Nagoya: Tagesausflug zur Burg

Aktualisiert: 19. Apr 2019


Nagoya liegt im Zentrum der Aichi Präfektur, ist die viertgrößte Stadt Japans und ein wichtiges Handelszentrum seit der Edo-Periode. Keramik-, Textil- und Sake-Manufakturen findet man vermehrt in der Region. Nagoya ist außerdem bekannt für seine wunderschöne Burg, sein Eisenbahnmuseum, seinen Atsuta Schrein, einer der wichtigsten Schreine im Shinto-Buddhismus, für seine Toyota-Fabrik, die natürlich auch besichtigt werden kann und verschiedene Museen. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Stadt größtenteils zerstört. In Nagoya machten wir nur einen kurzen Zwischenstop. Unser Hotel lag nicht weit vom Bahnhof, sodass wir wieder alle Unternehmungen zu Fuß erledigen konnten. Die Bahnhöfe in Japans Städten sind riesengroß, es gibt dort alles, was man sich vorstellen kann. Shops, Restaurants, Karaokebars. In einer Dimension, die wir so zuvor noch nie gesehen hatten. Man könnte locker einen ganzen Tag in den Komplexen verbringen, ohne sich zu langweilen. Wenn man keine Lust auf Laufen hat, gibt es in der Stadt einen Sightseeing-Bus, den Me-guru, der an allen wichtigen Touristenspots und Sehenswürdigkeiten hält. Nachdem wir eingecheckt und unsere Backpacks im Zimmer in die Ecke geworfen hatten, wollten wir keine Zeit verlieren und sofort los, um die Stadt zu erkunden. Der Grund, weshalb wir in Nagoya waren: die Burg

Wir liefen erst durch die City, kauften uns ein paar Snacks und grünen Tee, gingen vorbei am Bahnhof, an den JR Central Towers, dann durch Wohngebiete, bevor wir am Schlosspark ankamen. Vor dem Schlosspark befindet sich noch ein kleiner „Vorpark“, in der eine große Bronzestatue steht. Sie stellt Kato Kiyomasa da, er war der Erbauer der Kumamoto-Burg, einer der bedeutendsten in ganz Japan.


Will man den Schlosspark betreten, wird ein kleiner Eintritt verlangt, die gesamte Anlage ist bis 16:30 Uhr geöffnet. Wir gingen durch das Eingangstor, standen auf einmal auf einem riesig großen Platz und erblickten zwischen den ersten Blüten der Kirschbäume das Schloss in all seiner Schönheit. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt, viele Japanerinnen waren wunderschön zurecht gemacht in ihren traditionellen Yakutas und posierten vor den blühenden Kirschbäumen, im Hintergrund die Burg.



1612 als Symbol der Macht und des Wohlstands erbaut, wurde auch sie im Krieg zerstört und 1959 wieder aufgebaut. Die Burg kann besichtigt werden, es gibt auf jeder Etage verschiedene Ausstellungen über die Geschichte Nagoyas bzw. der Burg selbst. Ausgestellt werden u.a. traditionelle japanische Gewänder, Samurai-Schwerter oder auch alte Drucke. Auf manchen Etagen dürfen keine Fotos geschossen werden. Bitte auf Hinweisschilder achten. Die oberste Etage verfügt außerdem über eine Aussichtsplattform, von der aus man einen schönen Blick auf die Stadt werfen kann.



Wie auf vielen Burgen in Japan findet man hier Kin – Shachihoko Statuen. Nagoya ist berühmt für seine beiden ca. zwei Meter großen, vergoldeten Statuen, die eine Mischung zweier Tiere darstellen. Sie besitzen den Kopf eines Tigers und den Körper eines Karpfens. Der Legende nach sollen sie, wenn sie auf dem Dach angebracht werden, vor Feuer/Brand schützen. Rund um das Schloss findet man noch verschiedene andere Gebäude, Nachbauten der vergoldeten Statuen, beeindruckende alte Mauern und einen Burggraben, der den gesamten Komplex umgibt. Der Schlosspalast konnte zur Zeit unseres Besuches wegen laufender Sanierungsarbeiten leider nicht besichtigt werden, von außen sah er aber imposant aus.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag im Schlosspark, man sollte genug Zeit einplanen, um sich das Gelände und die Burg selbst in Ruhe anschauen zu können. Am späten Nachmittag machten wir uns langsam auf den Rückweg, vorbei an vielen kleinen Restaurants, Seitengassen und Parks, als wir etwas sahen, von dem wir nicht genau wussten, was es sein sollte. Ein hohes, recht schmales Gebäude, in das nach und nach Autos fuhren. Wir blieben stehen, schauten uns das Ganze eine Weile an, bis wir checkten, dass es ein Parkhaus ist. Hättest du es auf den ersten Blick erkannt?

Wir gingen weiter und wollten irgendwo etwas Essen. Wir suchten uns intuitiv natürlich wieder ein Restaurant aus, in dem niemand Englisch verstand. Perfekt. Ausgesucht wurde wieder nach Bildern. Da es noch recht früh war, waren wir die einzigen Gäste dort und die Kellnerin konnte sich genug Zeit für uns nehmen, um unsere Bilderbestellung aufzunehmen. Die Portionsgrößen in Japan sind recht bescheiden, man bestellt üblicherweise viele kleine, verschiedene Gerichte, die auch geteilt werden können. Nachbestellt werden kann jederzeit. Sofern man kein Veganer ist, Allergien hat oder pingelig im Bezug auf kulinarische Kuriositäten ist, können wir das Bestellen nach Bildern empfehlen. Man weiß nie 100%-ig, was man genau bekommt, wenn man Restaurants besucht, in denen keine englische Karte ausliegt. Wir hatten einen Mordsspaß, haben Dinge gegessen, die wir wahrscheinlich so nicht bestellt hätten. Wirklich danebengegriffen haben wir nie. Japans Essenskultur hat einen hohen Standard, man kann sicher sein, immer qualitativ hochwertiges Essen auf den Tisch zu bekommen. Nagoyas Spezialität ist Akamiso, eine rötlich-braune fermentierte Bohnenpaste. Sie sieht unappetitlich aus, wird aber für viele verschiedene lokale Gerichte benutzt, z.B. für Udon. Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig durch die Gegend und kehrten dann am Abend wieder in unser Hotel zurück, denn früh am nächsten Morgen ging es für uns mit dem Shinkansen wieder in das ländliche Japan gehen... nach Hakone. Fazit Ein Tag hat für uns ausgereicht, da wir im Grunde nur die Burg und den schönen Stadtpark besichtigen wollten. Falls du aber planst zusätzlich noch die Toyota-Fabrik, den Atsuta Schrein oder ein paar der Museen zu besichtigen, würden wir dir einen zweiten Tag empfehlen. Alles in Allem aber auf jeden Fall einen Zwischenstop wert!


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Kati &   Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben.

 

Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

Kati + Hermann

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