Kyoto: Gion mit seinen Maikos und Geishas

Aktualisiert: 19. Apr 2019


Unsere mit Abstand, Riesenabstand wohlgemerkt, absolute Lieblingsstadt in Japan. Das Flair, die Geschichte, die Traditionen, alles erscheint so lebendig und nah und wir fühlten uns, als ob wir im ursprünglichen Japan angekommen wären. Kyoto war von 794 – 1868 die Hauptstadt Japans, hat eine lange Geschichte und ist die kulturell bedeutendste Stadt Japans. Sie liegt relativ zentral in der Kansai Region. Wir blieben einige Tage in Kyoto, erkundeten die Stadt selbst und unternahmen von hier aus Tagesausflüge nach Nara, Kobe und Osaka. Wir können das wirklich empfehlen, egal ob man sich Osaka oder Kyoto als Ausgangspunkt aussucht. Die beiden Städte liegen super zentral und die Anbindungen sind optimal. Gerade, wenn man nicht viel Zeit hat, aber dennoch viel sehen möchte, sollte man diesen Tipp berücksichtigen.

Dieses mal hatten wir ein Hostel gebucht. Direkt am Bahnhof und einfach zu finden. Der Bahnhof in Kyoto ist wieder eine Touristenattraktion für sich. Riesengroß, von außen eher wie ein futuristisches Gebäude als ein Bahnhof einzuordnen, mit jeglichem Schnickschnack im Inneren, den man sich vorstellen kann, wie z.b. kleinen Shops voller Süßigkeiten in Geschmacksrichtungen, die einem erstmal verrückt erscheinen. Wasabi oder Sake mit Schokolade sind da nur einige Beispiele. Riesige, mehrstöckige Malls direkt im Bahnhofsgebäude oder Delikatessengeschäfte, in denen man ein Vermögen lassen kann.



In diesem Artikel findest du: Unser Hostel: Piece Hostel Gion Teehäuser und Geishas/Maikos Unterschied zwischen Geisha und Maiko Meine Verwandlung zur Maiko Karaoke (den Rest zu Kyoto findest du im zweiten Kyoto Artikel)



Unser Hostel direkt am Bahnhof Nach etwa 5 Minuten Fußweg kamen wir am Piece Hostel an. Das Hostel war der Knaller, total sauber (wir waren ja in den letzten Jahren nur den australischen Standard gewohnt, muss man dazu sagen), hell, neu, übersichtlich aufgeteilt, der Eingangsbereich war groß und einladend. Frühstück war inklusive und wurde in der Eingangshalle serviert. Die Mitarbeiter sprechen wirklich gutes Englisch und helfen gerne weiter, wenn man Fragen zu Aktivitäten, Restaurants usw. hat. Man kann dort sogar direkt Geld wechseln, und das zu moderaten Umrechnungskursen. Das Zimmer war für japanischen Standard von der Größe her ok, die Toiletten befanden sich im Gang, unweit von unserem Zimmer, die Duschen waren neben den Waschmaschinen und der Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss, Handtücher und Duschgel/Shampoo lagen aus. Wir legten unsere Rucksäcke im Zimmer ab, schnappten unsere Kameras und gingen zurück zum Bahnhof. Von dort aus fahren so ziemlich alle öffentlichen Buslinien, mit denen man dann zu seiner ausgesuchten Destination gelangt.

Gion Als ersten ging's für uns nach Gion, dem bekanntesten und beliebtesten Geisha Stadtteil im Südosten Kyotos. Wir spazierten durch die kleinen, engen Gassen, an Tempeln, Schreinen, Teehäusern und Pagoden vorbei und standen auf einmal vor einem riesigen, wir dachten erst Tempel, mit einer 24 m hohen Buddhastatue aus Beton. Wie sich herausstellte, war dies eine Kriegsgedenkstätte namens Ryozen Kannon, für die Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Die gesamte Anlage wurde Mitte der Fünfziger erbaut und hat einen schön angelegten Garten mit Kirschbäumen, Bonsai Bäumen und einem Räuchergefäß, in das Gläubige ihre qualmenden Räucherstäbchen reinstecken. Man kann den Korpus der Buddhastatue besichtigen, in ihr befindet sich eine Statue der in Japan beliebten Kannon Gottheit. Sie besitzt elf Köpfe und ist die Göttin der Gnade. Es gibt zudem einen Bereich, in dem alle unbekannten, gefallenen Soldaten - nicht nur die japanischen - geehrt werden.

Es gab eine Sache, die wir schon zuvor in einigen Tempeln in Japan gesehen hatten und es hier unbedingt ausprobieren wollten: In fast jedem Tempel in Japan können Gläubige ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen auf kleine Zettel schreiben und diese dann in einen bestimmten Bereich hängen. Gegen eine geringe Spende kann man solche kleinen Zettel, deren Aussehen von Tempel zu Tempel variiert, erwerben und dann seine persönlichen Wünsche aufschreiben und aufhängen.


Gions Teehäuser & Geishas/ Maikos Weiter ging's Richtung Gions Zentrum, vorbei an kleinen Shops, die traditionelle Handwerkskunst verkauften, Restaurants und Ochaya, den Teehäuschen, die im gesamten Stadtteil zu finden sind. Überall hingen rote Laternen, große und kleine, die Fassaden der Häuser waren in dunklem Holz gehalten, alles wirkte typisch japanisch und so, als ob wir eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen hätten. In diesen Teehäusern arbeiten Kyotos Geishas und Maikos (auszubildende Geishas). Die Häuser entlang der berühmten Straßen, wie z.B. der Hanami-koji, sind teilweise nur wenige Meter breit. Früher wurden die Mietpreise nach der Breite der Fassade berechnet, so sind die Häuser dort alle recht schmal, reichen aber bis zu 20 m in die Tiefe. In dieser Straße findet man auch einige der besten Restaurants und Teehäuser, in denen die Geishas dann exklusiv für das zahlende Klientel performen.

Die Tradition der Geishas ist mehrere Jahrhunderte alt. Anfangs gab es Geishas, die auch als Prostituierte arbeiteten, heutzutage ist das undenkbar. Heutzutage unterhalten sie Gäste und halten Japans Traditionen aufrecht. Während eines Treffens spielen sie traditionelle, klassische, japanische Instrumente, führen Tänze auf, oder animieren zu japanischen Trinkspielen. Sie müssen über ein gutes Allgemeinwissen verfügen, denn sie müssen in der Lage sein, sich der von den Gästen begonnenen Konversation anzupassen. Gedichte und Kunst spielen in der bis heute sehr tradionellen Ausbildung auch eine große Rolle.

Der angebotene Service ist unglaublich teuer und man hatte als Ausländer bis vor ein paar Jahren fast keine Chance, diese außergewöhnliche Erfahrung selbst zu erleben. Man konnte früher nur einen "Termin" bekommen, wenn man von einem Stammkunden vorgestellt und empfohlen wurde. Heutzutage gibt es ganz wenige Teehäuser, die dieses Erlebnis auch für Reisende anbieten, wenn man tief genug in die Tasche greift. Japanischkenntnisse müssen nicht vorhanden sein. Wenn man nicht ganz so viel Geld ausgeben will, gibt es Gruppentreffen, in denen eine größere Touristengruppe eine Maiko trifft und sich die gesamte Vorführung gemeinsam anschaut. Gerade rund um den Shirakawa-Kanal findet man Lokalitäten, die dies anbieten. Das soll allerdings nicht so super sein, haben wir gehört. Erinnert eher an eine Massenabfertigung, als an einen Einblick in die Kultur.

Wenn das immer noch zu teuer ist, gibt es die Möglichkeit die Kultur Show am Gion Corner am Ende der Hanami-koji Straße zu besuchen und dort einen Blick auf echte Maikos zu werfen, die dort während der Show einen traditionellen Tanz aufführen. Die Aufführungen finden zweimal täglich statt, um 18 und um 19 Uhr. Es werden außerdem Einblicke in eine Teezeremonie gewährt, man wird von japanischem Comic Play, dem Kyogen unterhalten, erhascht Einblicke in Ikebana, die Kunst Blumengestecke anzuordnen und dem Bunraku, dem traditionellen japanischen Puppenspiel. Japans Kunst und Kultur Highlights komprimiert sozusagen. Nach der Vorstellung kann man Fotos mit den Maikos machen.

Der Unterschied zwischen Geisha und Maiko Der Unterschied zwischen Maiko und Geisha ist relativ einfach zu erklären. Eine Maiko-San befindet sich in der Ausbildung, die bis zu 7 Jahre dauern kann. Ihre Roben sind eher bunt und verspielt, sie tragen mehr Make up, ihre Haare, die zu der klassischen Geisha Frisur gesteckt sind, sind ihre echten. Geisha darf sie sich nennen, wenn sie die Ausbildung beendet hat. Geishas sind eher schlichter angezogen, tragen weniger Make up und genießen das Privileg eine Perücke zu tragen und können sich somit die langen und mühseligen Friseurbesuche sparen. Beide dürfen keinen Partner haben. Sobald dies geschieht, ist die Karriere automatisch beendet, kann aber bei Scheidung wieder aufgenommen werden. In Kyoto ist es üblich, die Ausbildung mit 15 Jahren zu starten. Es gibt dort Geishas, die bis in ihre 80er arbeiten. Wir spazierten weiter durch Gion auf der Suche nach einem ganz bestimmten Gebäude. Um uns herum stolzierte eine kleine Gruppe Japanerinnen, die gerade zu Maikos umgestylt wurden. Sie kicherten, ließen sich fotografieren und genossen die Aufmerksamkeit.

Achtung: Die Chance, dass du in Kyoto einem umgestylten Normalo zur Geisha/Maiko begegnest ist höher, als eine echte zu sehen. Wir haben schon oft in sozialen Netzwerken Fotos von „angeblich“ echten Maikos gesehen, diese sind aber zu 90% umgestylte Touristen. Woran man erkennt, dass man geschminkte Normalos und keine echten Maikos oder Geishas sieht? Echte Maikos/Geishas huschen schnell an einem vorbei, sie sind meistens auf dem Weg von einem Termin zum nächsten und gehen in schnellem Tempo über die Straßen. Fotografieren lassen sie sich eigentlich nicht. Aufmerksamkeit suchen sie keine. Man sollte ihnen Respekt entgegenbringen, sie ihren Job machen lassen und weder anfassen, an ihnen zerren oder ihnen wie Paparazzi hinterherlaufen, um Fotos zu schießen. Die Roben variieren und sind bei den echten Geishas/Maikos aus hochwertigerem Material und Kosten teilweise mehrere tausend Euro und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die geschminkten Normalos hingegen lassen sich von anderen Touristen bewundern, lassen Fotos von sich schießen und schlendern in aller Ruhe durch die Gassen. Man kann oft sehen, dass sie Perücken tragen. Am ehesten erkennt man es aber an der Art, wie sie sich bewegen. Schwer zu beschreiben, wenn man mal eine echte getroffen hat, erkennt man den Unterschied, dazu aber mehr im zweiten Kyoto Blogpost. Meine Verwandlung zur Maiko Wenn wir schonmal in Kyoto sind, musste ich mich einfach zur Maiko umstylen lassen! Man sollte unbedingt vorher buchen, wer denkt, er könnte einfach spontan bei seinem Kyotobesuch in einen der Shops spazieren und einen Termin bekommen, liegt falsch. Diese sind oft schon Tage, wenn nicht sogar Wochen im Voraus ausgebucht, da die Anzahl der Make up Artists begrenzt ist und die gesamte Verwandlung inklusive Fotoshooting mehrere Stunden dauert. Es gibt in Kyoto verschiedene Anbieter. Hausnummern und Straßennamen, so wie wir es kennen, gibt's in Japan nicht, gefunden haben wir unseren Shop dann aber bei unserem Spaziergang durch Gion trotzdem. Puh! In Japan sehen die Häuser irgendwie alle gleich aus. Dunkle Holzfronten, meist noch mit Vorhängen vor der Tür und oft standen wir, auch vor Restaurants davor und wussten nicht so recht, ob wir da jetzt einfach reinspazieren können oder nicht. Man kann sein Paket im Voraus buchen. Fotos drinnen, Fotos draußen, oder einen Spaziergang nach dem Fotoshooting auf der Straße. Das Umstyling wird auch für Männer angeboten, Hermann hatte jedoch nicht wirklich Interesse und für Männer ist die Verwandlung bei weitem nicht so exotisch, wie für die Damenwelt. Man wird nach einer herzlichen Begrüßung zuerst in einen Empfangsraum geführt, bekommt etwas zu trinken und kann, wenn man möchte, noch etwas zu seinem gebuchten Paket hinzufügen. Es liegen Beispielkataloge aus und man kann sich schonmal ein Bild davon machen, was einen erwartet. Nach kurzer Zeit wurde ich abgeholt und in eine Umkleidekabine geführt. Ich bekam einen hellen Baumwollumhang, zog mich um, verstaute meine Sachen im Spind, zog mir Schlappen an und wurde Richtung Make Up Zimmer geführt. Ich betrat den Raum, es saßen schon vier japanische Mädels um mich herum, die gerade geschminkt wurden. WOW! Obwohl sie erst halb geschminkt waren und noch keine Perücke auf dem Kopf hatten, sahen sie alle wunderschön aus. Sie waren, wie ich, total aufgeregt, schauten sich die ganze Zeit im Spiegel an und brabbelten vor sich hin. Ich wurde von meinem Make Up Artist empfangen, ganz lieb begrüßt und zu meinem Stuhl geführt. Sie war total professionell und sprach sogar ein paar Brocken Englisch. Nach etwas über einer Stunde war sie mit dem Schminken fertig, die Perücke saß auf meinem Kopf und ich konnte nicht anders, als mich die ganze Zeit im Spiegel anzustarren. Ich war bei Weitem noch nicht fertig, sah aber jetzt schon richtig cool aus. Um es authentischer aussehen zu lassen, werden einige Haarsträhnen mit schwarzem Spray eingefärbt und in die Perücke mit eingearbeitet. Ich stellte mir vor, das echte Geishas/Maikos diese Routine jeden Tag vor sich haben. Jeden einzelnen Tag! Krass.

Weiter ging es für mich in einen Raum, in dem ich mir meinen Kimono und Obi (eine Art "Gürtel", der um den Bauch gebunden wird) aussuchen konnte. Ich entschied mich für einen in dunkelblau / lila mit hellen Kirschblüten. Den Obi suchte ich mir in einem Goldton aus, um einen schönen Kontrast zu bekommen. Mein Make up Artist begleitete mich die gesamte Zeit über, zupfte meine Perücke zurecht und befestigte mir die letzten Accessoires im Haar, die ich mir natürlich auch wieder selbst aussuchen konnte. Ab da durfte Hermann wieder mit dabei sein. Er filmte und schoss Unmengen an Fotos und war fasziniert darüber, was Schminke aus einem machen kann. :) Schicht um Schicht wurde ich angezogen. Unterkleid, Überkleid, Kimono, Obi. Es wurde gezogen, gezupft, zurechtgerückt und als ich dann nach etwas über zwei Stunden endlich fertig war und mich im Spiegel betrachtete, konnte ich im ersten Moment nicht glauben, dass ich das tatsächlich bin. Ich stand mehrere Sekunden vor dem Spiegel. Überwältigt. Stille im Raum, Hermann mit großen Augen neben mir. Mein Make Up Artist sah zufrieden aus und grinste.

Gebucht hatte ich eigentlich nur Fotos draußen im Garten, hab dann aber spontan noch Fotos drinnen dazu gebucht. Die Kulisse war einfach zu schön - wenn schon, denn schon! Als erstes wurde ich in einen traditionellen japanischen Raum geführt. Mit Tatami Matten ausgelegt, schön minimalistisch dekoriert, die Shoji (Papierfenster) waren halb geschlossen.


Ab dem Zeitpunkt hatte ich dann zwei andere Mitarbeiter um mich rum, eine Fotografin, die mir sagte, wie ich mich zu bewegen habe, mich ins rechte Licht rückte, und mir sagte, welche Pose ich einnehmen soll, und eine zweite, die meinen Kimono zurecht zupfte, mir die Accessoires, wie z.B. einen Schirm oder eine Tasche gab und mir zeigte, wie ich ihn halten soll, wie ich meinen Kopf drehen soll oder welchen Gesichtsausdruck ich einnehmen soll. Wir schossen viele Bilder in den verschiedensten Posen, im Knien, im Stehen, seitlich, von vorne. Als wir mit dem Indoor shooting fertig waren, wurden wir zum Eingang heruntergeführt, ich zog mir die typischen Holz Flip Flops (Geta) an, 10 cm hoch, aber unglaublich bequem zum Laufen, und weiter ging's in den hauseigenen Garten mit einem kleinen Wasserfall, einer Toro (Steinlaterne) und perfekt zurechtgeschnittenen Bäumen. Als wir mit den Fotos fertig waren, kam die Mitarbeiterin auf mich zu und sagte: Ihr könnt noch 15 Minuten draußen auf der Strasse spazieren gehen und Fotos schießen. Normalerweise zahlt man dafür extra, wir bekamen es als Bonus oben drauf.


Wir gingen hinaus. Die Blicke, die Bewunderung. So viele Kommentare der Japaner und Touristen. Was für ein Gefühl! Ich wurde von Fremden fotografiert, Menschen blieben stehen und schauten mir hinterher. Ich ging die Straßen auf und ab, Hermann knipste Fotos. Schön authentisch, mitten in Gion mit kleinen Teehäusern und japanischen Touristen im Hintergrund.

Was für ein Erlebnis! Komplett geflasht kamen wir rein, ich zog die Schuhe aus und dann ging's bei mir erstmal ans abschminken und umziehen. Im Umkleideraum war schon alles bereitgestellt: Abschminklotion, Wattepads, Gesichtscremes, sogar einiges an Make Up. Man kann sich seine schwarzen Strähnen rauswaschen, Shampoo liegt genauso bereit, wie Föhns. Es wurde dort wirklich an alles gedacht und es ist genug Platz vorhanden, selbst wenn einige Mädels zur selben Zeit fertig sind, sich umziehen und fertigmachen müssen. In der Zwischenzeit wurden die Fotos gedruckt, die besten drei Bilder jeweils vom Indoor und Outdoor Shooting wurden in jeweils eine Mappe gelegt. Ich hatte zusätzlich noch zwei Sets Postkarten und eine CD Rom mit allen Shoots des Tages bestellt. Als ich fertig umgezogen war, setzten wir uns wieder in den Empfangsraum und warteten auf die Fotos. Was für ein Tag! Was für eine Erfahrung. Es dauerte einige Tage, bis ich wirklich begreifen konnte, dass das wirklich ich bin auf den Fotos. Wenn du auf sowas Bock hast, können wir es dir wirklich 100%-ig empfehlen. Tolle Erfahrung, tolles Team, tolle und authentische Location, fairer Preis. Ich wusste garnicht, dass sowas für Touristen möglich ist, Hermann hatte das im Voraus im Internet gefunden und sofort für mich gebucht. Absoluter Hammer! Nachdem wir fertig waren gingen wir noch ein bisschen durch Gion, aßen Sushi, kauften uns noch ein paar Souvenirs: einen traditionellen, handgefertigten Tetsubin Teekessel und handgefertigte und handbemalte Stäbchen. Die Auswahl fällt schwer, ist riesengroß und die Qualität ausgezeichnet. Wir versuchten ausserdem ein weiteres Teehaus zu finden, in dem wir für einem der nächsten Tage noch etwas ganz Besonderes geplant hatten. Hermann hatte davon schon seit seiner Kindheit geträumt und wollte sich diesen Traum unbedingt erfüllen.

Karaoke Am Abend saßen wir dann in unserem Zimmer, chillten ein wenig, schauten die Fotos an, als mir Karaoke in den Sinn kam. Ich hatte da so Bock drauf! Wir singen schlecht, aber gerne. Nachdem man uns im Hostel den Weg zur nächsten Karaokebar erklärt hatte, machten wir uns auf den Weg. Es waren nur ca. 15 min. Fußweg. Halte Ausschau nach diesem Logo, wenn man drauf achtet, sieht man erst mal, wieviele es allein von dieser Kette gibt: Rundes Gesicht, gelbe Handschuhe, blaue Augen und ein rotes Mikrofon in der Hand. Es gibt in Japan nicht viele Karaokebars, die auch englischsprachige Songs anbieten, bei dieser Kette kannst du dir sicher sein, genug Auswahl zu bekommen. Aufgrund des Platzmangels und der engen Bebauung in den Zentren der Städte sind viele Restaurants, Geschäfte, Kinos und auch Karaokebars übereinander in Gebäuden angeordnet. Vor den Gebäuden sieht man meistens Werbetafeln mit: 1F Sushi, 2F Karaoke usw. 1F, 2F & 3F steht für 1. Floor, 2. Floor usw. In den Eingangshallen sieht man meist nochmal die gesamte Palette der Geschäfte im Überblick und fährt dann einfach mit dem Fahrstuhl in die Etage, in die man möchte. Wir fuhren hoch, die Fahrstuhltür öffnete sich. Alles war quietschbunt, es spielte J-Pop, die Mitarbeiter waren alle jung und dynamisch. Die Poster und Menüs mit den Paketen, die man bestellen konnte, waren leider nur auf japanisch. Irgendwie haben wir's dann aber hinbekommen, zwei Stunden mit "All you can Drink" zu buchen. Wir bekamen eine Zimmernummer zugeteilt und den passenden Schlüssel dazu. In Japan singt man in separaten Räumen, in die bis zu 6 Personen passen. Wir fanden unseren Raum relativ schnell, er war ausgestattet mit zwei kleinen Sitzecken, einem Tisch, der Karaoke-Anlage, einem großen Fernseher und natürlich den wichtigsten Utensilien, den Mikrofonen. Es lag ein Tablet auf dem Tisch, von dem man die gesamte Anlage steuern konnte. Wir stellten Lautstärke, Sprache usw. und los ging's! Wir schauten uns erst das Menü an, da wir All you can Drink bestellt hatten, überlegten wir kurz, ob wir uns Cocktails gönnen sollten, einigten uns dann aber doch auf Bier. Gesagt getan, in den Zimmern gibt es ein Wandtelefon, man wählt einfach eine Nummer, gibt seine Bestellung durch und einige Minuten später bekommt man seine Drinks direkt auf's Zimmer serviert. Perfekt! Nach 1,5 Stunden beschlossen wir eine Verlängerung. Wir riefen den Mitarbeiter an und fragten, ob das möglich ist. Sein Englisch war leider nicht gut genug, um zu verstehen, was wir genau von ihm wollten, einige Minuten später kam jemand zu uns ins Zimmer, der verstand, was wir wollten, schnell abkassierte und genauso schnell wieder verschwand. Wir verlängerten noch eine Stunde. Dann noch eine und noch eine und noch eine. Wir hatten so 'ne super Zeit, dass wir einfach nicht gehen wollten. Am Ende waren wir insgesamt 6 Stunden in der Karaokebar. Wir haben an unseren ersten 1,5 Tagen in Kyoto so viele tolle Dinge gesehen und erlebt, dass es schwer fiel unsere Eindrücke zu verarbeiten. Es sollte ja noch ein zweiter Tag für uns in Kyoto folgen, der den ersten sogar noch toppen sollte.



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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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