Fidschi Reisebericht- Inselhopping mit dem Kreuzfahrtschiff

Aktualisiert: 19. Apr 2019


Bula Fidschi!

Wir fuhren bei unserer Kreuzfahrt leider nur zwei Häfen auf Fidschi an, Port Denarau und die Hauptstadt Suva. Von Port Denarau machten wir einen Ausflug zu dem sandbankähnlichen Inselchen Savala und in Suva verbrachten wir meinen Geburtstag in einem der besten Spa's auf Fidschi. Die Inselgruppe der Fidschis mit ihren über 300 teils winzigen und unbewohnten Inseln liegt östlich von Australien. Teile von ihr (auf der Insel Taveuni) werden von der Datumsgrenze durchzogen, und so kann man zur gleichen Zeit im Heute und Gestern sein. Die klassischsten Reiseziele für Backpacker auf Fidschi sind wohl die Yasawa oder die Mamanuca Inseln und man kann hier ohne Probleme als Individualtourist reisen. Die Infrastruktur an Land, per Flugzeug und per Schiff ist gut ausgebaut und man kommt fast immer an sein Ziel. Man sollte sich jedoch vor Einreise mit der Kultur und den Gebräuchen vertraut machen. Als deutscher Staatsbürger erhält man ein viermonatiges Visum, sofern man ein Weiterflugticket besitzt. Das Nationalgetränk des Landes ist Kawa, das aus der getrockneten Wurzel einer Pflanze (Pfeffergewächs) hergestellt wird. Die Wurzel wird zu Pulver gemahlen und dann in einer traditionellen Schale, Tanoa, mit Wasser angerührt. Diesem Getränk werden alle möglichen Heilkräfte nachgesagt, sei es Grippe kurieren oder gegen Schlaflosigkeit helfen. Unbedingt probieren.

Port Denarau Port Denarau liegt nur etwa 20 Minuten von Nadi mit seinem internationalen Flughafen entfernt, auf dem jeder, der per Flugzeug nach Fidschi reisen will, landen wird.

Wir buchten einen Ganztagsausflug (8 Stunden), diesmal zur Insel Savala. Wieder nicht ganz billig, aber absolut lohnenswert, wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte. Wir hatten gehört, dass es auf Fidschi eine Korallenart gibt, die man nur in tropischen Gewässern findet, die wir aber beide bis dahin auf keinem unserer Schnorchel- oder Tauchgänge gesehen hatten: Weichkorallen. Diese sollte es auf Savala im Überfluss geben, also: Mussten wir sehen, Ausflug gebucht. Fidschi hat einige der besten Schnorchel und Tauchspots der Welt, das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Savala Island

Wir waren insgesamt nur etwa 20 Teilnehmer, mit einem Boot ging es in ca. 1,5 Stunden rüber zur Insel. Während der Fahrt wurden wir mit Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen versorgt. Gut zu wissen: Savala Island wird nur von einem Anbieter angefahren, d.h. man ist wirklich unter sich für den ganzen Tag und muss sich die Insel nicht mit zig anderen Touristengruppen teilen. Die Tour findet täglich statt und kann auch von Individualtouristen gebucht werden. Nach dem Ankern vor Savala wird man in einem kleinen Speedboot zur Insel gebracht, da diese winzige Insel keinen Steg zum Anlegen hat. Obwohl das Eiland ziemlich klein ist, kann man Spots finden, in denen man ungestört ist und einfach mal die Seele baumeln lassen kann. Tauchen wurde leider nicht angeboten, aber wir sind sofort ins Meer mit unserer Schnorchelausrüstung, die vom Anbieter gestellt wurde.

Die Unterwasserwelt war wunderschön. Komplett anders, als alles, was wir bisher gesehen hatten. Die Korallen begrüßten uns in allen Farben: rosa, blau, lila, gelb, orange. Bunte Fische in einer Vielfalt, die wir selten erlebt hatten und wohin das Auge reicht. Kleine Riffhaie kamen uns besuchen und schwammen einige Zeit um uns herum. Die Weichkorallen, auf die wir uns so gefreut hatten, bekamen wir sofort zu Gesicht. Meine Favoriten waren natürlich rosa, sie sahen aus wie pastellrosa eingefärbte Blumenkohlköpfe. Das Farbspektrum der Weichkorallen war einzigartig, dicht an dicht gewachsen, so eine Fülle und Artenvielfalt und so nah am Strand, so etwas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Die Zeit vergeht beim Schnorcheln leider immer viel zu schnell und bevor wir uns satt sehen konnten, war es schon Zeit für unseren Lunch direkt am Strand. Ein BBQ mit frischem Fisch, Obst und frisch gepressten Säften.

Nach der relaxten Bootsfahrt zurück nach Port Denarau wurden wir wieder in die Realität zurückgeholt. Horden an betrunkenen, australischen Touristen. Bars und Souvenirshops dicht an dicht gereiht. Laute Musik, Gegröhle. Herzlich Willkommen. Wir suchten uns ein Plätzchen, das etwas abseits lag, zischten noch ein Fiji Bitter, (auch hier war das Bier wieder viel günstiger, als auf dem Dampfer) bevor wir uns wieder auf den Weg mit dem Tenderboot zurück zum Kreuzfahrtschiff machten.

Savala Island können wir als Tagesausflug empfehlen, von Port Denarau haben wir leider zu wenig gesehen, um uns ein Urteil erlauben zu können.

Suva Die Hauptstadt Fidschis ist nicht unbedingt das kulturelle Zentrum des Landes, dafür aber die am dichtesten besiedelte Stadt im pazifischen Raum, wenn man die Städte Australiens und Neuseelands nicht mitrechnet. Suva hat den größten Hafen der Fidschis. Die Stadt ist lebhaft, bunt und sehr geschäftig. Man findet viele Gebäude im britischen Kolonialstil.

Wir legten an meinem Geburtstag in Suva an. Ich hatte mich im Voraus informiert, was man alles so auf Suva unternehmen konnte und mir sprang sofort ein Spa ins Auge. Ich vereinbarte einen Termin für eine 1,5-stündige Partnermassage und somit buchten wir auch hier keinerlei Ausflüge vom Schiff aus. Diesen Tag wollten wir beide relaxt angehen lassen. Suva war busy, es gab einen Busbahnhof direkt am Anlegeplatz, man konnte das Zentrum gut zu Fuß ablaufen. Es gab eine Mall, viele Shops und Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Wir schnappten uns aber erstmal ein Taxi und fuhren zum Spa, der etwas versteckt und außerhalb vom Zentrum lag, PureFiji. Allein schon der Name lässt uns entspannen. Dort angekommen, eingetreten... und wir fühlten uns von der ersten Sekunde an wohl. Du kennst das bestimmt auch, wenn man einen Spa betritt und irgendwas einem nicht gefällt bzw. unstimmig ist. Man kann sich dann einfach nicht entspannen und abschalten. Sei es ein Geruch, zu viele Menschen oder irgendein anderes kleines Detail. Geht mir zumindest so. Nicht hier. Wir waren umgeben von tropischen Pflanzen, ein Geruch von frischen Frangipanis erfüllte den Raum. Alles war stilvoll, schlicht und elegant eingerichtet. Uns wurde frisch gepresster Saft serviert. Unsere Sachen wurden uns abgenommen, wir wurden in einen separaten Raum geführt und es folgte ein kleines Fußbad zur Entspannung und Einstimmung. Es folgte eine der besten Massagen ever. Der Raum war wunderschön mit frischen Blumen hergerichtet, das Massageöl – ein Orangenblütenöl - roch angenehm, das Licht war gedimmt, dunkles Holz dominierte die Einrichtung, die minimalistisch, jedoch nicht kühl war. Die Damen massierten etwas länger als gebucht, und wir waren die gesamte Zeit über wie in Trance. Hermann steht ja normalerweise nicht so auf Massagen, aber selbst er war hin und weg. Zum Abschied bekam jeder noch ein Döschen organische Frangipani Creme. Anschließend fuhren wir zurück in die City. Die ganze Innenstadt war komplett touristisch. Überall Souvenirshops, westliche Restaurants, Shopping Malls. Es fiel uns schwer, etwas authentisches zum Essen zu finden. Wir sind dann in einem Foodcourt gelandet, in dem zwar nur Locals saßen und aßen, aber wir dennoch nicht wirklich etwas traditionelles fanden. Schade. Suva hat uns dennoch gefallen, die Stadt gab uns einen komplett anderen Eindruck von der Südsee, als die Inseln, die wir zuvor besucht hatten.



Das Highlight des Tages Zurück auf dem Schiff, nach dem Abendessen, kamen wir an einer kleinen, gemütlichen Piano Bar vorbei. Relativ leer, dunkles Holz, gedimmtes Licht. Wirkte auf uns sehr einladend, sodass wir nicht drum herum kamen, hineinzugehen und uns ein paar Drinks zu bestellen. “Geht gleich los mit der Show”, sagte die Barkeeperin. Die Pianistin kam auf die Bühne, stellte sich vor und da nur wenig Leute in der Bar waren, machten wir kurz eine Vorstellungsrunde, um die Stimmung zu lockern. Bunt gemischtes Publikum, hauptsächlich Australier und ein paar Asiaten. Wir waren, wie so oft, die einzigen Deutschen. Sie spielte ein paar Klassiker und sang dazu. Nach und nach fingen alle an zu schunkeln und mitzusingen, die Stimmung war mittlerweile ausgelassen. Man durfte sich Lieder wünschen und konnte dann dazu am Mikrofon singen, wenn man wollte. Ich weiß nicht mehr genau, wie das alles so zustande kam, aber irgendwie ist uns dann nach ein paar Cocktails wohl rausgerutscht, dass ich Geburtstag habe. Uiuiui! Fehler! Nach einem gelallten Happy Birthday der gesamten Bar, fragte die Pianistin mich, ob ich singen kann. NEIN! Kann ich nicht! So gar nicht! Zum antworten kam ich gar nicht, da stimmte sie schon Nena mit „99 Luftballons“ an. Zum Glück war es relativ dunkel in der Bar, denn ich schämte mich zu Tode und hatte wahrscheinlich einen knallroten Kopf. Ich zierte mich erst, hatte aber keine Wahl, weil alle anfingen zu klatschen und mich anzufeuern. Na gut! Dank des Alkohols den ich Intus hatte, ließ ich mich dann doch dazu hinreißen, setzte mich auf die Bühne neben das Klavier, nahm das Mikro in die Hand. Sie fing nochmal von vorne an, gab mir die Lyrics und los ging's. Zum Glück war es ein deutsches Lied und niemand konnte verstehen, was ich da sang. Ich muß mich furchtbar angehört haben, Hermanns Gesicht verzog sich mehrere Male. Nach ein, zwei Zeilen war's mir dann aber egal und ich sang, als ob ich gerade alleine unter der Dusche singen würde. Lauthals und voller Emotionen. Zum Glück gibt es davon weder Fotos noch Videos! Als das Lied sich dem Ende näherte, kam wieder ein kurzer Moment der kompletten Peinlichkeit, aber den Australiern (und den Asiaten sowieso) schien es gefallen zu haben. Wir saßen noch bis in die Morgenstunden in kleiner Gruppe zusammen, und es war ein angenehmer Abend und schöner Abschluss meines Geburtstags und ein Beweis dafür, dass obwohl man auf engsten Raum mit 2500 anderen Gästen und wahrscheinlich um die 800 Crewmitgliedern ist, man trotzdem Plätze findet, in denen man mit nur wenigen anderen Leuten eine unglaublich tolle Zeit haben kann.


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Kati + Hermann

Wir sind zwei Backpacker und Reiseblogger, die ihr konventionelles Leben vor vielen Jahren hinter sich gelassen haben. Auf unserer Weltreise erkunden wir ferne Länder und lassen uns gerne treiben. Am liebsten abseits des Mainstream. 

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