Doubtful Sound: Unberührte Natur, Ursprünglichkeit und kaum Touristen

Aktualisiert: 1. Dez 2019


Weit abgelegen im Südwesten der Südinsel liegt dieser noch vom Menschen unberührte und unbewohnte Teil Neuseelands, versteckt unter meist dickem Nebel mit über 200 Regentagen im Jahr.

Hunderte Wasserfälle sind im gesamten Doubtful Sound zu finden, der höchste ist der Browne Wasserfall, der aus über 600 Metern in die Tiefe stürzt. Der Doubtful Sound ist der zweitgrößte Fjord der gesamten Region, drei mal länger als der Milford Sound und von der Fläche her 10 mal so groß. An der tiefsten Stelle misst er 421 m. Wie in vielen Gebieten im Fjordland Nationalpark, enthält der Doubtful Sound zwei “Schichten” von Wasser. Die obere Schicht enthält Süßwasser, das von etlichen Wasserfällen und dem Schmelzwasser stetig aufgefüllt wird. Die untere Schicht besteht aus Salzwasser, das direkt aus dem Meer in die Fjorde läuft. Die beiden Schichten vermischen sich nicht und bieten somit vielen verschiedenen Lebewesen eine Heimat.

Die meisten Teile des Doubtful Sounds sind nur vom Wasser aus erreichbar. Es gibt keine Straßen, die dorthin führen. Der übliche Weg für Touristen führt mit dem Boot von Manapouri über den Manapouri See, mit anschließender Busfahrt durch den Wilmot Pass zum Ausgangspunkt der Tages- bzw. Over Night Cruises.

Im Doubtful Sound kann man Ruhe, Stille, Natur und Flora und Fauna ungestört genießen. Man wird nicht durch Helikopter, Flugzeuge oder mit Touristen gefüllte Boote, wie im Milford Sound, abgelenkt, sondern kann diese einzigartige Region, die so natürlich und ursprünglich ist wie noch vor tausenden von Jahren, voll auf sich wirken lassen.

Der Doubtful Sound wurde zum Weltkulturerbe ernannt und ist unserer Meinung nach eines der Must do's in NZ.

Nachdem wir den Milford Sound besucht hatten, waren wir so fasziniert von der Natur, dass wir uns unbedingt noch den Doubtful Sound ansehen wollten. Preislich gesehen war das ein ganz schöner Sprung nach oben, der Doubtful Sound liegt weit abgelegen im neuseeländischen Fjordland und ist nicht leicht zu erreichen.

Wir buchten eine Over Night Cruise. Ausgangspunkt war Manapouri. Unseren Camper konnten wir über Nacht dort stehen lassen. Wir hatten Glück, denn es waren dank der Nebensaison nur etwa 20 Personen dort, die mit uns warteten.

Leider erfuhren bei unserer Ankunft – ca. 1 Stunde vor dem geplanten Start – dass der Trip gar nicht stattfinden sollte. Es hatte über Nacht wohl so stark geregnet, dass die Teilstrecke, die man mit dem Bus zurücklegen musste, teilweise überflutet war.

Stille. Wir schauten uns an, schauten uns um. Enttäuschung machte sich breit, wir hatten uns so auf den Doubtful Sound gefreut und extra unsere freien Tage aufeinander abgestimmt. Immer positiv bleiben! Auf den letzten Drücker, als wir uns innerlich schon auf die 2,5-stündige Heimfahrt eingestellt hatten, hörten wir auf einmal ein “Alright guys, it's happening. Let's go everybody.”

Juhuuuu! Es ging doch los! Nach einer einstündigen Speedboat-Fahrt und einer halbstündigen Busfahrt kamen wir an unserem Schiff an, dem Fjordland Navigator.

Da es den Tag/Nacht zuvor geregnet hatte, stürzten - egal wo man hinschaute - Wasserfälle herab. So etwas hatten wir noch nie in unserem Leben gesehen und so fing der Trip für uns schon mit einem Highlight an.

Es gibt Tagestouren im Doubtful Sound, allerdings fahren die alle ziemlich gleiche Routen ab und sind immer relativ gut besucht. Die Overnight Cruise hingegen fährt in abgelegene Fjorde und macht einen Abstecher zum Punkt, von wo aus der Fjord in das Meer mündet. Starker Seegang inklusive.

Man kann Kajak fahren, im einem kleinem Motorboot abgelegene Buchten erkunden, Pinguine und Seelöwen bestaunen, schwimmen gehen (im Sommer), sich Vorträge über Flora und Fauna anhören, mit der Crew plaudern und lecker essen.

Auf dem Schiff angekommen, hat man Zeit, sich kurz einzurichten. Wir buchten eine 2er Kabine, mit Fenster. Man kann allerdings als Alleinreisender z.B. eine 4er Kabine buchen, die dann mit anderen Alleinreisenden geteilt wird.

Tipp: Wenn man in Queenstown lebt und dort einen Job hat, bekommt man bei vielen Aktivitäten, auch bei der Overnight Cruise, Rabatte, wenn man seinen Pay Slip (Lohnabrechnung) bei der Buchung vorzeigt.



Wir machten eine Rundfahrt in einem kleinen Motorboot, um uns Seelöwen und die Natur näher anzuschauen. Ein kleiner Pinguin lief uns auch über den Weg. Es gab noch die Alternative, im Kajak dieselbe Gegend zu erkunden, allerdings waren dies unsere zwei freien Tage für die Woche und wir wollten eigentlich nur relaxen. Es war arschkalt, trüb, regnerisch, windig und ungemütlich. Etwas, für das der Doubtful Sound bekannt ist. Sein schlechtes Wetter.


Die Nacht über hatte es geschneit. Der Anblick auf die Fjorde am nächsten Morgen war wunderschön. Die schneebedeckten Gipfel, die tief liegenden Wolken, der Nebel. Es hatte etwas mystisches, wenn man dazu noch bedenkt, wie abgelegen der Doubtful Sound eigentlich liegt und dass sich in der Umgebung einfach mal nichts befindet. Hammer.

Unser absolutes Highlight der ganzen Fahrt war aber der Moment, als der Kapitän das Schiff in einen engen Fjord steuerte, die Anweisung gab, Kameras und Handys auszuschalten und wegzulegen, die nächsten 15 Minuten still zu sein und einfach mal die Umgebung auf sich wirken zu lassen und abzuschalten.

Keine Fotos, kein Quatschen, kein gar nichts.Einfach nur wow!

Wir hörten Wasserfälle rauschen, Vogelgezwitscher, Regentropfen, den Wind. Wir schauten uns an, schauten uns um und ALLE waren komplett gefesselt von der Schönheit, der Ruhe, dem Einklang mit der Natur. Wir waren überwältigt, eine Chance wie diese zu haben, diesen abgelegenen Teil der Erde zu besuchen und diesen Moment zu erleben.

Wenn wir zurückdenken, kriegen wir beide bis heute noch Gänsehaut. Ganz, ganz toller Ausflug und unbedingt zu empfehlen!


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Kati &   Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben.

 

Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

Kati + Hermann

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