Botswana Selbstfahrer Reisebericht: Safari auf eigene Faust Teil 1

Aktualisiert: 19. Dez 2019


Als wir Botswana als erstes Land für unsere Weltreise wählten, hofften wir auf Selbstfahrer Abenteuer, Wildnis und viele frei lebende Tiere. Soviel sei gesagt: All das und noch viel mehr hielten die ersten drei Wochen unserer Reise für uns bereit. Wir sahen wilde Tiere, übernachteten in abgeschiedenen, uneingezäunten Camps mitten im Nirgendwo, besuchten riesengroße Salzpfannen, schipperten durch das Okavango Delta, unternahmen unzählige Game Drives auf eigene Faust und überquerten für ein paar Tage die Grenze nach Simbabwe. Wir liehen uns in Johannesburg einen Toyota Landcruiser, komplett ausgestattet für einen Roadtrip inklusive Equipment und großem Dachzelt; und los ging's zu unserem ganz eigenen afrikanischen Traum, einer Safari durch Afrika auf eigene Faust. In Teil 1 unseres Botswana Reiseberichts nehmen wir dich mit hinter die Kulissen und erzählen dir, wieso am zweiten Tag unseres Roadtrips unser Kofferraum in Flammen stand.


In diesem Artikel findest du: Ankunft/Anreise: Die ersten Tage in Afrika Khama Rhino Sanctuary Khumaga am Boteti Fluss Maun/ Okavango Delta Nxai Pan Nationalpark



Ankunft/Anreise: Die ersten Tage in Afrika

Wir landeten nach einer langen Anreise aus Australien erschöpft aber glücklich in Johannesburg und machten uns direkt auf den Weg zu unserem ersten Couchsurfing Host. Es war das erste Mal, dass wir diese Art zu reisen und zu übernachten probierten und waren mehr als begeistert. Unser Host nahm uns mit in eine Art Shantytown/Slum, in dem alles mögliche verkauft wurde, unter anderem auch traditionelles Essen: "Pap" (Maismehlpampe) mit Beilagen. Unser Host hatte einen Stammstand, an dem er öfter zum Mittagessen anhielt. Für weniger als 2 Euro kriegten wir eine Riesenportion Maispampe, eine Art Fleischeintopf, Salat und verschiedene Gemüsesorten. Nach anfänglichem Unwohlsein tauten wir auf und genossen dieses einzigartige Erlebnis. Das war genau das, was wir uns erhofft hatten zu erleben. Authentisches Südafrika abseits der Touristen. Ohne Leon, unseren Host, hätten wir das nie erlebt. Am nächsten Tag wurden wir von unserer Autovermietung abgeholt und zur Zweigstelle gefahren, wo der Landcruiser schon auf uns wartete. Wir gingen zusammen schnell alles an Equipment durch, schauten uns an, wie man ein Dachzelt aufbaut und zusammenpackt (was wirklich einfach ist) und dann sollte es auch schon losgehen Richtung Grenzübergang Martin's Drift.

Über 400 km lagen vor uns, wir hatten keine Ahnung, ob die gesamte Straße asphaltiert sein würde, wie schnell man fahren darf und wie lange unsere Fahrt bis zur Grenze überhaupt dauern wird. Wir fuhren erst auf einer gebührenpflichtigen Autobahn. Die Gebühren können teilweise nur in bar gezahlt werde, also die südafrikanischen Rand nicht vergessen. Danach ging's durch kleine Orte auf Landstraßen, bis wir etwa 50 km vor der Grenze keine Autos mehr sahen und irgendwie durchs Niemandsland zu fahren schienen. Neben der Straße tauchten die ersten Giraffen und Warzenschweine auf. Weit konnte es nicht mehr sein, die Vorfreude stieg. Zur Dämmerung erreichten wir den Grenzübergang, legten die Pässe auf den Tisch, füllten Dokumente aus, kriegten unseren Stempel, beantworteten ein paar Fragen, zahlten das Visum und unserem Abenteuer stand nix mehr im Weg. Gut zu wissen: Im Internet liest man überall, dass das Visum für Botswana 30 US$ p.P. kostet. Wir zahlten knapp 10 Euro pro Person mit mehrfacher Ein- und Ausreise. Unser Camp für die Nacht lag direkt an der Grenze, wir wollten dort nur schlafen und am nächsten Morgen direkt weiterfahren. Wir haben für dich all unsere Camps und Lodges zusammengefasst, an denen wir Halt gemacht haben, schau mal in unserem Unsere Camps in Botswana Artikel vorbei, wenn dich das Thema interessiert.


Khama Rhino Sanctuary: Die ersten wilden Tiere und unser Autobrand

Auf dem Weg nach Khama Rhino wollten wir noch schnell in Serowe auftanken, bisschen was zu Essen kaufen und schnell noch Malariatabletten besorgen, nachdem wir uns entschieden hatten, das von uns in Australien gekaufte Lariam nicht zu nehmen. Mehr Infos dazu in unserem Malariaprophylaxe Artikel.


Wir fuhren gemütlich durch den Ort, als wir beide auf einmal unruhig wurden. Hermann schaute ständig in den Rückspiegel, ich wurde panisch. Irgendwas lief da gerade falsch. Wir hielten an, mitten an der Hauptstraße, Hermann sprang aus dem Auto, aber da war es schon zu spät.

Schwarzer, dichter Rauch qualmte aus allen Ritzen unseres Kofferraums. Hermann riss die Seitenverkleidung der Ladefläche auf und sah unsere zweite Batterie (für den Kühlschrank) in Flammen stehen.

Beißender Geruch verteilte sich um uns, der Feuerlöscher war zum Glück nicht weit, ich schnappte noch schnell unsere Rucksäcke, bevor Hermann abdrückte und die gesamte Ladefläche von grauem Puder bedeckt war.

Einheimische eilten zur Hilfe, ein Taxifahrer stand wie aus dem Nichts neben uns und bot uns seine Hilfe an. Batterie raus, auslaufender Dieselkanister raus.


Ich stand in Tränen neben dem Auto, in meinem Kopf war der Roadtrip zu Ende, bevor er überhaupt begonnen hat.

Feuerwehr und Krankenwagen kamen vorbei, die Einheimischen müssen sie wohl zur Hilfe gerufen haben. Der Taxifahrer fuhr mit Hermann los, um Isolierband zu besorgen und die offenen und funkenden Kabel zu isolieren. Es dauerte keine Stunde, da sagte er zu uns Das Auto müsste jetzt wieder fahrtüchtig sein. Wir machten einen Deal mit ihm, er folgt uns die 25 km bis zum Khama Rhino in seinem Taxi, falls irgendwas sein sollte, hupt er und wir wissen Bescheid und halten an. Er war sofort dabei. Ohne etwas dafür zu verlangen.


Wir kamen mit den Nerven völlig am Ende im Park an, im Auto hatten wir immer noch die auslaufende Batterie und den tropfenden Dieselkanister. Wir schilderten unsere Situation, riefen unseren Autoverleih an. Passiert ist leider nichts, ein paar Einheimische halfen uns dann, den Kanister zu leeren und die Batterie zu entsorgen. Wohin wissen wir nicht. :/

Unser Auto mussten am Camp erstmal ausfegen und sauber machen. Den Gestank, der sich natürlich auch in unsere Klamotten gefressen hatte, kriegten wir erst nach einer Woche Dauerlüften raus. Was für ein Start in unseren Roadtrip.


Was wir in Botswana sonst so erlebten? Klick dich durch unsere Abenteuer:

Khama Rhino Sanctuary


Die Khama Rhino Sanctuary liegt etwa 25 km von Serowe entfernt und ist ein privater Park, der von Einheimischen Ende der 80er ins Leben gerufen wurde, um das Wildlife in der Region zu schützen. Das Areal bietet einen perfekten Lebensraum für Nashörner. Im Park leben sowohl das weisse als auch das schwarze, seltenere Nashorn.


Zudem findet man im Park noch viele andere Tiere, u.a. Giraffen, Zebras, Leoparden, die verschiedensten Vögel, Kudus, Impalas und vieles mehr. Der Park ist umzäunt und wird vom botswanischen Militär bewacht, um die Nashörner vor Wilderern zu schützen. Die Population ist seit Jahren steigend, wir haben während unseres Besuchs etwa 10 Nashörner bewundern können. Direkt im Park ist ein toller Campingplatz gelegen, auf dem man übernachten kann, alternativ kann man sich ein Chalet buchen. Der Eintritt wird direkt am Eingang bezahlt, ein kleiner Shop ist vorhanden. Feuerholz, kleine Souvenirs oder eine Karte vom Park können hier erworben werden. Der Park ist täglich von 7-19 Uhr geöffnet.

Man kann geführte Game Drives unternehmen oder aber auch mit seinem eigenen Auto im gesamten Park umherfahren und Ausschau nach Tieren halten. Wir entschieden uns für eine Fahrt auf eigene Faust, unseren ersten Game Drive in Botswana. Wir fuhren mit der Hoffnung auf ein paar Tiere los, als wir dann aber am ersten Wasserloch anhielten, wurden wir schon von unzähligen Zebras, Impalas und Kudus begrüßt. In dem Moment verspürten wir das Gefühl, angekommen zu sein. Der Brand war für ein paar Stunden vergessen. Es folgten Giraffen, die direkt vor uns Blätter von den Bäumen zupften, mehr Zebras, die direkt neben unserem Auto stehenblieben, unsere ersten süßen Warzenschweinchen uuund: Nashörner!

Sie waren zwar relativ weit weg, aber dennoch ist das Gefühl schwer zu beschreiben, die Tiere das erste Mal in freier Wildbahn zu sehen.


Kein Zoo, keine kreischenden Kinder, die sich ans Panzerglas drücken, keine Menschen, die mit Blitz gegen reflektierende Glasscheiben fotografieren.

Einfach die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Da, wo sie hingehören. Und wir sitzen gerade im Auto und können uns das anschauen! Mega! Sie wälzten sich im Schlamm, kämpften, spazierten umher. Frei. Wir fuhren weiter, verbrachten mehrere Stunden damit, einfach im Park herumzufahren und Tiere zu erspähen. Was für ein toller Abschluss für diesen Tag, der mit einem Desaster begonnen hatte.

Khumaga am Boteti Fluss: Game Drive in tiefem Sand

Weiter ging es in Richtung auf ein Camp, das direkt am Boteti Fluss am Eingang des Makgadikgadi Nationalparks lag. Nur eine kleine Flussüberquerung mit einem einfachen Floß stand uns noch im Weg, um Game Drive Nr. 2 zu starten. Zack, mit dem Auto auf's Floß und ein paar Minuten später standen wir am Eingang des Parks.


Schnell die Gebühr bezahlt und ab ging's. Die Gebühr ist übrigens in allen Nationalparks in Botswana gleich:


  • 120 Pula p.P. (9,50 )

  • 50 Pula (4 ) für das Auto (mit ausländischen Kennzeichen)


Stand Dez. 2019


Die Farben des hellen Sandes, der uns in der Nachmittagssonne blendete, der knallblaue Himmel mit den Schäfchenwolken und dazu das satte grün der am Fluss liegenden Pflanzen bescherte uns eines unserer besten Fotomotive der gesamten Reise.


Der Weg war schwer zu fahren, der Sand teilweise recht tief, wir schwammen mehr, als dass wir fuhren. Um uns herum tauchten die ersten Elefanten auf, Giraffen überquerten direkt vor uns den Weg, eine kleine Zebraherde galoppierte direkt neben uns. Im Fluss sahen wir eine Elefantenfamilie baden, etwas weiter stolzierten einige Bullen am Flussbett entlang. Egal, wo wir hinschauten, überall waren Tiere.

Wir hatten eigentlich vor, zum Hippo Pool zu fahren und uns Nilpferde anzuschauen. Daraus wurde nichts, als uns auf einmal eine Gruppe Elefantenbullen einkesselte. Etwa 15 Bullen. Wir blieben stehen, stellten den Motor ab und hofften, dass sie weiterziehen würden. Es passierte nichts. Einige von ihnen begannen mit dem Kopf zu wackeln und die Ohren aufzustellen. Kein gutes Zeichen, hatten wir zumindest in Tierreportagen gesehen.


Hermann schaffte es irgendwie, das Auto im relativ hohen Sand zu wenden, wir wären allerdings fast stecken geblieben. Die Lage war uns einfach zu brenzlich. Am nächsten Morgen unternahmen wir dann etwas, was wir so nicht auf dem Schirm hatten. Eine Walking Tour durch das kleine Dorf Khumaga (Xhumaga). Wir wurden von einem Einheimischen abgeholt und durch das Dorf geführt. Wir schauten uns die traditionellen Hütten an, besuchten das Krankenhaus und gingen weiter zur Schule, an der die Direktorin schon auf uns wartete.


Wurden über das Gelände geführt, betraten einen Klassenraum und bekamen ein Ständchen der Erstklässler gesungen. Inklusive Tanzeinlage, bei der wir natürlich mitmachten. Anschließend wollten die Kleinen uns umarmen, einfach mal anfassen (gerade meine bunten Arme übten eine magische Anziehungskraft aus) oder uns high fives geben. So niedlich!


Weiter ging's auf den Marktplatz, der als Treffpunkt für jung und alt dient, der Polizeistation, an der Bar vorbei und schließlich wieder zurück zum Camp. Wir bekamen aus erster Hand Einblicke in das Leben in einem botswanischen Dorf. Wir durften Fragen, was wir wollten (auch den Polizeibeamten), konnten uns solange umschauen wie wir wollten und wurden mit offenen Armen empfangen und rumgeführt.

In diesen kleinen Orten, die überall in Botswana liegen, gibt es meist keine asphaltierten Straßen. Die Sandwege haben keine Beschilderung, es gibt keine Hausnummern oder Beschriftungen der Gebäude. Außer an der Bar haben wir keine gesehen. Die Locals wissen, was wo liegt und wie man am besten und schnellsten dort hinkommt.

Okavango Delta: Eines der Highlights in Botswana

Nächster Stopp: Maun. Wir wussten, dass es in Maun touristischer zugehen würde. Denn das Okavango Delta, das fast direkt an Maun grenzt, steht wohl auf der Liste jedes Botswana Besuchers.


Wir überlegten hin und her, was wir unternehmen wollten. Die Auswahl ist groß. Helikopterflüge, Flugzeugrundflüge. Flüge zu exklusiven Lodges direkt im Delta, Wanderungen, Bush Walks, Bootstouren im Delta. Wir hatten eigentlich die Bootstour und den Rundflug im Flieger im Hinterkopf. Als wir am nächsten Morgen von unserem Camp zum Startpunkt der Boots/Mokoro Tour (Mokoros heißen die traditionellen Einbaumboote) gebracht wurden, erzählte uns unser Guide, dass die Flugzeugrundflüge nicht zu empfehlen seien. Sie fliegen zu hoch, teilweise sind die Scheiben in schlechtem Zustand und man sieht wohl nicht allzu viel. Besser wäre der Heliflug.


Als wir die Preise dazu sahen, konnten wir uns das dann aber verkneifen. :) Wären wir nicht auf Weltreise unterwegs, sondern wäre Botswana unser Jahresurlaub, hätten wir den Heliflug aber auf jeden Fall unternommen. Die Helikopter haben offene Türluken und fliegen tiefer, d.h. dass man viel bessere Chancen hat, den Tieren einigermaßen nahe zu kommen. So entschieden wir uns im Endeffekt nur für die Mokoro-Halbtagestour inklusive Lunchpaket und Bush Walk. Unser Guide schob das Mokoro erst durch offene, weitläufige Deltapassagen, die irgendwann immer kleiner, enger und bewachsener wurden. Er zeigte uns Vögel, Frösche, abgefahrene Libellen, aber auch Pflanzen und gab Informationen, wie sie von den Einheimischen in der Region genutzt werden. Eine Pflanze z.B. speichert Wasser im Inneren und wird als Augenspülung verwendet.

Mit dem Mokoro durch das Okavango Delta

Wir schlängelten uns weiter durch das Delta bis wir an einer kleinen Insel ankamen. Überall um uns waren Fußspuren verschiedenster Tiere.


Nachts kommen Hippos zum fressen aus dem Wasser. Da drüben! Da sind Elefanten. Und Antilopen.

Als wir losfuhren sagte er noch zu uns, dass es schwer sein wird, tagsüber Tiere zu sehen. Wir gingen weiter durch Buschland, um uns herum das riesige Delta. In der Ferne sahen wir Elefanten.


Wir gingen auf eine kleine Anhöhe und beobachteten. Gingen weiter, sahen mehr Fußspuren, und setzten uns an ein schattiges Plätzchen für unsere Lunchpause. Wir quetschten den Guide über das Leben in der Region und die Tierwelt aus. Er beantwortete all unsere Fragen und erzählte von den verschiedenen Touren, die mit dem Mokoro gemacht werden können. Es gibt Halbtages-, Ganztages- und Touren mit Übernachtungen im Delta im Zelt. Das muss bestimmt auch mega sein!

Als wir wieder in der Stadt angekommen waren, fuhren wir noch schnell zum Xomae Office, um unsere nächsten Übernachtungen (im Nxai Pan Nationalpark) zu bestätigen und den Zettel abzuholen, den wir benötigten, um ihn am Eingangsgate des Nationalparks abzugeben. Ohne Vorreservierung kann man dort nämlich nicht übernachten.

Nxai Pan Nationalpark: Botswana pur

Vor diesem Nationalpark hatten wir den meisten Respekt. Wir lasen im Internet Horrorstories über die Straßenverhältnisse, müssen aber sagen: Zu unserem Besuch war die Sandpiste echt ok. Klar gab es mal tieferen Sand, mal Schlaglöcher und Bodenwellen. Aber unser Game Drive am Boteti Fluss war um einiges heikler. Wir gaben unseren Zettel am Parkeingang ab, bezahlten die Gebühr, unterschrieben ein Dokument, dass wir auf eigene Verantwortung den Park betreten, ließen Reifendruck ab und los ging's. Über 30 Kilometer waren es bis zum Baines Baobab Camp mitten im Nirgendwo. Als wir ankamen, waren wir komplett geflasht.


Eine große Salzpfanne tauchte aus dem Nichts auf und riesengroße Baobab-Bäume ragten in den blauen Himmel. Wir sahen Elefantenspuren, sonst eine unendliche Weite. Wir sind hier gerade mitten in der Wildnis.


Es gibt im Nationalpark keine Zäune, nichts was die wilden Tiere abhält, einen nachts oder auch tagsüber zu besuchen. Wir hatten davor einen Heidenrespekt.

Da es erst mittags war, machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Nochmal 20 km, bevor wir am South Camp ankamen. Dort gibt es mehr Tiere, mehr Wasserlöcher und tolle Game Drive Strecken zum selber fahren. Und genau das machten wir dann.

Etwas über 3 Stunden (Achtung: Wortspiel) cruisten wir mit unserem Landcruiser durch den Nationalpark. :) Auch hier Dutzende Elefanten, die sich mit Schlamm abkühlten, Impala Herden und Giraffen.

Nach der Übernachtung im Nationalpark müssen wir sagen: Das ist nichts für schwache Nerven. Uns wurde empfohlen, kein Deo und nur Seife ohne Parfüm zu benutzten, um nicht unnötig Tiere anzulocken. Alles Essbare zu verstauen, Luken im Dachzelt nach Sonnenuntergang dicht zu machen und sich still zu verhalten.


Genau das taten wir auch. Die Touris, die neben uns im Camp waren, allerdings nicht. Wir sind nicht sicher, ob es Leichtsinn oder Unverständnis war, aber sie fingen nach Anbruch der Dunkelheit an zu kochen, zu klimpern, laut zu sprechen. Wir erlebten hier unsere bisher schlimmste Nacht in Botswana. Nassgeschwitzt, kurz vor dem Hitzekollaps wachten wir auf, öffneten einen kleinen Spalt unseres Dachzeltfensters und checkten die Lage. Ist da was? ch glaub nicht, ich seh's aber auch nicht genau.

Am Morgen ging es mit Waschbeutel und Handtuch ins Waschhaus. Das Waschhaus war der Knaller, Elektrozaun und Betonpoller mit Metallspitzen zur Abschreckung der Tiere.

Als ich zurück zum Auto gehen wollte, merkte ich, das irgendwas komisch war. Hermann fuhr mit dem Auto panisch über einen dicken Baumstamm, das Dachzelt hing auf halb acht und die Ladeklappe war offen.

Komm schnell. Hab ich verstanden; Hermann schrie allerdings: Bleib im Waschhaus!


Ich fing an zu rennen, panisch! Ich wusste nicht, was es war, hatte aber in dem Moment Todesangst. Ich verlor fast meine Flip Flops, stürmte ins Auto und knallte die Tür zu!


Was ist da??? Hier ist direkt ein Löwe neben uns, der gerade mega laut gebrüllt hat... vielleicht so 15 Meter. Ach du Scheiße!


Wir fuhren ein paar Kilometer, bis wir am Eingang des nördlichen Teils des Parks ankamen. Der Ranger schaute uns verdutzt an und fragte, ob alles ok ist. Wir stiegen aus. Die Herzen rasten, wir erzählten ihm was passiert war, packten unser Zelt zusammen und brauchten einige Stunden, um den Schock zu verdauen. Man soll sich eigentlich ruhig verhalten, wenn sowas passiert. Wir hörten das immer wieder. Aber wenn man zu Fuß unterwegs ist und ein Löwe brüllt 15 m von einem entfernt. Da ist doch der erste Gedanke: Renn um dein Leben, oder? Ich konnte jedenfalls nicht ruhig bleiben. Das ist eine dieser Geschichten, die wir bestimmt jedes Mal erzählen werden, wenn wir über die Weltreise sprechen.

Du hast noch nicht genug? Hier geht's mit Botswana Reisebricht Teil 2 und all den weiteren Abenteuern unseres Roadtrips durch Botswana/Simbabwe weiter.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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