdem immer geklappt. ↠ Spontan buchen: Wir haben unsere Hotels immer am Vorabend für den nächsten Tag im Internet gebucht und hatten keine Probleme ein Zimmer zu bekommen, auch in abgelegeneren Regionen im Norden. Die meisten großen Buchungsportale bieten Unterkünfte in Vietnam an. ↠ Ohne Buchung: Die Möglichkeit, ohne Hotelbuchung für die kommende Nacht loszufahren und einfach zu schauen, was sich den Tag über so ergibt, wäre ebenfalls zu empfehlen. In jedem Dorf gibt es mindestens ein, zwei einfache Unterkünfte, die oft nicht auf den Online-Portalen gelistet sind.


Bei Interesse anhalten, nach dem Preis fragen, sich das Zimmer zeigen lassen und einchecken. So haben wir es im Norden einige Male gemacht und es hat super funktioniert. Einfach nach dem Wort Nha Nghi (Hotel) Ausschau halten. Achte darauf, dass man die Motorräder über Nacht sicher an/direkt in der Unterkunft parken kann. Eine abschließbare Garage oder Sicherheitspersonal wäre hier definitiv unser Tipp. Einige Städte/Regionen (z.B. in Hanoi) sind bekannt dafür, dass dort Mopeds gerne mal verschwinden. Normalerweise kannst du dein Moped direkt in der Ankunftshalle direkt vor der Rezeption parken. Über Nacht wird die Einganstür/tor dann abgeschlossen.



Die schönsten Unterkünfte während unseres Roadtrips durch Vietnam:

↠ Hoi An – Home Farm Villa Hoi An. (Hier buchen) Wunderschön gelegen, nur wenige Minuten mit dem Moped/Fahrrad zum wuseligen Zentrum. Reisterrassen, Cafes und lokale Restaurants befinden sich in der direkten Umgebung. Das Hotel bietet kostenlose Fahrräder, einen Willkommensdrink, Frühstück, schöne Zimmer, teils mit Outdoor-Duschen und Terrassen und einen Pool zum Abkühlen.


↠ Lang Dong - ThaiHoa Riverside Hotel. Gute Lage direkt am Fluss, sehr schöne Zimmer, sauber, Frühstück ist inklusive, in der Umgebung befinden sich Streetfood-Stände und lokale Restaurants. Dieses Hotel liegt abseits der typischen Touriroute und bietet so einen authentischen Einblick in das Leben einer Kleinstadt in Vietnam.

↠ Mai Chau – Mai Chau Nature Lodge/Sunrise Village. (Hier buchen) Dieses Hotel haben wir uns zum Relaxen ausgesucht. Inmitten von Reisfeldern und dicht bewachsenen Hügeln liegt dieses Hotel abseits vom Trubel. Sehr große, schön eingerichtete Zimmer, riesige Terrassen mit 1A Blick auf die Umgebung, leckeres Frühstück, ein Spa. Im direkten Umkreis gibt es nur sehr wenig Auswahl was Essensmöglichkeiten angeht, mit dem Moped ist man allerdings in wenigen Minuten im Ort selbst. Empfehlen können wir das lokale und einfache Restaurant “Three Sisters”. Koordinaten bei Maps. me = 20.662157, 105.063368

↠ Mau Cang Chu - Hello Mu Cang Chai Homestay. (Hier buchen) Authentisches Homestay in traumhafter Kulisse mitten auf einem Hügel gelegen. Die Anfahrt dorthin ist etwas tricky, da das letzte Stück sehr steil ist, aber oben angekommen ist man plötzlich ganz weit weg. Ruhe, traumhafte Ausblicke über Reisterassen und freundliche Gastgeber, die einen mit Tee begrüßen. Wir blieben zwei Tage, erkundeten die Umgebung, waren in heißen Quellen baden, besuchten authentische Märkte und staunten am Raspberry Hill über die spektakulären Aussichten. Tolles Homestay, lecker Essen, viel Happy Water.



Motorrad Roadtrip durch Vietnam

Unserer Meinung nach ist ein Motorrad Roadtrip die beste Möglichkeit Vietnam zu erkunden, allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten. Der Verkehr ist gewöhnungsbedürftig, laut, chaotisch, teils gefährlich und sollte nicht unterschätzt werden. Dennoch bietet diese Reiseart einen Blick hinter die Kulissen, man taucht viel besser ins Land, nimmt die Umgebung bewusster wahr, ist frei und erlebt nebenbei noch ein richtiges Abenteuer.


Wichtiger Hinweis zum Ha Giang Loop: Seit dem 31. Oktober 2018 müssen alle ausländischen Touristen, die den Ha Giang Loop auf eigene Faust mit dem Motorrad bereisen wollen, im Besitz eines vietnamesischen oder internationalen Führerscheins sein.

Gute Laune am Ha Giang Loop

Wo kaufe ich das Motorrad für meinen Roadtrip?

Du hast zwei Möglichkeiten. 1.) Du mietest/kaufst dir dein Moped bei einer Agentur. Der Vorteil daran ist, dass die Maschinen gewartet werden und du bei einigen Anbietern Versicherungen mit dabei hast, die im Falle eines Schadens am Moped die Reparatur bezahlen. 2.) Du kaufst von einer Privatperson. Entweder direkt von einem Einheimischen oder einem anderen Backpacker, der gerade mit seinem Roadtrip fertig ist und das Moped vor Abreise verkaufen muss. Achtung hierbei: Viele dieser Maschinen sind schlecht gewartet oder Duplikate aus China, die nicht gerade für ihre Zuverlässigkeit bekannt sind.

Vollgepacktes Moped bereit für die große Reise durch Vietnam

Was kostet mich ein Motorrad in Vietnam?

1.) Mietpreise starten bei den Agenturen bei etwa 7 US-$ am Tag und gehen rauf auf bis u 10 $ pro Tag für die klassischen Modelle wie die Honda Blade 110cc. Mietet man das Moped für einen Monat, werden normalerweise Discounts gegeben. 30 Tage kosten dann etwa 200 - 250 $. Bei einigen Agenturen kostet der zweite Mietmonat dann weniger. In unserem Fall zahlten wir p.P. und Folgemonat nur 100 US-$.

2.) Kaufst du bei einer Privatperson, liegt es an deinem Verhandlungsgeschick oder der Verzweiflung des Verkäufers, für wie viel Geld das Moped am Ende über den Tisch geht. Auch hier wurden uns Preise von 200 - 450 US-$ - je nach Modell und Hubraum - genannt. ↠ Blue Card


Bei einem Privatkauf solltest du darauf achten, dass du die Blue Card (Zulassung) ausgehändigt bekommst. Offiziell ist die Blue Card auf den vietnamesischen Vorbesitzer ausgestellt, inoffiziell gehört das Moped dem, der die Blue Card besitzt, und so kann der sich damit ohne Probleme durchs Land bewegen.

↠ Gelbe Versicherungskarte


Zudem bekommst du beim Kauf bei einer Privatperson die gelbe Versicherungskarte. Diese ist gesetzlich Pflicht, bringt aber im Ernstfall nichts, da die Versicherung nicht zahlt. Bei einem Unfall oder Schaden, den du verursachst, musst du aus eigener Tasche zahlen.

Chaotischer Verkehr auf Vietnams Straßen

Auf was muss ich beim Motorrad Kauf achten?

Dass es eine originale Maschine (Honda, Yamaha) ist. Chinesische Maschinen sind nicht gerade für ihre Zuverlässigkeit bekannt.

Dass es nirgendwo raus tropft.

Dass die Kette von einem leichten Ölfilm überzogen ist. Eine ungeschmierte Kette hat einen hohen Verschleiß und geht früher oder später kaputt.

Die Kette muss gespannt sein.

Dass die Bremsen, Hupe und Licht funktionieren. Bestehe auf eine Probefahrt und hör dir an, ob du irgendwelche komischen Geräusche, Klackern hörst.

Fahr das Moped ruhig mal 15 Minuten bis Motor und Öl richtig warm geworden sind, schalte durch alle Gänge und achte darauf, wie sie sich schalten lassen oder ob die Kupplung sauber trennt.

Eine Garantie oder Verträge wird dir niemand geben – außer du buchst/mietest bei einer Agentur. Es ist also oft reine Glückssache, ob auf deinem Roadtrip Reparaturen fällig werden, und welche.




Unsere Kaufentscheidung und Tipps

Uns war von Anfang an klar, dass wir etwas vernünftiges mieten/kaufen wollten und bekamen einen Tipp von einem befreundeten Reiseblogger-Paar. Unsere Entscheidung fiel auf Tigit Motorbikes.


Sie haben Anlaufstellen in Hanoi, Da Nang, Dalat und Ho Chi Minh und bieten so genannte Buy-Back-Deals an. Pro Tag zahlt man 10 $, ein Monat kostet 250 $, ein verlängerter Monat 100 $. Die Elektronik und der Motor des Motorrads sind versichert. Passiert irgendwas auf dem Roadtrip, werden die Kosten bei Abgabe des Motorrads erstattet. Zu der Gebühr für das Moped bezahlt man eine Kaution in Höhe von 500 $, die auf der Kreditkarte geblockt wird. Ebenso kann man vor Ort einen Helm aussuchen, entweder neu oder Second-Hand, den man dann entweder ausleiht oder erwirbt.

  • Vor Ort wird Englisch gesprochen

  • Man bekommt viele nützliche Tipps in Form einer ausgedruckten Route, Vietnam-Hacks, Tipps zum Verhalten bei Polizeikontrollen, Sehenswertem, Unterkunftstipps

  • Notfallnummer bei Whatsapp 24/7 erreichbar

  • Ein Fullface-Helm, ähnlich wie man ihn aus Europa kennt, kostet 20 $ für einen Monat

  • Einen erweiterten Gepäckträger bekommst du gratis. Maximal mit 15 kg beladen. Kontrolliere vorsichtshalber jeden Morgen vor Abfahrt, ob noch alle 4 Schrauben fest sitzen

  • Gepäck kann für einen Aufpreis von A nach B versendet werden. Ho Chi Min - Hanoi: 15 $ pro Gepäckstück


Kommst du zeitlich nicht an dem vereinbarten Abgabeort an, gibt es die Möglichkeit das Moped mit dem Zug in die nächste größere Stadt bringen zu lassen. Die Kosten dafür trägst du.

Der Deal ist: Mietest du das Moped, gehört es dir. Du bist verantwortlich. Tigit zahlt bei notwendigen Reparaturen die anfallen, nicht jedoch, wenn du einen Unfall baust oder das Moped geklaut wird. Dann haftest du. Im Vertrag steht außerdem, dass alle 1.000 km ein Ölwechsel und ein Nachspannen der Kette vorgenommen werden muss. Bei original Honda Werkstätten. Preislich liegt das ganze bei 3 € und dauert nur wenige Minuten. Einen Termin braucht man nicht. Diese Ausgaben bekommst du nicht erstattet. Gibst du das Moped unversehrt ab, werden dir die 500 $ zurück auf deine Kreditkarte überwiesen, sodass du am Ende nur 250 $ für einen Monat Moped bezahlt hast. Inklusive der Sicherheit, dass sie die Kosten für Schäden am Motorrad übernehmen und im Falle eines irreparablen Schadens sogar ein neues Moped zur Verfügung stellen.


Pannen auf unserem Roadtrip durch Vietnam


Kati ist auf der zweiten Tour der Gepäckträger aufgrund von schlechten Schweissarbeiten mehrere Male gebrochen. Wir haben ihn reparieren lassen, sie ist sogar mit meinem großen Backpack (13 kg) auf dem Rücken gefahren und doch ist irgendwann der komplette Träger einfach abgefallen.


Obwohl dies normalerweise nicht versichert ist, wurde uns alles erstattet und wir mussten nichts für den abhanden gekommenen Gepäckträger zahlen. Hermann hatte einen Platten, der aber selbst im abgelegensten Dorf bei einer Werkstatt (Rue Xe) für weniger als 2 € innerhalb weniger Minuten repariert wurde.

Reifenwechsel in Dua Gia auf dem Ha Giang Loop

Welche Route? Süd Nord oder lieber den Norden?


Süd Nord Route

Die klassische Roadtrip Route durch Vietnam ist entweder von Süd nach Nord – Ho Chi Minh nach Hanoi, oder andersrum. Wir empfehlen definitiv die Süd Nord Route. Der Süden hat unserer Meinung nicht sonderlich viel zu bieten, je weiter man sich allerdings in Richtung Norden bewegt, desto schöner wird es. Die ersten Tage aus Ho Chi Minh raus hieß es daher für uns: Kilometer machen, damit wir im Landesinneren und Norden mehr Zeit haben.

Fahr durch das Landesinnere bis zur Hälfte der Strecke (Kham Duc), bieg dann in Richtung Hoi An/Hue ab und fahr danach wieder landeinwärts. Die Küstenstädte sind alle sehr ähnlich, teils sehr touristisch (Da Nang) und in Mui Ne z.B. gibt es außer den Sanddünen - die auch recht überlaufen sind - nicht wirklich viel zu sehen. Die Region ist außerdem für korrupte Polizisten bekannt. Kilometertechnisch sind es je nach Route etwa 2.000 – 2.500 km. Wir können an dieser Stelle nur den Tipp geben: Je mehr Zeit du einplanst umso besser. Wir waren 22 Tage unterwegs, sind 2.550 Kilometer gefahren und haben uns einige Male gewünscht, länger an einem Ort bleiben zu können. Du kannst natürlich auch in der Mitte des Landes, z.B. in Da Nang anfangen und von dort losdüsen. Ebenso sind die ruhigen Landstraßen (als weiße Straßen bei Maps. me eingezeichnet) im Landesinneren besonders schön zu fahren.


Die Routengestaltung ist dabei individuell. Am Meer entlang, durchs Landesinnere? Je nach Geschmack kannst du genau die Route für dich wählen, die dich am meisten anspricht. Der größte Vorteil bei einem Roadtrip auf eigene Faust: Man bleibt ungebunden und spontan.

Die Nord Route

Landschaftlich um einiges schöner bietet der Norden unserer Meinung nach das "echte" Vietnam-Feeling. Atemberaubende Gebirgspässe, steile Abgründe, Reisterassen wohin das Auge reicht, ländliche Natur, ruhige Straßen und authentische Homestays.


Im Norden haben wir das gefunden, was uns auf der Süd-Nord Route gefehlt hat.

Tolle Straßen zum Fahren, wunderschöne Natur, Höhlen und Wasserfälle und - sofern man auch hier abseits der klassischen Route reist - eine herrliche Ruhe.


  • Der große Motorrad Reiseführer für deine Nordvietnam Rundreise. Unser eBook über den Norden Vietnams mit alle Infos und hilfreichen Tipps für deinen unvergesslichen Motorrad Trip. Vom Visum, der Einreise, dem Mopedkauf, Polizeikontrollen, Strassenverhältnissen, Routenvorschlägen und den schönsten Sehenswürdigkeiten haben wir wirklich an alles gedacht.



Verkehr auf Vietnams Straßen

Du wirst dein Moped wahrscheinlich in Ho Chi Minh oder Hanoi besorgen und von dort losdüsen. Der Verkehr in den großen Städten ist besonders zur Rush Hour zwischen 7-9 und 15-17 Uhr sehr chaotisch. Unser Tipp zum Verkehr in Vietnam: Fahr vorsichtig, umsichtig und konzentriert. Auch wenn du dich mit der Zeit sicherer auf dem Moped fühlst. Verkehrsregeln, wie du sie aus Deutschland kennst, z.B. rechts vor links, gelten in Vietnam nicht.

Hier wird abgebogen ohne zu schauen, Lkws schießen ohne Rücksicht auf Verluste aus Seitengassen oder Fahrradfahrer radeln neben dir Slalom, wenn dich gerade ein Bus mit 50 cm Abstand überholt und dich dabei mit seiner Hupe zu Tode erschreckt.


Nicht zu vergessen die Ampeln und Kreisverkehre in den großen Städten, die zu Stoßzeiten von hunderten Mopeds, Autos und Bussen belagert werden, oder Vieh, das plötzlich im Galopp aus dem Gebüsch schießt.

Vietnam ist ein Land, in dem jährlich tausende Menschen bei Motorradunfällen sterben. Dessen solltest du dir bewusst sein, bevor du einen Roadtrip durch Vietnam startest.

Nichtsdestotrotz können wir an dieser Stelle sagen: Vietnam mit dem Moped zu erkunden ist empfehlenswert, und selbst wenn der Straßenverkehr dich im ersten Moment überfordert, hast du nach wenigen Tagen das System verstanden und den Dreh raus. Ich (Kati) bin ohne jegliche Vorkenntnisse losgetuckert, nachdem ich mich nach einem Mopedunfall 2011 nicht mehr auf eine Maschine getraut hatte, und kann nur sagen: Es war die beste Entscheidung mich zu trauen und meine Ängste zu überwinden.

Wuseliger Stadtverkehr in Ho Chi Minh City

Tanken in Vietnam

Tankstellen gibt es entlang des Highways und der Landstraßen recht viele, im Schnitt spätestens alle 20 Kilometer. In entlegeneren Regionen, wie im Norden, gibt es ebenfalls genug Tankstellen. Wenn du mit der App Maps. me fährst, gibt es einige Streckenabschnitte (z.B. von Sapa nach Mu Cang Chai auf der QL32), auf denen keine Tankstellen eingezeichnet sind.


Da ist die App leider nicht ganz aktuell, denn alle paar Kilometer findet man auch hier entweder eine Tankstelle, oder kleine Shops mit improvisierten Zapfsäulen, die meist einige Liter auf Vorrat haben. Preislich kostet ein Liter 92er ~ 17.000 Dong (0,65 €), ein Liter 95er ~ 19.000 Dong (0,73 € ).

Wenn keine richtige Tankstelle da ist, tankt man einfach an dieser hier :)

An jeder Tankstelle gibt es Tankwarte, einfach dein Motorrad an die Zapfsäule fahren, “Full” sagen und anschließend bezahlen. Absolut easy und unproblematisch. An den meisten Tankstellen gibt es zwar Toiletten, aber keine Shops mit Lebensmitteln und Snacks, wie wir es aus Deutschland kennen.

Verpflegung in Vietnam

Sofern du keinen empfindlichen Magen, Allergien hast oder Vegetarier/Veganer bist, kannst du so ziemlich überall anhalten und vietnamesische Köstlichkeiten probieren. Angefangen vom traditionellen Sandwich Bánh Mỳ/Bánh Mì, bis hin zu Phở (vietnamesische Suppe mit Einlage), Cơm (Reis) oder Cà phê - vietnamesischem Kaffee, der traditionell mit süßer Kondensmilch und Eiswürfeln getrunken wird.

Preisbeispiele Vietnamesischer Kaffee – 15.000 Dong (0,58 €), in Touriorten auch gerne mal 40.000 Dong (1,54 €) Bánh Mì – 7.000 - 15.000 Dong (0,27 - 0,58 €), in Touriorten auch gerne mal 30.000 Dong (1,15 €) oder mehr Gebratener Reis – 35.000 Dong (1,35 €), in Tourorten auch gerne mal 70.000 Dong (2,70 €) Eine Flasche Wasser (1,5 Liter) – 7.000 - 10.000 Dong (0,27 - 0,38 €), in Touriorten gerne auch mal 20.000 - 25.000 Dong (0,78 - 0,96 €)

Vietnamesische Köstlichkeiten beim Family Dinner

Die Faustregel besagt: Kann man auf seiner Reise nicht auf hippe, westlich angehaucht und dekorierte Cafes und Restaurants verzichten, zahlt man so gut wie immer den doppelten Preis. Wir können nur empfehlen sich ins Getümmel zu stürzen und einfach wild drauflos zu probieren. Frittierte Mehlwürmer, Heuschrecken oder Obst, das man noch nie gesehen hat - einfach rein damit. Aber Achtung: Gerade ab Hanoi und nördlich wird traditionell auch Katze und Hund gegessen. Achte auf die Beschilderung, wenn du nicht willst, dass sie auf deinem Teller landen. Katze = Mèo, Hund = Chó. Ansonsten sind Fruchtsäfte und Smooties sehr zu empfehlen, denn hier in Vietnam schmeckt das Obst/Gemüse tatsächlich noch so, wie es schmecken sollte.

Preise in Vietnam

Was wir genau in 44 Tagen Roadtrip - und insgesamt 87 Tagen in Vietnam - ausgegeben haben, kannst du in unserem separaten Artikel Reisekosten Vietnam nachlesen. Konnten wir unter unserem Budget von 1.000 € p.P. und Monat bleiben, oder lagen wir drüber?

Unsere Vietnam Reisetipps

  • Eine Auslandskrankenversicherung zahlt im Notfall nur, wenn du einen gültigen Führerschein besitzt, der dich dazu berechtigt Motorräder mit einem Hubraum von 110 ccm zu fahren.

  • Unbedingt einen ordentlichen Helm besorgen. Wenn man die vietnamesischen Nussschalen kauft, kann man auch direkt ohne Helm fahren.

  • Kaufst du bei einer Agentur, hast du Verpflichtungen, wie z.B. das Nachziehen der Kette oder einen Ölwechsel alle 1.000 km in Vertragswerkstätten vornehmen zu lassen. Kostet etwa 3 € und ist innerhalb von 10 Minuten erledigt.

  • Ist man in einen Unfall verwickelt, ist grundsätzlich erstmal der Tourist schuld. Fahr daher achtsam und umsichtig.

  • Polizeikontrollen werden nicht ausbleiben. Teilweise lassen sie dich weiterfahren, teilweise wird abkassiert. Realistische Schmiergeldsummen sind 10-20 $.

  • Polizeikontrollen umgehen: Siehst du Polizisten schon von weitem (beige Uniformen, meist sind Polizeiautos daneben geparkt), halte an und warte, bis ein Bus/Laster vorbeifährt. Häng dich an ihn ran und fahr schräg links hinter ihm, sodass dich die Polizisten nicht, oder zu spät, entdecken. Haben wir auf der Route durch den Norden öfter so gemacht und wurden nicht ein Mal angehalten. Eine andere Möglichkeit wäre einfach zügig (mit etwa 60 km/h) vorbeizufahren und so zu tun, als ob man die Polizei zu spät gesehen hat.

  • Der Tank fasst etwa 3-4 Liter und reicht für etwa 130 Kilometer, wenn es geradeaus geht, etwa 110, wenn es bergig ist. Tankstellen gibt es recht häufig, selbst in den abgelegenen Regionen wird am Straßenrand oft in kleinen improvisierten Tankstellen Sprit verkauft. Unser Tipp ist: Früh voll tanken und dann während der Fahrt tagsüber noch mal.

  • Meide den Highway Nr. 1. Wir hatten an einigen Abschnitten keine Wahl und müssen sagen: Es war teilweise stressig, teilweise aber auch angenehm, da nicht viel Verkehr war und wir schnell vorangekommen sind.

Ist das Fliegen einer Drohne in Vietnam erlaubt?

Man muss, um seine Drohne legal in Vietnam fliegen zu können, eine Genehmigung bei dem Verteidigungsministerium beantragen. Soweit wir wissen, ist diese offizielle Genehmigung als Tourist unmöglich zu bekommen. Problematisch wird es bei Einreise über Da Nang, dort wird das Gepäck gescannt und Drohnen können abgenommen werden. Bei Ausreise bekommt man sie zurück, sofern man über Da Nang ausreist. Wir haben das Risiko in Kauf genommen und sind ohne Genehmigung eingereist (in Ho Chi Minh) und mit der Drohne geflogen. In Städten, in abgelegenen Orten, teils neben Polizei, die wir zuvor natürlich gefragt haben. Nach zwei Monaten in Vietnam und unzähligen Flügen später, müssen wir sagen: Wir hatten keine Probleme und auf uns hat es den Anschein gemacht, dass es niemanden wirklich interessiert hat.

Wir geben hier nicht den Tipp, illegal zu fliegen, sondern sprechen lediglich über unsere Erfahrung. Wenn man Pech hat und an den "falschen" Beamten gelangt, ist die Drohne futsch, man muss eine hohe Strafe zahlen und ob das Risiko einem wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Sehenswürdigkeiten in Vietnam

Einen Roadtrip macht man in erster Linie nicht, um von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen und dabei bekannte Instagram-Motive abzulaufen. Bei einem Motorrad-Roadtrip durch Vietnam geht es vorrangig um Natur, eine Portion Abenteuer und Kultur. Abseits der Pfade anderer auf eigene Faust zu erkunden, dort anzuhalten, Pausen zu machen und zu übernachten, wo es einen hinzieht und ohne Zeitdruck das Land zu erkunden. Das Sehenswerte ist also die Landschaft und das Leben der Menschen in Vietnam.

Abwechslungsreiche Landschaften von weiten Stränden, engen Serpentinenstraßen, traumhafter Bergkulisse, dichtem Dschungel, Reisplantagen, an rauschenden Wasserfällen vorbei, abgelegenen Tempeln, über wuselige Großstädte, an einfachsten Restaurants und Einheimischen vorbei, die am Straßenrand auf kleinen Plastikhockern dinieren.


Über authentische Märkte, auf denen das Eis zur Kühlung der Schweineherzen auf dem Boden zerhauen wird, über den wenige Sekunden zuvor noch riesige Ratten gelaufen sind, oder an “duftenden” Flüssen entlang, an denen jeder einfach direkt am Straßenrand sein Geschäft verrichtet.


Vietnam ist authentisch. Vietnam ist freundlich und Vietnam hat viele Ecken, in denen es noch "echt" ist. All das sieht man nicht - zumindest nicht in diesem Ausmaß - wenn man nur die typischen Ziele wie Hoi An, die Halong Bucht oder Ninh Binh abfährt. Die Preise sind dort teils drei Mal so hoch, die Einheimischen an Touristen gewöhnt, teils abgestumpft und ob man wirklich mit 500 anderen Touristen an ein und demselben Aussichtspunkt stehen will, bleibt natürlich Geschmackssache.

Unser Tipp für eine Reise durch Vietnam ist definitiv: Miete oder kaufe dir ein Moped und fahr los.

Nicht zu überschwänglich und euphorisch, denn der Verkehr kann lebensgefährlich und chaotisch sein. Aber so lange du mit dem Flow gehst und mit dem Strom schwimmst, umsichtig und konzentriert fährst und bestimmte Routen, wie z.B. Den Highway Nr. 1 meidest, können wir dir fast garantieren, dass du eine unvergessliche Reise und viele prägende Momente in Vietnam erleben wirst.

Cảm tạ Vietnam, wir hatten eine wunderbare Zeit bei dir.

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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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