Mein Weg zum inneren Glück

Aktualisiert: 19. Apr 2019


Die wichtigste Erkenntnis auf dem Weg zu mir selbst und dem Weg zu meinem Glück war:

Es ist egal, was andere über dich denken. Wirklich komplett egal.

Das ist leichter gesagt, als getan, denn dieser gesamte Prozess dauerte bei mir locker 15 Jahre. Seit meinen frühen Teenagerjahren bestanden meine täglichen Gedanken häufig daraus, was andere über mich denken.

Bin ich in der Hose zu dick? Sehen andere meine Speckfalte? Sind meine Haare zu fettig? Steht mir der Lippenstift? Was ist, wenn ich meine ehrliche Meinung sage? Finden die mich dann doof? Warum mögen mich die coolen Kids nicht? Wieso bin ich Außenseiter?

Diese Fragen begleiteten mich in meinen Teeniejahren jeden Tag. Jeden einzelnen Tag ging ich ohne Selbstbewusstsein zur Schule und war natürlich leichtes Opfer. Es war wie ein Kreislauf, den ich nicht unterbrechen konnte. Mangelndes Selbstbewusstsein führte dazu, dass ich mich nicht traute, mich im Unterricht zu melden, obwohl ich die Antworten wusste. Wurde ich aufgerufen, stammelte ich mit hochrotem Kopf irgendwas sinnloses in den Raum. Dies führte zu schlechten Noten, dies wiederum zu der Erkenntnis, dass ich vielleicht doch zu doof bin. Ich musste zwei Schuljahre wiederholen.

Dieser Zyklus dauerte Jahre an. Jahre! Ihn zu durchbrechen schien unmöglich.

Die Schulzeit war irgendwann zu Ende, aber die negativen Gedanken schwebten weiter wie eine dunkle Wolke in meinem Kopf. Es folgten meine ersten Tattoos und Piercings. Ich rasierte meinen Kopf und fing an meine Ohren zu dehnen, als ich 18 war. Das war 2001. Damals wurde dieser Trend erst geboren, dementsprechend gab es fast niemanden mit gedehnten Ohren und ich bekam ziemlich oft negative Kommentare an den Kopf geworfen.

Wieder die Gedanken: Bin ich hässlich? Warum kann mich niemand so akzeptieren, wie ich bin? Vielleicht sollte ich doch nicht weiter dehnen?

Die wichtigste Erkenntnis fehlte mir aber damals noch: Wenn du dich selbst nicht liebst und akzeptierst, kann es auch kein anderer tun. Man strahlt Unsicherheit aus, auch wenn man es selber vielleicht nicht mitbekommt.

Ich begann irgendwann meine Ausbildung und hatte endlich etwas gefunden, das mir wirklich richtig Spass macht. Meine Berufung, meine Zukunft. Auf einmal begann sich der Kreis in die andere Richtung zu drehen. Auf einmal war ich eine der Klassenbesten in der Berufsschule. Mein Lehrmeister war zufrieden mit mir. Ich bekam Anerkennung. Das Selbstbewusstsein stieg. Langsam.



Die Jahre vergingen, aber meine Selbstliebe und mein Selbstbewusstsein trugen irgendwie immer noch keine richtigen Blüten. Die Knospen waren bereit zum spriessen, aber es gab immer etwas, das mich davon abhielt, dies zuzulassen. Sei es schlechter Umgang, Umzüge quer durch Deutschland oder Beförderungen mit anschließendem Stress im Job.

Vielleicht waren das aber alles nur Ausreden, um mich nicht weiter mit dem Thema Selbstliebe zu beschäftigen.

Höre auf dich selbst!

Was mir auf meiner Reise zu mir selbst sehr geholfen hat, war der mutige Schritt, Deutschland zu verlassen. Meinen Koffer zu packen und auf's Schiff zu gehen. Einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Nur ich.

Ich ganz alleine!

Ich war auf mich alleine gestellt, musste mich durchbeißen, hatte viele Tiefen, aber auch einige Höhen. Musste auf mich selbst aufpassen, musste entscheiden, wer oder was mir guttut und was nicht. Niemand um mich herum konnte mir reinreden.


Keine Familie, keine Freunde. Keine "guten" Ratschläge. Ich war auf mich alleine gestellt. Das war genau das, was ich in dem Moment gebraucht habe. Das Schiffsleben lehrte mich, dass ich es schaffen kann. Ich ganz alleine, und dass ich niemanden anderen dazu brauche. Ich bin stark und habe mein Leben, mein Glück und meine Zukunft ganz alleine in der Hand.

Oft wird man von Erwartungen der eigenen Familie gebremst. Soll man denselben beruflichen Weg einschlagen, wie die Eltern? Möchte man das überhaupt? Und wie bringt man seinen Eltern bei, dass man etwas ganz anderes aus seinem Leben machen möchte, ohne sie zu enttäuschen? Dass man vielleicht garnicht studieren will? Oder mal eine Auszeit braucht?

Wenn man den richtigen Weg für sich gefunden hat, werden die negativen Stimmen irgendwann verstummen und Freunde und Familie werden erkennen, dass man selbst doch am besten weiß, was für einen der richtige Weg in eine glückliche Zukunft ist.

Vergleich dich nicht mit anderen, du wirst deinen Weg finden!

Ich war in meinen 20ern so damit beschäftigt anderen hinterherzueifern und verlor mich dabei selbst. Komplett! Ich vergaß, wer ICH eigentlich bin. Ich trug auf Teufel komm raus nur schwarz, immer darauf bedacht, so cool wie möglich auszusehen. Ohne dabei zu merken, dass ich mein wahres Ich immer weiter unter dieser Fassade vergrub. Ich musste durch viele verschiedene Phasen, um letztendlich zu mir selbst zu finden. Einige davon unglaublich nervenaufreibend und düster, andere nicht ganz so schlimm.

Mittlerweile umgebe ich mich nur noch mit Menschen, die mir guttun. Ungeschminkt aus dem Haus gehen? In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit für mich. Heute? Komplett normal. Schwarze Klamotten? Klar hab ich noch welche, aber sie sind nicht mehr meine erste Wahl.

Der richtige Umgang

Es wird im Leben immer mal wieder Menschen geben, die einen runterziehen. Deren Gegenwart nicht gut für einen ist. Gewollt ist das mit Sicherheit nicht von den Personen, aber der richtige Umgang kann viel zu deinem persönlichen Wohlbefinden beitragen. Du weißt am besten, was gut für dich ist, deshalb ist es umso wichtiger, auf dein Herz und Bauchgefühl zu hören.

Als ich dann Hermann kennenlernte, drehte sich alles schlagartig. Hermann war das komplette Gegenteil von mir. Ihm war egal, was andere von ihm dachten. Wenn er keinen Bock auf bestimmte Leute hatte, ist er halt einfach abgehauen, währenddessen ich noch da saß und überlegte, wie ich am besten aus der Situation rauskomme. Hermann hat mich gelehrt, dass man ehrlich mit sich selbst sein muss, auch wenn's am Anfang schwer fällt.

Der Fall vor der Auferstehung

Es wird auf dem Weg zum Glück immer mal wieder Rückschläge geben. Diese sind wichtig, denn durch sie lernst du wieder aufzustehen. Wieder zu dir selbst zu finden und weiter deinen richtigen Weg zu gehen. Ich hatte in meinem Leben einige davon. Einige schlimme! Einige, von denen ich dachte: Ok das war's, mein Leben ist offiziell von einer dunklen Gewitterwolke umgeben und wird es für immer bleiben. Aber sie gingen vorbei und mittlerweile blicke ich mit Vorfreude in die Zukunft und kann nicht erwarten, was das Leben noch für mich bereithält.

Meine Transformation

In den letzten 5 Jahren hat sich mein Leben um 180 Grad gedreht. Ich wagte den Schritt Deutschland den Rücken zu kehren, meine Freunde und Familie in Deutschland zurückzulassen (was nicht einfach war) und endlich so zu leben, wie ich möchte. Ich ganz alleine. Und von dem ich weiß, dass mir dieser Lebensstil guttut.

Ich war in Deutschland nicht glücklich, ich wollte raus aus dem Hamsterrad mit 3-4 Wochen bezahltem Urlaub im Jahr. Ich wollte frei sein. Ich wollte mir von niemandem diktieren lassen, wie ich zu leben habe und was normal ist. Ein paar Monate hart arbeiten, dann ein paar Monate reisen. So stellte ich mir meine Zukunft vor. Dass Hermann genauso leben wollte, war ein echter Glücksgriff. Zuvor war mir noch niemand im Leben begegnet, der diesen Traum mit mir teilte.

Auf einmal merkte ich: Hey, ich bin ja garnicht so doof, wie ich immer dachte und wie es mir die Medien immer eingetrichtert hatten. Ich habe kein 90-60-90, Designerklamotten und kein neues Auto und ich werde trotzdem gemocht. Ich hab zerknitterte Klamotten, zerzauste, fettige Haare und reise seit 5 Jahren mit meinem Rucksack durch die Welt. So what?

Und da komme ich wieder zurück zum eigentlichen Punkt: Es ist egal, was andere über dich denken. Wirklich komplett egal. Solange du mit dir zufrieden und im Reinen bist, ist es egal.

Die Erkenntnis

Du musst dich damit abfinden, dass du es nicht allen recht machen kannst. Egal, wie toll, intelligent oder talentiert du bist, es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen. Die neidisch sind. Die schlechtreden, was du machst. Die dir einreden werden, dass du das nicht schaffst. Die dich nicht verstehen. Die deine Träume nicht nachvollziehen können. Dir einreden, dass du das nicht alleine kannst. Je schneller du das akzeptierst, desto eher kannst du damit anfangen glücklich zu sein.

Was für mich einige Zeit gebraucht hat, war zu verstehen, dass es immer Menschen geben wird, die mit sich selbst unzufrieden sind. Die aus welchen Gründen auch immer, nicht das Leben leben können, das sie vielleicht gerne leben würden. Angst, Stigma, Gewohnheit, Faulheit. Und in dir ein Ventil sehen, ihren Frust rauszulassen.

Wenn diese Menschen aber sehen, dass du da drüberstehst, dass du dich wohl in deiner Haut fühlst, dass du dich akzeptierst, wird diesen Menschen die Lust vergehen, sich über dich ihr Maul zu zerreißen, und selbst wenn sie es weiterhin tun werden: Es ist egal.

Sobald man den richtigen Weg gefunden hat, strahlt man innere Zufriedenheit aus. Hermann ist vor einigen Jahren eine Sache aufgefallen, die ich wahrscheinlich erst viel später realisiert hätte: Wir schauten uns Fotos von meinem "alten" Leben in Deutschland an. Ich sah auf fast allen Fotos der letzten Jahre irgendwie traurig und unzufrieden aus. Meine Augen waren fast schon leer, wirklich unglaublich traurig. Ich war geschockt, denn mir war das zuvor nie aufgefallen, aber es war offensichtlich.

Danach scrollten wir weiter zu Fotos, die wir gemacht haben, seitdem wir unterwegs sind. Die Augen strahlen. Ich sehe zufrieden aus, meine gesamte Körperhaltung hat sich verändert, meine Ausstrahlung ist eine komplett andere. Ich sehe aus, wie eine neue, transformierte Version von mir. Wie jemand, der angekommen ist.

Man sieht im Fernsehen und in Zeitschriften immer diese Frauen, die eine unglaublich positive Ausstrahlung hatten, sich in ihrem Körper wohlzufühlen schienen, die glücklich aussehen. Eine Sache ist mir damals schon aufgefallen: Viele von ihnen waren über 30 und erzählten, dass sie sich in ihren 30ern viel wohler in ihrer Haut fühlen, als mit Anfang 20. Mit 30? Das war mein erster Gedanke. Mit 30 ist das Leben doch schon halb vorbei.

Heute kann ich sagen: Es stimmt. In seinen 30er sieht man Dinge lockerer. Vergleiche gibt es nicht mehr. Und wenn, dann eher sporadisch mit der Erkenntnis: Stop it!

Man hat mittlerweile seinen Weg (zum Glück) gefunden. Man weiß, wer man ist, was seine positiven und negativen Seiten sind, man weiß, was man kann und man kann einschätzen, wer einem guttut und wer nicht.



Den Weg zu seinem eigenen Glück kann man nicht erzwingen, nicht beschleunigen. Er braucht Zeit. Man muss Geduld haben. Der richtige Weg wird sich einem zeigen. Von ganz alleine. Irgendwann. Bei einigen von uns früher, bei einigen später. Aber er wird kommen:

Dieser eine Tag, der alles verändern wird.



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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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